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Ruben Magnano gewann mit Argentinien in Athen 2004 Olympisches Gold © FIBA

Argentinien im Herzen, Brasilien im Kopf: Für den argentinischen Selecao-Coach Magnano ist das WM-Achtelfinale ein besonderes Duell.

Von Rainer Nachtwey

München/Istanbul - Er selbst nennt es einen "Clasico". Und wer könnte das Aufeinandertreffen zwischen Brasilien und Argentinien besser charakterisieren als Ruben Magnano?

Der Argentinier führte die Basketball-Nationalmannschaft seines Heimatlandes 2004 zu Olympischem Gold bei den Spielen in Athen.

Sechs Jahre später trifft er beim WM-Viertelfinale in Istanbul (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) erstmals mit seiner neuen Mannschaft Brasilien auf das Team, das er als Trainer zum größten Triumph geführt hatte.

"Wer auch immer das Spiel gewinnt, wird Großes erleben. Wer verliert, wird sich wünschen, es hätte nie stattgefunden", sagt der Coach, der im Januar die Selecao übernommen hatte.

"Ich muss einen Kompromiss eingehen. Mein Herz schlägt für die Heimat, aber mein einziger Gedanke im Kopf ist, wie Brasilien die nächste Runde erreicht."

Fußball als Motivationshilfe

Wie wichtig die Partie für beide Mannschaften ist, unterstreicht Fabricio Oberto. "Es geht um den Kampf, die Ehre und das Gewinnen wollen. Wir haben unser ganzes Land hinter uns, wegen des Fußballs, wegen der ganzen Geschichte mit Brasilien, wegen allem. Es wird eine heiße Partie werden."

Der wegen eines Virus' angeschlagene Oberto betrachtet das Aufeinandertreffen mit Argentinien als "eine der ausgeglichensten Paarungen" des Achtelfinales.

Keine Angst vor einer Niederlage

Dass die Brasilianer einen Vorteil besitzen, in Magnano den ehemaligen argentinischen Nationalcoach zu haben, glaubt Argentiniens Starspieler Luis Scola nicht: "Nein, jeder kennt jeden. Brasilien hat ein großartiges Team, aber gegen irgendjemanden müssen wir nun mal antreten."

Besonderen Druck spürt der Topscorer des Turniers - durchschnittlich 29 Punkte - vor dem Traditionsduell der beiden ehemaligen Weltmeister nicht. "Ich habe keine Angst davor, zu verlieren. Ich habe nur Angst davor, dass wir nicht gut genug vorbereitet sind, dass wir nicht alles abrufen können", sagt der Center des NBA-Klubs Houston Rockets.

Nach der Niederlage im Gruppen-Finale gegen Serbien ist Scola noch nicht glücklich mit dem Auftreten seiner Mannschaft. "Wir sind recht weit, wir spielen schon sehr gut, aber es könnte noch besser sein", sagt er.

[kaltura id="0_re0u01i1" class="full_size" title="T rkei im Viertelfinale"]

Oberto vor dem Comeback

Bei internationalen Großveranstaltungen treffen Argentinien und Brasilien zum 63. Mal aufeinander. 32:30 führt das Team vom Zuckerhut im direkten Duell, auch den letzten Vergleich bei der Südamerika-Meisterschaft 2009 entschied es mit 76:67 zu seinen Gunsten.

Einzig bei den Gesamtpunkten liegen die Argentinier mit 3971:3966 vorne (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Die Gauchos hoffen gegen Brasilien auf eine Rückkehr Obertos. Den Center der Washington Wizards legte nach dem Auftaktspiel gegen Deutschland ein Virus flach.

Nun strebt er das Comeback an. "Dank der Ruhepausen geht es mir von Tag zu Tag besser. Ich werde alles versuchen, um zurückzukommen, so wie ich es immer gemacht habe."

Varejao gegen Scola

Auch bei den Gelb-Grünen liegen die Hoffnungen auf einem Rückkehrer: Anderson Varejao.

Der Big Man der Cleveland Cavaliers hat seine Sprunggelenksbeschwerden überwunden und zeigte in seinen bisherigen zwei Spielen, wie wichtig seine Präsenz unter dem Korb ist.

Zusammen mit Tiago Splitter, der in der kommenden Spielzeit für die San Antonio Spurs auflaufen wird, soll Varejao in der Defensive eine für Scola unüberwindbare Mauer unter dem Korb bilden.

In der Offensive geben Marcelo Huertas und Leandro Barbosa den Ton an. Der Führende der Assist-Wertung Huertas ist für die Spielgestaltung zuständig, NBA-Profi Barbosa fürs Punkten.

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