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Julius Brink und sein Partner Jonas Reckermann sind die Nr. 1 der Weltrangliste © getty

Beachvolleyballer Julius Brink empört sich über mangelnde Popularität. Die Nr. 1 der Weltrangliste nennt er eine Momentaufnahme.

Moskau - Erst Weltmeister, jetzt Weltranglisten-Erster - und kaum einer kriegt es mit ("Einfach Wahnsinn" - Brink/Reckermann sind die Nr. 1).

Beachvolleyballer Julius Brink bezeichnet es als "ziemlich ungerecht, wenn Sender und Tageszeitungen lieber das Fußball-Sommerloch mit Doping und Zirkussport füllen, anstatt auf sauberen Sport umzustellen".

WM und zwei Grand Slams

Binnen zwei Wochen haben Brink und Jonas Reckermann als erstes europäisches Team WM-Gold und anschließend gleich noch zwei Grand-Slam-Titel gewonnen (Brink und Reckermann sind Weltmeister).

Der Triumph am Sonntag in Moskau brachte sie auch auf dem Papier erstmals an die Spitze der Weltrangliste (Beach-Weltmeister feiern nächsten Triumph).

Schub für die Sportart

Trotzdem spielen die Tour de France, die Doping-Diskussion um Claudia Pechstein oder eines der vielen Blitzturniere im Fußball in der Öffentlichkeit weiter die erste Geige.

Immerhin haben es Brink/Reckermann schon in einige TV-Sendungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten geschafft, an einem Besuch im ZDF-Sportstudio wird gebastelt.

Das ist schon viel für eine Trendsportart, die auf einen perfekten Mix aus Sonne, Sand, Sport und Sex Appeal aufbaut. Julius Brink spürt zumindest Dankbarkeit von den Fans: "Ich denke, wir geben der Sportart einen großen Schub."

"Bisschen unheimlich"

Seit der Niederlage am 31. Mai im polnischen Myslowitz sind Brink/Reckermann auf der Welttour ungeschlagen und haben mit 22 Siegen in Folge allein bei Turnieren des Weltverbandes FIVB die zehn Jahre alte Bestmarke der Brasilianer Emaneul/Loiola eingestellt.

Reckermann findet das unglaublich, zumal er und sein Partner erst vor der Saison zusammengefunden haben: "Manchmal wird uns das alles ein bisschen unheimlich."

Das alles ist aber kein Grund zum Abheben. Brink zum Beispiel nennt Weltranglistenplatz eins eine Momentaufnahme, die "mir wenig gibt".

Freude über freien Tag

Stattdessen freute er sich nach dem Triumph von Moskau und vor dem am Mittwoch beginnenden Grand-Slam-Turnier in Marseille über einen freien Tag mit seiner Freundin in Nizza ("Mehr brauche ich nicht").

Und macht sich Gedanken darüber, wer das Originalschwert aus Stavanger für den WM-Titel bekommt: "Bei mir ist eine mittelgroße Familienkrise ausgebrochen, Vater und Bruder wollen das Schwert des Weltmeisters."

Keine Gnade beim Falschparken

Über 200.000 Dollar haben Brink/Reckermann in diesem Sommer schon verdient, aber sie haben keine besonderen Wünsche.

"Ich werde mir eine Couch gönnen, und Jonas wird sich eine Jahreskarte von Bayer Leverkusen kaufen", sagt Brink.

Selbst in ihrer Heimat ist die Nachricht von ihrer unglaublichen Erfolgsserie noch nicht so recht angekommen. Brink: "In Leverkusen muss ich für Falschparken immer noch bezahlen. Olli Kahn und Günter Netzer ging es da besser. "

Und deshalb "bleibt einem nichts mehr übrig, als in der kommenden Woche wieder auf sich aufmerksam zu machen".

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