Die Entwicklung der DBB-Youngsters verläuft nicht geradlinig. Nach der Party und dem Kater kommt nun der wahre Charaktertest.

Ein Sieg, zwei Niederlagen: Nach dem happigen Auftaktprogramm bei der WM - binnen drei Tagen gegen die topgesetzten Argentinier, Vize-Europameister Serbien und die hoch gehandelten Australier - stehen die deutschen Basketballer besser als erwartet da.

Bereits ein Sieg gegen Afrikameister Angola am Mittwoch genügt höchstwahrscheinlich, um das Ziel Achtelfinale zu erreichen.

Doch durch die so grundverschiedenen Auftritte hat Deutschland ein Wechselbad der Gefühle hinter sich, aus dessen Tiefpunkt sie sich nun freischwimmen muss.

Die formidablen Energieleistungen bei der unglücklichen Niederlage gegen Argentinien und beim Doppelverlängerungs-Triumph gegen die Serben haben zu einer Euphoriewelle geführt, die durch die sang- und klanglose Rekordschlappe gegen die Aussies mit einem Schlag abgeebbt ist.

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Sicher, die Erschöpfung mag eine Erklärung sein. Die wichtigere ist aber wohl die, dass die Entwicklung eines solch jungen Teams nur geradlinig verlaufen kann, wenn es Schritt für Schritt an größere Herausforderungen herangeführt wird.

Den Stammspielern Robin Benzing und Tibor Pleiß, Elias Harris und auch dem immerhin 26-jährigen Heiko Schaffartzik fehlen jedoch bis auf die EM 2009 Erfahrungen auf höchstem Niveau, die Europaliga kennen sie höchstens vom Zusehen.

Mit schierem Willen haben sie ihren Teil zur Sensation gegen Serbien beigetragen, aber das funktioniert nicht jeden Tag. Den Kater nach der Party haben sie am Montag erlebt.

Ein Superstar, der wie eine Schwimmweste für die ins kalte Wasser Geworfenen wäre, ist derzeit nicht für Schwarz-Rot-Gold in der Türkei. Jan Jagla ist keine One-Man-Show, wie sie Dirk Nowitzki an diesem Abend mal wieder hätte sein müssen, Demond Greene und Steffen Hamann ebensowenig.

Die Deutschen haben, durch das Mithalten gegen ein Weltklasse-Team und das Besiegen eines solchen zwei Schritte nach vorne gemacht; Australien warf sie einen Schritt zurück.

Einen größeren Schritt - in jedwede Richtung - stellt das Spiel gegen Angola da, da es nach der Gruppenarithmetik ein K.o.-Spiel ist.

Verlieren die Deutschen gegen die von vielen Sportfans noch immer unterschätzten Angolaner, die weitaus erfahrener als die Deutschen sind, ist der positive Effekt des Wochenend-Hurras wieder verpufft.

Gewinnen sie aber unter dem Druck des Siegen-Müssens, zählt dieser Erfolg wohl noch mehr als der unbeschwerte gegen die ebenfalls jungen und dezimierten Serben.

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