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Ricky Rubio ist mit bisher 6,2 Vorlagen pro Spiel der drittbeste Assistgeber der WM © getty

Vor dem Achtelfinale gegen Griechenland zeigt sich Spanien hochmotiviert. Auch ein Nachbarschafts-Duell verspricht Emotionen.

Von Olaf Mehlhose

Istanbul - Für Griechenland läuft es bei der WM nicht nach Plan.

Schon im Aufeinandertreffen mit dem Erzrivalen aus der Türkei musste sich das Team von Jonas Kazlaukas mit 65:76 geschlagen geben (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Auch das letzte Gruppenspiel gegen Russland ging etwas überraschend mit 69:73 verloren und Hellas fand sich nur auf dem dritten Platz der Gruppe C wieder.

Dadurch standen allerdings die Chancen gut, Angstgegner Spaniern aus dem Weg zu gehen (SERVICE: Die WM-Statistiken) .

Doch durch den Sieg Neuseelands über Frankreich landete der Titelverteidiger doch noch auf dem zweiten Platz der Gruppe D. So kommt es bereits im Achtelfinale zur Neuauflage des Finals von 2006 (ab 19.55 Uhr LIVE im TV).

Spanien gegen Lieblingsgegner

Für die Spanier hingegen hat sich Griechenland in den letzten Jahren zu einer Art Lieblingsgegner entwickelt.

Bei den Weltmeisterschaften 2006 wurden die Griechen in einem denkwürdigen Spiel mit 70:47 aus der Halle gefegt.

Und auch bei den europäischen Titelkämpfen 2007 (82:77) und 2009 (82:64) behielten die Iberer jeweils im Halbfinale die Oberhand.

"Rausgehen, um zu sterben"

Doch auch die Spanier präsentierten im bisherigen Turnierverlauf nicht in Bestform. Gegen Frankreich (66:72) und Litauen (73:76) musste sich die "Seleccion" nach jeweils hoher Führung noch geschlagen geben.

Dem Titelverteidiger ist eine Leistungssteigerung aber durchaus zuzutrauen - auch bei der EM im vergangenen Jahr wurde Spanien in seiner Vorrunden-Gruppe nur Dritter, sicherte sich dann aber mit drei souveränen Siegen den Titel.

Zumal die Rückenprobleme von Kapitän Juan-Carlos Navarro abgeklungen sein sollen.

"In solchen Spielen muss man alles vergessen und rausgehen, um zu sterben", gab sich "La Bomba" vor dem Achtelfinal-Knüller martialisch.

Scariolo stapelt tief

Spaniens Coach Sergio Scariolo mahnt allerdings zur Vorsicht.

"Griechenland hat eine erfahrene und psychisch starke Mannschaft. Wir haben sie letztes Jahr im Halbfinale besiegt, aber diesmal ist Pau (Gasol, d. Red) nicht dabei, ihr bester Spieler Diamantidis dagegen schon", sagte der italienische Trainer: "Ich erwarte eine sehr körperliche Partie, die in der Defensive entschieden wird. Wir werden natürlich versuchen Griechenland unser schnelles Spiel aufzuzwingen."

Starker Hellas-Frontcourt

Neben dem psychologischen Vorteil hat Spanien das schnellere Passspiel und besitzt mit Rudy Fernandez, Ricky Rubio und Navarro das beste Guard-Trio der WM.

Griechenlands Stärken dagegen liegen unter dem Korb - vor allem dank des körperlich starken Frontcourts mit Sofoklis Schortsanitis und Ioannis Bourousis - und in einer harten, unnachgiebigen Defensive.

Entscheidend wird aber auch die Tagesform der auf dem Papier ziemlich gleichwertigen Teams sein.

Balkan-Diuell verspricht Emotionen

Im ersten Achtelfinal-Spiel zwischen den "Nachbarn" Kroatien und Serbien (ab 16.55 Uhr LIVE im TV) ist ein emotionsgeladenes Duell zu erwarten, in dem sich beide Teams nichts schenken werden.

Favorisiert sind die Serben, die sich nach der Niederlage gegen Deutschland mit drei Siegen in Folge noch den Gruppensieg sicherten.

Kroatien hingegen konnte nur die Spiele gegen den Iran und Tunesien gewinnen und wurde in seiner Gruppe nur Vierter.

Serbien mit mehr Offensiv-Optionen

Nach der Rückkehr der vorher gesperrten Prügler Nenad Krstic und Milos Teodosic verfügt der Vize-Europameister über mehr Optionen in der Offensive.

Im bisherigen Turnierverlauf weist das Team von Dusan Ivkovic zudem weitaus bessere Statistiken bei Rebounds, Assists und von der Freiwurflinie auf.

Doch schon bei vergangenen Titelkämpfen haben sich nicht immer die nach der Vorrunde topplatzierten Teams durchgesetzt.

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