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Stephanie Pohl (li.) und Okka Rau siegen als erstes deutsches Damen Duo in der Weltserie © Playboy

Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele sicherten sich Stephanie Pohl und Okka Rau als erstes deutsches Frauenduo den Sieg bei einem Weltserienturnier.

Leipzig/Marseille - Sie reckten die Arme in den blauen Himmel von Marseille, dann fielen sie sich um den Hals: Die Beachvolleyballerinnen Stephanie Pohl/Okka Rau haben als erstes deutsches Frauen-Team ein Weltserienturnier gewonnen. 19 Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele besiegten die Hamburgerinnen im Finale das brasilianische Duo Antonelli/Leoa mit 2:1 (21:17, 20: 22, 15:9) und kassierten das Rekordpreisgeld von 28.000 Dollar.

"Das bedeutet uns unglaublich viel, zumal wir es nicht erwartet haben", erklärte die 31 Jahre alte Okka Rau: "Ich habe immer gesagt, dass ich nicht aufhöre, bevor ich nicht einmal ein Finale gespielt habe. Aber nach diesem Erlebnis möchte ich überhaupt nicht ans Aufhören denken."

Olympia-Qualifikation perfekt

Nachdem sie im Turnierverlauf schon die Olympia-Qualifikation perfekt gemacht hatten, spielte das deutsche Team wie befreit, nutzte die Abwesenheit einiger Topteams gnadenlos aus und feierte sieben Siege in Folge.

"Wir waren zwar völlig erschöpft, aber auch völlig relaxt. Wir konnten nicht einmal mehr zum Aufschlag abspringen, aber hatten immerhin genügend Energie für Block und Abwehr", meinte Pohl (30) grinsend: "Jetzt kann Olympia kommen." Dort gehören sie jetzt zu den Medaillenkandidaten.

Starke Abwehr

Insgesamt sechsmal hatten deutsche Frauen-Teams zuvor ein Weltserien-Finale erreicht, dort aber jeweils verloren. Zuletzt scheiterten 2007 in Espinho die zweiten deutschen Olympia-Starter Sara Goller/Laura Ludwig, davor Danja Müsch fünfmal (zweimal mit Maike Friedrichsen, zweimal mit Susanne Lahme, zweimal mit Beate Bühler).

Pohl/Rau machten es in Marseille vor allem dank phantastischer Abwehrreaktionen besser, obwohl sie es nach einer 17: 13-Führung im zweiten Satz noch einmal unnötig spannend machten.

Matysik/Uhmann auf Platz drei

Die größten Erfolge des Duos waren bisher der EM-Titel 2003 und zwei dritte Plätze bei den Weltserienturnieren von Mailand (2005) und Klagenfurt (2006).

Das überragende deutsche Wochenende komplettierten bei den Männern die europäischen Ranglistenersten Kay Matysik/Michael Uhmann mit Platz drei als größtem internationalen Erfolg. Im Bronze-Spiel besiegten sie die an zwei gesetzten Brasilianer Harley/Pedro mit 2:1 (16:21, 21:17, 16:14). Als Lohn gab es 14.000 Dollar Preisgeld.

Claasen/Röder unterliegen im Spiel um Platz drei

Helke Claasen/Antje Röder (Berlin), die im Halbfinale trotz einer 11:9-Führung im entscheidenden Satz mit 1:2-Sätzen gegen Antonelli/Leao verloren hatten, belegten Platz vier. Im "kleinen Finale" unterlagen sie mit 0:2 (17:21,23:25) gegen Maria Clara/Carol. Das nicht für Olympia qualifizierte deutsche Team kann sich mit dem besten Resultat seiner Karriere und 10.500 Dollar trösten.

Pohl/Rau reisen mit dem historischen Sieg im Gepäck als viertes deutsches Team nach Julius Brink/Christoph Dieckmann (Berlin), David Klemperer/Eric Koreng (Hildesheim/Essen) und Sara Goller/Laura Ludwig (Berlin) nach Peking.

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