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Serbien um Milos Teodosic (r.) zog 2009 im EM-Finale gegen Juan Carlos Navarros Spanier den Kürzeren © getty

Tausende slowenische Fans sorgen in der Türkei für Heimspiele ihrer Nationalmannschaft. Auch im Viertelfinale gegen den Gastgeber?

Von Rainer Nachtwey

München/Istanbul - Wenn am Mittwoch Spanien im ersten Viertelfinale der WM in der Türkei auf Serbien trifft (ab 16.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), standen sich 19 der 24 Spieler bereits vor knapp einem Jahr gegenüber.

An jenem 20. September 2009 wurden die Iberer unter Trainer Sergio Scariolo ihrer Favoritenstellung gerecht und holten in Polen ihren ersten EM-Titel mit einem deutlichen 85:63 über die Serben.

Doch die Vorzeichen haben sich geändert.

Von Spiel zu Spiel

Zwar schiebt der serbische Power Forward Dusko Savanovic die Favoritenrolle den Spaniern zu - "auf ihnen lastet der Druck und die Pflicht, das Spiel zu gewinnen". Aber der Weltmeister, der auf zehn Europameister zurückgreifen kann, ist ohne seinen Superstar Pau Gasol und Spielmacher Jose Manuel Calderon nur schwer in Tritt gekommen.

Gegen ersatzgeschwächte Franzosen und Litauen verloren die Spanier in der Vorrunde. Erst gegen Ex-Europameister Griechenland wusste der Titelverteidiger zu überzeugen.

"Wir werden von Spiel zu Spiel besser, das werden wir auch gegen Serbien beweisen", gibt sich Rudy Fernandez optimistisch.

Heißhunger auf Spanier

Die Serben sind richtig heiß auf die EM-Final-Revanche: "Gegen keinen Gegner ist unser Hunger zu gewinnen so groß wie gegen Spanien", sagt Savanovic, der in der spanischen Liga in Sevilla sein Geld verdient.

Und auch Center Nenad Krstic, der nach seiner Sperre wegen eines Stuhlwurfs im Vorbereitungsspiel gegen Griechenland nicht aus der Starting Five der Serben wegzudenken ist, schlägt in die gleiche Kerbe: "Wir sind bereit für die Spanier."

[kaltura id="0_re0u01i1" class="full_size" title="Türkei im Viertelfinale"]

Duell der Fans

Auch im zweiten Viertelfinale vom Mittwoch (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) zwischen Gastgeber Türkei und Außenseiter Slowenien erwartet die Fans eine heiße Partie. Denn gerade die Zuschauer dürften für eine furiose Stimmung in der Halle sorgen (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Rund 7.000 slowenische Fans hatten in der Vorrunde die Abdi Ipekci Arena in ein grün-weißes Tollhaus verwandelt.

Begeisterte Slowenen

"Das war einfach sensationell. Es fühlte sich wie ein Heimspiel an", sagte Aufbauspieler Jaka Lakovic nach dem Spiel gegen Erzrivalen Kroatien im Gespräch mit SPORT1.

Und auch der NBA-erfahrene Goran Dragic von den Phoenix Suns zeigte sich beeindruckt: "Wir spielen in Istanbul, aber mir kommt es vor wie Sarajewo." (SERVICE: Die WM-Statistiken)

Türkoglu spricht vom Finale

Die türkischen Fans, die ihre Mannschaft begeistert unterstützen, und die Medien erwarten einen souveränen Sieg gegen Slowenien. "Zwei noch" war in den Gazetten zu lesen ? zwei Spiele bis zum Finale, am liebsten gegen Topfavorit USA.

Und auch Starspieler Hedo Tükoglu sprach nach dem Achtelfinal-Erfolg über Frankreich vom Finale. "Wir Spieler und vor allem die Fans, das ganze Land hätte es verdient."

Dennoch warnt er vor dem kommenden Gegner. "Wir müssen auf ein schweres Spiel einstellen. Sicherlich ist das Endspiel das große Ziel, aber das erreichen wir nur Schritt für Schritt. Der nächste heißt nun Slowenien."

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