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Die USA standen zuletzt 1994 in Toronto in einem WM-Finale © FIBA

Kein Happy End für die Türkei: Der NBA-Topscorer ist auch im WM-Finale nicht zu stoppen. Türkoglu hält trotz Blessur dagegen.

Von Michael Spandern

München - Die USA haben ihren vierten Weltmeister-Titel geholt. Angeführt von Kevin Durant, der auch zum MVP des Turniers gewählt wurde, bezwang das NBA-Dutzend im Finale Gastgeber Türkei souverän mit 81:64 (42:32).

NBA-Topscorer überragte wie bereits beim Halbfinal-Sieg gegen die Litauer, erzielte seine 28 Punkte in den ersten drei Vierteln. Lamar Odom verbuchte mit 15 Punkten und elf Rebounds ein Double-Double.

Die Türken agierten 24 Stunden nach dem 83:82-Thriller gegen Serbien nur in den ersten zehn Minuten auf Augenhöhe, ließen sich aber von der engagierten Defensive des Teams von Trainer Mike Krzyzewski den Schneid abkaufen. Ihr bester Mann war trotz Behandlungspause Phoenix-Neuverpflichtung Hidayet Türkoglu (16 Punkte, sieben Rebounds).

Türkoglu bringt Türken nach vorn

Derrick Rose erzielte mit einem Korbleger über Ömer Asik die ersten Punkte der Partie, auch Durant versenkte seine ersten drei Würfe, darunter ein Dreier nach Rückwärts-Dribbling.

Die Türken attackierten den Korb und holten einige Freiwürfe heraus. Ömer Onan hatte im Fast-Break die Chance zum 11:12, setzte den Korbleger aber zu hart an. (SERVICE: Die WM-Statistiken)

Dafür bestrafte Türkoglu die Umstellung der USA auf Raumdeckung mit dem ersten türkischen Dreier - und legte nach sechs Minuten aus der Ecke einen weiteren zum 15:14 nach. Die Gastgeber lagen erstmals vorn.

Durant auch defensiv eine Macht

Nach einem Gerangel zwischen Mavericks-Center Tyson Chandler und Türkoglu kochte der proppevolle Sinan Erdem Dome endgültig.

Lamar Odom ließ sich zunächst abblocken, vertändelte dann den Ball. Aber Durant war mit einem Dreier aus acht Metern zur Stelle.

Hinten räumte Durant einen Korbleger von Onan und einen Dreier von Ersan Ilyasova ab, dazwischen traf Stephen Curry aus der Distanz zum 20:17 für die USA. Zwei verwandelte Freiwürfe von Russel Westbrook beendeten das erste Viertel.

Elf USA-Punkte in Folge

Türkoglu, der sich nach einem Schlag aufs Knie hatte behandeln lassen, kehrte mit einer Manschette zumindest in die Halle zurück.

Doch Westbrook legte einen Layup und einen Freiwurf nach. Mit einem 11:0-Lauf zum 25:17 hatten die Amerikaner das Heft an sich gerissen.

Da Rudy Gay Kerem Tunceri beim Korbleger mit dem Unterarm im Gesicht traf, kochten die Emotionen erneut hoch. Die Türken verpassten es, näher heranzukommen, auch weil Andre Igoudala den 2,13-Meter-Mann Asik beim Dunking blockte.

Durants Doppelschlag nach der Halbzeit

Durch einen Dreier von Durant gerieten die Türken Mitte des zweiten Viertels erstmals zweistellig in Rückstand. Türkoglu meldete sich per Dreier zurück, aber Durant versenkte zwei weitere Würfe.

Semih Erden stopfte spektakulär zum 28:36. Oguz Savas allerdings ließ zwei gute Gelegenheiten aus, die Türken näher heranzubringen.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte das Team von Bogdan Tanjevic erhebliche Probleme, überhaupt zum Abschluss zu kommen. Durant nicht: Sein sechster und siebter Dreier bedeuteten nach 22 Minuten das 48:32. Und der Außenspieler der Oklahoma City Thunder hatte bereits 26 Punkte auf dem Konto.

Ilyasova neben der Spur

Trotz zunehmender Rebound-Unterlegenheit gaben sich die Türken nicht auf und schöpften nach zwei Dreiern von Ender Arslan wieder Hoffnung. Der Rückstand war auf 41:52 geschrumpft.

Gay und Westbrook vergrößerten den Abstand aber prompt wieder auf 16 Zähler.

Milwaukee-Bucks-Starter Ilyasova, der nur zwei seiner neun Würfe aus dem Feld traf, scheiterte kurz vor Ende des Abschnitts deutlich mit einem unvorbereitetem Dreier, sodass die Gastgeber mit einem 48:61-Rückstand ins Schlussviertel gingen.

Fans feiern trotzdem lautstark

Nach zwei einfachen Körben von Rose und einem Odom-Dreier mit Ablauf der Uhr war die Luft raus aus dem Finale.

Dennoch feierten die Fans den größten Erfolg der türkischen Basketball-Geschichte mit minutenlangen Gesängen.

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