vergrößernverkleinern
Die beliebteste Zielscheibe - auch im Bayern-Basketball: Projekt-Vater Uli Hoeneß © getty

Der FCB hat nach dem Bamberg-Coup den Pokal vor Augen. Doch Berlin giftet - und sät Zweifel am Überdauern des Münchner Projekts.

München - Der Ton wird schärfer, und die erste Frontalattacke ritt ALBA Berlins Boss Axel Schweitzer. Sein Ziel: Uli Hoeneß - ausgerechnet der Meister der psychologischen "Kriegsführung" im Fußball.

"Der FC Bayern ist eine der führenden Marken in Europa, was Hoeneß' Verdienst ist. Aber im Basketball hat Bayern in der Neuzeit noch keinen Titel gewonnen. Man sollte erst was gewinnen und dann Ansprüche formulieren", polterte Schweitzer via "Bild".

Auslöser der Kritik waren Hoeneß' Aussagen zu NBA-Star Dirk Nowitzki.

"Dirk wird erst in der NBA aufhören, wenn er kaum noch laufen kann. Wir sind - ohne Nowitzki zu nahe zu treten - kein Altenheim für Basketballer", hatte der Bayern-Boss zuletzt gesagt und einem Engagement des besten deutschen Basketballers der Geschichte damit eine Absage erteilt.

Zweifel an der Nachhaltigkeit

Schweitzer reagierte pikiert: "Zu sagen, man sei nicht das Altenheim der Liga, finde ich anmaßend."

Einmal in Rage, stellte er sogar die Nachhaltigkeit des Münchner Projekts in Frage: "Wer weiß, ob sich der FC Bayern nach Nowitzkis Vertragsende in Dallas überhaupt noch im Profi-Basketball engagiert."

Ein Ende der Münchner Bemühungen ist jedoch zumindest im Moment kaum abzusehen. Hoeneß' Herzensangelegenheit ist auf dem Weg, das Konzert der großen und etablierten Klubs aufzumischen.

Nicht nur eine Promi-Attraktion

Der 77:69-Triumph im Pokal beim Serien-Champion Brose Baskets Bamberg war der größte Coup in der jüngeren Vereinsgeschichte des neureichen Aufsteigers.

Am Sonntag steht das Beko BBL-Duell gegen ALBA (13.15 Uhr) an. Längst sind die Bayern nicht mehr die Emporkömmlinge, die volle Hallen garantieren, weil Bastian Schweinsteiger und Uli Hoeneß am Spielfeldrand sitzen.

Unter dem früheren Berliner Coach Svetislav Pesic haben sich die Münchner zum ernsthaften Anwärter auf die Titel in Meisterschaft und Pokal gemausert - und das in Rekordgeschwindigkeit.

Das scheint in der Liga nicht so gut anzukommen. Dabei hatte Schweitzer noch vor anderthalb Jahren das Engagement der Bayern im deutschen Basketball begrüßt. "Man freut sich natürlich auch über so eine Mannschaft. Sie garantiert volle Hallen und sicher guten Sport. Das ist immer positiv", sagte er seinerzeit.

Bambergs Nimbus ist Geschichte

Damals waren die Bayern allerdings sportlich noch keine Bedrohung, auch nicht für die Basketball-Hochburg Bamberg.

"Man kann nicht einfach eine Meisterschaft planen, dazu müssen viele Dinge zusammenpassen, und es darf nichts schiefgehen", sagte Manager Wolfgang Heyder.

Im Pokal passten die Dinge zusammen, Bayern zog ins Final Four ein. Bamberg kassierte dagegen die erste Niederlage im Pokal seit dem 21. Januar 2009 - damals gegen die Giants Düsseldorf.

Noch kein Sieg gegen ALBA

Vor vier Jahren war von Basketball in München noch keine Rede, heute spielt Düsseldorf keine Rolle mehr in der Bundesliga. So schnell kann es gehen. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Berlins Nationalspieler Heiko Schaffartzik hat die neuen Kräfteverhältnisse genau registriert. "Durch den Heimvorteil sind die Bayern wohl leicht favorisiert", sagte er dem Internetportal "ran".

Einen Verweis auf die Statistik konnte er sich aber nicht verkneifen. Nach dem Aufstieg haben die Bayern bislang noch kein Spiel gegen Berlin gewonnen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel