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Die Starter Odom, Billups, Durant (v. l.) spielten jeweils über 27 Minuten, Rose nur 12 © getty

Die Amerikaner stehen erstmals seit 1994 wieder im WM-Finale. Kevin Durant zieht den Litauern bereits vor der Pause den Zahn.

Von Michael Spandern

München - Dank einer Galavorstellung von Kevin Durant und konsequenter Verteidigung haben die USA erstmals seit 1994 wieder ein WM-Finale erreicht, wo sie auf den Serbien-Bezwinger Türkei treffen (So., 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) .

Das NBA-Dutzend setzte sich im Sinan Erdem Dome von Istanbul souverän mit 89:74 (42:27) gegen Litauen, das erstmals im WM-Halbfinale stand, durch.

Durant zog den Balten bereits in der ersten Spielhälfte mit 24 Punkten den Zahn. Am Ende hatte er mit 38 Punkten so viele wie bisher keiner bei diesem Turnier und übertraf zum Carmelo Anthony, der 2006 mit 35 Punkten gegen Italien die meisten Punkte in einem WM-Spiel für die USA markiert hatte.

"Ich bin einfach froh, dass wir gewonnen haben", sagte Durant "Fiba.com" und erinnerte an die Terroranschläge vor genau neun Jahren: "An diesem Datum im Ausland für unser Land zu spielen war eine Ehre und ein Segen."

Die Litauer trafen vor der Halbzeit nur jeden vierten Wurf. Ihr Topscorer war mit 15 Zählern Robertas Javtokas, NBA-Rückkehrer Linas Kleiza enttäuschte hingegen und verwarf zehn seiner elf Würfe.

Drei Fehlschläge, dann Durant

Die USA scheiterten mit ihren ersten drei Angriffen, bevor Durant mit selbst erarbeiteten Würfen auf 2:4 und 5:6 verkürzte. Lamar Odom brachte das Team von Mike Krzyzewski dann erstmals in Front.

Die Amerikaner stahlen mit flinken Fingern einige Bälle, und vorne ging alles über Durant. Der NBA-Topscorer hatte nach acht Minuten beim 21:11 bereits 17 Zähler auf seinem Konto. (SERVICE: Die WM-Statistiken)

Anders als im Viertelfinale, als die Litauer ihre ersten acht Dreierversuche verwandelten, trafen sie diesmal nur einen ihrer ersten sechs und lagen nach fünf Ballverlusten im ersten Viertel 12:23 zurück.

Westbrook rupft Kalnietis weg

Nach Litauens zweitem Dreier schickte Coach K wieder seine erste Fünf - Durant, Odom, Spielmacher Chauncey Billups, Derrick Rose und Andre Igoudala - aufs Feld.

Und Igoudala stopfte den Ball trotz Fouls von Martynas Pocius zum 31: 17 durch den Ring. Doch Pocius, einst an der Duke-Universität Schützling von Krzyzewski, verkürzte kurz danach mit seinem dritten Dreier auf 23:31.

Russel Westbrook verschaffte dem Team USA mit einem spektakulären Blocked Shot gegen Mantas Kalnietis wieder Respekt - und punktete nach einem Offensiv-Rebound zum 39:25. Durant legte aus der Distanz seine Punkte 22, 23 und 24 nach.

[kaltura id="0_u1qoft7v" class="full_size" title="Durant trumpft gro auf"]

Gordon patzt beim Dunking

Die Litauer eröffneten das dritte Viertel zwar mit einem Dreier, aber der sehr engagierte Center Odom (13 Punkte, zehn Rebounds, drei Blocked Shots) wies hinten Pocius' Wurf ab und vollendete vorne ein Drei-Punkt-Spiel.

Doch die USA brachten den Europameister von 2003 noch mal ins Spiel, als Eric Gordon unbedrängt einen Dunking verpatzte. Im Gegenzug traf Kalnietis von außen zum 40:50.

Odom und Durant rückten die Verhältnisse aber wieder zugunsten der Amerikaner, die weiterhin viele Turnover des Gegners erzwangen, zurecht. Kevin Love besorgte mit Freiwürfen die höchste Führung (59:40).

Litauen setzt auf die Dreier

Binnen zweieinhalb Minuten kämpften sich die Litauer, vor allem durch acht Punkte des Reservisten Tomas Delininkaitis, auf 53:63 heran, bevor Love auf der Gegenseite die letzten Korb vor dem Schlussviertel erzielte.

Gleich viermal vergab der Underdog, der sich zunehmend auf Distanzwürfe verließ, die Gelegenheit, den Rückstand auf unter zehn Punkte zu drücken.

Auch das NBA-Dutzend hatte seinen Rhythmus verloren, holte sich jedoch durch Offensiv-Rebounds einige zweite Chancen.

Durant macht den Deckel auf

Javtokas setzte noch mal ein Signal mit seinem Slam Dunk zum 64:75, doch Durant, der auch neun Rebounds sammelte, hatte die Antwort.

Zunächst traf der Small Forward der Oklahoma City Thunder aus der Halbdistanz, dann versenkte er einen Dreier über Pocius zum 82:64. 44 Sekunden vor Schluss wurde Durant unter Standing Ovations der 15.000 Zuschauer ausgewechselt.

"Wir spielen zusammen, einer für alle, alle für einen", stellte Durant fest. "Niemand ist besser als der andere, es gibt keinen Eigensinn, und das ist die Hauptsache."

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