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Ersan Ilyasova ist mit durchschnittlich 15,7 Punkten pro Spiel Topscorer der Türken © getty

Ilyasova ist von einem Sieg im Halbfinale überzeugt. Serbien setzt auf mentale Stärke. Coach K trifft auf einen Schüler.

Von Olaf Mehlhose

München/Istanbul - Bescheren die "12 Dev Adam" ihrem Heimpublikum das Traumfinale? Oder bringen die "Weißen Adler" die "zwölf Riesen" zu Fall?

Im Halbfinale der WM stehen sich Gastgeber Türkei und Serbien (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegenüber. Aufgrund des Heimvorteils und der bisher gezeigten Leistungen gehen die Türken als leichter Favorit in die Partie.

Allerdings haben die Serben mit Spanien bereits den Titelverteidiger ausgeschaltet (SERVICE: Die WM-Statistiken).

Mit den Last-Minute-Erfolgen der letzten beiden Spiele hat der Vize-Europameister die notwendige mentale Stärke für große Siege nachgewiesen.

Der Final-Gegner wird im Spiel zwischen Topfavorit USA und Litauen (ab 17.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) ausgespielt (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Ilyasova setzt auf die Fans

Es ist anzunehmen, dass Trainerfuchs Dusan Ivkovic seine Mannschaft perfekt vorbereitet in das Aufeinandertreffen mit der Türkei schicken wird.

Viel wird davon abhängen, ob die serbischen Spieler in der Lage sind, im Hexenkessel von Istanbul kühlen Kopf zu bewahren.

"Die Unterstützung unserer Fans ist einfach unglaublich. Zum Halbfinale werden noch mehr kommen, dann wird es noch lauter", sagte Forward Ersan Ilyasova: "Serbien ist ein starker Gegner, aber wenn wir so spielen wie bisher, schlagen wir sie."

Sollte das Team um Milos Teodosic die Partie jedoch über längere Zeit ausgeglichen gestalten, besteht die Möglichkeit, dass die Türkei in ihrem ersten WM-Halbfinale Nervenflattern bekommt.

"Defense macht den Unterschied"

Die Türken werden versuchen, die Serben mit intensiver und harter Verteidigung aus dem Spiel zu nehmen.

"Die Qualität unsere Defense macht bisher den Unterschied. Unsere Offensiv-Aktionen sind das Produkt der guten Verteidigung", erklärte Coach Bogdan Tanjevic: "Wenn wir in der Defensive gut stehen, haben wir im Spiel nach vorne weniger Druck."

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Gerade hier liegt aber auch die Gefahr - in einem engen Spiel könnte sich die kraftraubende Spielweise in der entscheidenden Phase nachteilig auf die Präzision im Abschluss auswirken.

NBA-Stars sorgen für Punkte

In der Offensive vertraut der WM-Gastgeber auf die Geniestreiche Ilyasovas und Hideyat Türkoglus sowie die körperliche Präsenz seiner Innenspieler.

Es wird interessant sein, ob Nenad Krstic und Kosta Perovic körperlich dagegenhalten können. "Wir sind nicht hier, um im Halbfinale auszuscheiden", gab sich der serbische Center im Vorfeld des Halbfinales selbstbewusst.

Dass die türkische Mannschaft eine ähnliche Quote von außerhalb erzielen wird wie gegen Slowenien, ist zwar nicht zu erwarten, aber mit dem fanatischen Publikum im Rücken kann sich das Team von Bogdan Tanjevic jederzeit in einen Rausch spielen.

Amerikaner sind der Favorit

Aufgrund der individuellen Klasse der USA wäre alles andere als ein Sieg über Litauen eine Überraschung.

Gerade Kevin Durant, der sich trotz einer Spielzeit von rund 25 Minuten unter den fünf besten Scorern des Turniers befindet, wird die Hintermannschaft der Litauer vor eine nahezu unlösbare Aufgabe stellen.

In Sachen Athletik befinden sich die Amerikaner ohnehin in einer eigenen Liga.

Allerdings gleicht das Team von Mike Krzyzewski immer noch eher einer Ansammlung von Einzelkönnern als einer eingespielten Mannschaft. Russland hat im Viertelfinale zumindest eine Halbzeit lang vorgeführt, wie den NBA-Stars mit hartnäckiger Verteidigung und geduldigem Spielaufbau beizukommen ist.

Mit Defense und Dreiern

Gerade darin besteht die Chance der immer noch ungeschlagenen Litauer, die genauso wie die Türken erstmals in einem WM-Halbfinale stehen.

Im Viertelfinale gegen Argentinien demonstrierten das Team von Kestutis Kemzura über drei Viertel perfektes Mannschaftsspiel und Verteidigung auf höchstem Niveau.

"Der Grund, warum wir im Halbfinale stehen, ist die gute Chemie in unserem Team", sagte Martynus Pocius, ehemaliger Guard der Duke Universität, vor dem Treffen mit seinem ehemaligen Coach.

In einem WM-Vorbereitungsspiel hielten die Litauer die Amerikaner im ersten Viertel bei gerade mal sieben Punkten - das Spiel ging dann allerdings mit 66:71 verloren.

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