vergrößernverkleinern
Kyle Weaver spielte in der NBA schon für Oklahoma City und die Utah Jazz © imago

Das Pokal-Aus ist für Berlin der zweite Tiefschlag binnen einer Woche. Nicht nur bei Coach Herbert ist die Ernüchterung groß.

Berlin - Gordon Herbert war total enttäuscht. Schon wieder.

Eine Woche nach dem frühzeitigen Aus im Eurocup (Krachende Bruchlandung der "Albatrosse") scheiterte der Trainer mit ALBA Berlin auch im deutschen Pokal noch vor der heißen Phase.

Die zweite Titelchance ist dahin, die Hauptstädter könnten am Saisonende das dritte Jahr in Folge mit leeren Händen dastehen.

Denn auch in der Beko BBL ist der frühere deutsche Serienmeister als momentan Vierter nur noch Mitläufer (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

ALBA zeigt Nerven

"Ich hatte das Gefühl, dass wir heute nur zehn Minuten Basketball gespielt haben", sagte Herbert nach dem bitteren 89:95 (74:74, 39:35) nach Verlängerung gegen die Phantoms Braunschweig:

"Wir hatten eine Drucksituation vor uns und waren ihr nicht gewachsen."

Berlin rettete sich durch zwei Freiwürfe von Spielmacher DaShaun Wood, der bei der Schlusssirene mit 22 Punkten bester Schütze der Partie war, zwar noch in die Verlängerung, musste sich den nervenstarken Gästen, die in Branko Jorovic (20 Punkte) ihren besten Werfer hatten, aber noch geschlagen geben (DATENCENTER: BBL-Pokal).

Zu viele Fehler

Vor der so wichtigen einzigen Qualifikationsmöglichkeit für das Top-Four-Turnier sprach Berlins Nationalspieler Heiko Schaffartzik vom "wichtigsten Spiel der Saison", man würde jetzt "am Scheideweg" stehen und nur ein Sieg könne helfen.

Zu sehen war von dieser Ausgangssituation in der Arena am Berliner Ostbahnhof aber nur phasenweise etwas. Verunsichert und mutlos traten die Albatrosse auf, leisteten sich viele Flüchtigkeitsfehler.

"In den letzten 35 Minuten war Braunschweig das bessere Team", befand auch Herbert, der einen Tag nach dem zweiten Tiefschlag der Saison seinen 53. Geburtstag feierte.

[kaltura id="0_mxg9611p" class="full_size" title="Bayern beweist gegen Ulm Heimst rke"]

Top-Four-Feld steht

Doch nach einer Party ist in der Hauptstadt gerade niemandem zu Mute.

Seit dem Pokalsieg 2009 wartet der frühere Vorzeigeklub auf einen Triumph. Nachdem sich die Brose Baskets Bamberg in den vergangenen beiden Jahren jeweils souverän das Double schnappten, wäre der Pokalsieg durch nur drei Siege der kürzeste Weg zu einem Titel gewesen.

Doch nun kämpfen Titelverteidiger Bamberg, Gastgeber Telekom Baskets Bonn, Überraschungsteam ratiopharm Ulm und Berlin-Bezwinger Braunschweig am 24. und 25. März im Rheinland um den Pott (Titelverteidiger Bamberg weiter auf Kurs).

Braunschweiger Premiere

Die Braunschweiger, Pokalfinalist aus dem letzten Jahr, feierten hingegen ihren ersten Sieg in Berlin überhaupt.

"Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie haben heute starke Berliner geschlagen", sagte Trainer Sebastian Machowksi.

Auch wenn der Braunschweiger den Gegner am Ende stark redete, ist die Ernüchterung im Lager der Hauptstädter groß.

Letzte Titelchance

Nur in der Bundesliga gibt es noch die Chance auf den Titel.

Allerdings beträgt der Rückstand auf Bamberg bereits acht Punkte, die Ausgangslage für die Playoffs ist alles andere als optimal.

Zumal gegen die Artland Dragons (Sa., ab 20 Uhr LIVESCORES) das nächste Spiel von hohem Stellenwert ansteht: Bei einer Niederlage würde Berlin den Kontakt zur Ligaspitze abreißen lassen müssen.

"Wir müssen als Mannschaft besser zusammenwachsen und mehr investieren", forderte Ex-NBA-Profi Kyle Weaver schon vor einer Woche. Es wird höchste Zeit.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel