vergrößernverkleinern
Mike Krzyzewski arbeitet seit 1980 als Coach an der Duke University in Chicago © getty

Vor dem Spiel gegen Angola greift das Team USA zu neuen alten Methoden. Curry ist begeistert. In der Heimat gibt es Kritik.

Von Olaf Mehlhose

München - Das ewig reizvolle Duell zwischen David und Goliath steht bevor.

Doch die USA haben derzeit weniger mit ihren Gegnern, als mit der heimischen Presse zu kämpfen.

Wiederholt mäkelten Vertreter der Medien an den Leistungen des Teams von Coach Mike Krzyzewski herum (SERVICE: Die WM-Statistiken).

Obwohl die Amerikaner alle ihre fünf Vorrunden-Spiele gewinnen konnten, ist nicht zu bestreiten, dass die NBA-Stars in den bisherigen Spielen noch keine Einheit bildeten (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Zusammenspiel funktioniert nicht

Die Spiele wurden aufgrund individueller und athletischer Fähigkeiten, nicht durch herausragendes Mannschaftsspiel gewonnen.

Wie auch?

In der aktuellen Formation haben die Spieler in der Vorbereitung das erste Mal zusammengespielt, und auf Trainingseinheiten wurde während der Vorrunde komplett verzichtet.

"Wir trainieren nicht, wir spielen", war Coach Krzyzewskis lapidare Erklärung.

Erstes Training seit WM-Beginn

Und der erste Schritt zur Besserung ist auch bereits getan: Am Samstag fand das erste Training seit dem 27. August statt.

Stephen Curry zeigte sich nach der Trainingseinheit voller Enthusiasmus: "Du kannst dich durch Spiele verbessern, aber im Training kannst du Abläufe und Spielzüge einstudieren und dich mit deinen Mitspielern messen. Ich bin mir sicher, dass wir daraus in den nächsten vier Spielen unseren Nutzen ziehen werden."

In den nächsten vier Spielen wohlgemerkt. Selbstbewusstsein war noch nie das Problem der Akteure des dreimaligen Weltmeisters.

Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall, aber dass Team USA gegen Angola (Mo., ab 16.45 Uhr LIVE im TV) ausscheidet, ist ungefähr genauso wahrscheinlich wie der Weltmeistertitel für China.

Wer stoppt Durant?

Denn im Gegensatz zu den Amerikanern zitterte sich Angola erst durch einen 92:88-Overtime-Erfolg über die DBB-Auswahl ins Achtelfinale.

Obwohl die USA bisher nicht vollends überzeugten, sind sie gegen die West-Afrikaner natürlich der haushohe Favorit.

Um überhaupt eine Chance zu haben, müsste es dem Team von Luis Magalhaes gelingen, US-Topscorer Kevin Durant (17,8 Punkte pro Spiel) in den Griff zu bekommen.

Statistiken sprechen für USA

Doch damit nicht genug. Auch andere Spieler, wie Eric Gordon (10,2), Chauncey Billups (9,4) und Derrick Rose (8,4) verfügen über eine individuelle Klasse, der die Angolaner wenig entgegenzusetzen haben.

Zudem müsste der Afrikameister in der Offensive ein Feuerwerk abbrennen - bei bisher durchschnittlich 68 Punkten pro Spiel schwer vorstellbar.

Nur zum Vergleich: Die Amerikaner machten bisher im Durchschnitt 91 Zähler pro Partie.

"Kiwis" fordern Russland

Im zweiten Spiel des Tages stehen sich Russland und Neuseeland gegenüber. Der Europameister von 2007, der vier seiner fünf Vorrunden-Spiele siegreich gestaltete, ist leicht favorisiert.

Mit ihrem strukturierten Spiel kommen die Russen zu klareren Punktgewinnen, als die Neuseeländer, die eher über eine hohe Anzahl von Würfen zum Erfolg zu kommen.

Allerdings hat das Team aus Ozeanien während des Turniers bewiesen, dass es zu einer Überraschung fähig ist, im letzten Vorrundenspiel gab man den Franzosen das Nachsehen.

Zumal das von Nenad Vucinic betreute Team mit Kirk Penney (25,4 Punkte) den zweitbesten Scorer des Turniers in seinen Reihen hat.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel