vergrößern verkleinern
ALBA Berlin gewann beim TOP FOUR den Pokal zum siebten Mal © getty

Die Berliner ringen im TOP-FOUR-Finale Ulm nieder und feiern ihren den Titel seit 2009. Schaffartzkis irrer Wurf ebnet den Weg.

Aus Berlin berichtet Michael Spandern

Berlin - Die Leidenszeit der "Albatrosse" ist vorbei: Nach drei titellosen Jahren hat ALBA Berlin den Heimvorteil im TOP FOUR genutzt und sich den Beko-BBL-Pokal geholt.

Im packenden Finale bezwang das Team von Sasa Obradovic ratiopharm Ulm mit 85:67 (38:39) und holte zum siebten Mal den Cup.

Die Schwaben müssen dagegen weiter auf ihre zweite Trophäe nach dem Pokalcoup von 1996 warten.

Beste Berliner Schützen in der Arena am Ostbahnhof waren die Forwards Zach Morley und Deon Thompson mit 24 bzw. 18 Punkten. Auf der Gegenseite ragte Center-Koloss John Bryant mit 21 Zählern, 17 davon in der ersten Hälfte, heraus.

Ulm setzt den MVP in Szene

"Es ist ein wunderschönes Gefühl", jubelte Berlins Heiko Schaffartzik nach der Schlusssirene bei SPORT1: "Ich bin froh und unglaublich erleichtert, dass wir das Ding gewinnen konnten."

Beide Teams begannen mit derselben Startformation wie im Halbfinale, bemerkenswert allerdings, dass Berlins Trainer Sasa Obradovic Shooter Nihad Djedovic aus dem Kader strich und als sechsten Ausländer auf Derrick Byars setzte.

Ulm traf durch Bryant und Kapitän Steven Esterkamp seine ersten beiden Versuche, für ALBA waren Deon Thompson und der bärenstarke Morley (15 Punkte vor der Halbzeit) erfolgreich.

Rasch wechselte Obradovic Idbihi für Ali Traore ein, um Bryant mürbe zu machen. Doch die Schwaben setzten den MVP gekonnt in Szene, sodass Idbihi die Partie durch feine Halbdistantzwürfe offen halten musste.

Idbihi früh in Foulproblemen

[image id="de733dfb-63de-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Der zweiten Ulmer Garde, die nun gemeinsam mit Bryant auf dem Feld stand, fehlte Firepower und Kaltschnäuzigkeit.

Also richtete es Big John, ob mit Dreier oder von der Freiwurflinie, selbst. Die Süddeutschen führten nach dem ersten Abschnitt mit 24:22.

Als die noch hüftsteife Nachverpflichtung Omar Samhan ihn fünfeinhalb Minuten vertrat, verlor das Team von Thorsten Leibenath keinen Boden. ALBA-Center Idbihi dagegen handelte sich sein bereits drittes Foul ein.

[kaltura id="0_6q54ab7h" class="full_size" title="ALBA Berlin holt BBL Pokal"]

Wood verkürzt mit Buzzer Beater

Die Gastgeber suchten zu selten konsequent den Weg zum Korb, während Ulm es mangels Konzentration versäumte, sich abzusetzen: Per Günther verlegte einen Korbleger, Sebastian Betz passte in den leeren Raum, Daniel Theis patzte freistehend am Korb.

Die Berliner bissen sich in die Partie und drehten diese nach zwischenzeitlich sechs Punkten Rückstand. Je'Kel Foster, zuvor noch aus der Nahdistanz gescheitert, legte zum 35:34 ab.

Ulm konterte mit Per Günthers Dreier sowie Bryants Linkskorbleger und nahm trotz Woods Buzzer Beater aus sieben Metern einen Punkt Vorsprung mit in die Kabine.

Zwei Verteidiger für Bryant

Mit Dreiern von Günther und Esterkamp verschaffte sich der Vizemeister ein wenig Luft. Albatros Thompson hielt aber dagegen.

Als aber seinem Teamkollegen Idbihi beim Aufposten sein viertes Foul angelastet wurde, tobten die Fans in Gelb.

Doch die Berliner Akteure ließen sich nicht beirren, doppelten Bryant robust und eroberten durch einen Byars-Dreier zum 53:51 die Führung zurück.

Schaffartzik mit Wahnsinns-Dreier

Während bei Ulm nun Allan Ray als Assistent und Vollstrecker aufdrehte und auch Philipp Schwethelm auf den Plan trat, versenkte sein DBB-Kollege Heiko Schaffartzik für ALBA seinen ersten Dreier - und ließ mit Ablauf des dritten Abschnitts einen Wahnsinns-Dreier zum 62:59 folgen.

Begünstigt durch Ulmer Fehler setzten sich die Gastgeber erstmals auf sieben Punkte ab. Und auch Bryant zeigte m Duell mit Traore Nerven.

Ulm im Abschluss ohne Alternativen

Nur zwei Esterkamp-Punkte brachte Ulm in den ersten fünfeinhalb Minuten des Schlussviertels zu Stande. Berlin zog durch einen Tip-Dunk von Morley und einen Foster-Fastbreak auf 72:61 davon.

Ulm fand neben Bryant und Esterkamp (13 Punkte) einfach keine verlässlichen Scorer. Und beide Routiniers rieben sich zunehmend auf.

Spätestens zwei Minuten vor Schluss, als der Vorsprung zweistellig war, hatte das gelbe Volksfest begonnen. ALBA is back.