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Im WM-Finale schlugen die USA um Superstar Kevin Durant (l.) die Türkei © imago

Mit wilder Geste antwortet der NBA-Star den Kritikern in den USA. Den Coach bewegt der Triumph seines "unkonventionellen Teams".

Istanbul - Als Superstar Kevin Durant mit sicherer Hand einen weiteren Dreier im Korb versenkt hatte, stellte er sich laut brüllend den 15.000 fanatischen türkischen Fans entgegen und schlug sich wie ein Berserker mit den Fäusten auf die Brust.

"Ich habe jeden wissen lassen, wer wir sind", sagte der NBA-Profi im Anschluss des WM-Finales im Sinan Erdem Dome von Istanbul.

Was zunächst wie eine Provokation der gegnerischen Fans daherkam, entpuppte sich später als Kritik an seinen eigenen Landsleuten.

Durant, der im Laufe des Turniers mit exzellenten Leistungen geglänzt hatte, war beim 81:64-Endspiel-Sieg gegen die Gastgeber einmal mehr bester Mann auf dem Parkett und steuerte zum ersten WM-Titel der USA seit 16 Jahren 28 Punkte bei.

Heimat-Kritik spornt Durant nur an

Besonders inspiriert hatten den 21-Jährigen von Oklahoma City Thunder kritische Töne aus der Heimat: "Dass wir als B-Team bezeichnet worden sind, war eine riesige Motivation für uns." (280562DIASHOW: Bildes des Finales)

Die extrem junge Auswahl der Basketball-Großmacht, mit sechs Spielern die 22 oder jünger sind, war ohne Superstars wie Kobe Bryant und LeBron James in die Türkei gereist.

Insgesamt zwölf Spieler fehlten aus der Mannschaft, die bei den Olympischen Spielen in Peking die Goldmedaille gewonnen hatte. (SERVICE: Die WM-Statistiken)

"Unkonventionelles Team"

Kurz vor dem Turnier war auch noch Schlüsselspieler Amar'e Stoudemire von den New York Knicks ausgefallen.

[kaltura id="0_mdt5ik8o" class="full_size" title="Die USA sind Weltmeister"]

Man sei ein "unkonventionelles Team geworden", hatte US-Trainer Mike Krzyzewski dazu gesagt.

Angeführt von Durant, der zum MVP des Turniers gewählt wurde, blieben die "jungen Wilden" im gesamten Turnierverlauf ungeschlagen und setzten sich im Hexenkessel von Istanbul die Krone auf.

Krzyzewski gerührt

"Wir wussten, dass wir gewinnen können. Wir fühlten nur, dass es schwerer werden würde. Die Spieler haben hart gearbeitet und sind dafür belohnt worden", sagte der sichtlich bewegte Coach der Amerikaner.

Bei Forward Durant wurde deutlich, wie sehr ihn das mangelnde Vertrauen der erfolgsverwönhten Fans in den USA gekränkt hatte: "Es ist ein tolles Gefühl, mit der Goldmedaille nach Hause zu kommen."

Und weiter: "Wir wollten es unbedingt allen beweisen, die nicht an uns geglaubt haben, speziell denen in den USA."

Unterlegene Türkei stolz

Stolz auf ihre Leistung waren letztlich auch die Türken, die nach der Niederlage gegen einen athletisch und individuell überlegenen Gegner mit Applaus aus der Halle verabschiedet wurden.

Er sei glücklich, versicherte der türkische Kapitän Hedo Turkoglu: "Vor dem Turnier hat niemand geglaubt, dass wir so weit kommen würden. Es war eine Ehre, in dieser Mannschaft zu spielen."

Die USA hätten ein großartiges Spiel gemacht, so Turkoglu, der in der NBA für die Phoenix Suns aufläuft. Mehr sei dazu nicht zu sagen.

Bestes WM-Abschneiden

Der Türkei blieb mit der Silbermedaille immerhin das beste Ergebnis ihrer WM-Geschichte.

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