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Julius Brink (l.) und Jonas Reckermann holten 2009 den WM-Titel © getty

Das Duo Reckermann/Brink setzt alles daran, um beim Saisonauftakt topfit zu sein, inklusive Vorbereitung unter der Erde.

Berlin - Sie kommen aus den Tiefen der Erde und wollen wieder auf den Thron der Weltserie.

850 Meter unter der Erde haben sich Jonas Reckermann und Julius Brink bei drückender Hitze auf den Saisonauftakt am Donnerstag in Brasilia eingestimmt.

Dem Höhlentraining soll für die Weltmeister der erneute Höhenflug folgen.

"Zufriedenheit ist der Tod des sportlichen Erfolges. Wenn du dich weiter entwickeln möchtest, handele außergewöhnlich", sagt Reckermann.

Der Riese mit dem feuerroten Haar meint solche Sätze durchaus ernst.

Neue Reize

Mit seinem Partner Julius Brink wollte er nach der erfolgreichen Saison 2009 wieder neue psychologische Reize setzen.

Natürlich liegt da der Weg weg vom Strand nahe. Doch wohin? Auf dem Land droht Langeweile, in Millionenstädten die Reizüberflutung.

Und auf schneebedeckten Bergen lässt es sich schlecht trainieren. Brink und Reckermann blieb nur eine Option: Die Beach Boys mussten in die Tiefe.

Trainingscourt in 420 Metern Tiefe

Mit Hilfe des Hauptsponsors Red Bull fand das Duo den neuen Reiz im thüringischen Dorf Merkers.

In einem früheren Kalisalzwerk bauten sie ihren Trainingscourt in 420 Metern Tiefe auf, 850 Meter unter der Erde richteten sie sich ihren Kraftraum ein.

Für den außergewöhnlichsten Court der Welt wurden 70 Tonnen Sand herangekarrt.

"Das ist ein mythischer Ort"

In einem engen Förderschacht sausten Brink und Reckermann mit acht Metern pro Sekunde dem Erdmittelpunkt und ihrem Höhlentraining entgegen.

"Dass man sich unter Tage befindet, kann man nicht ausblenden. Das ist ein mythischer Ort", sagt Reckermann.

Das Ballholen dauerte allerdings immer ein wenig. Missriet ein Schmetterball, verschwand er in der Finsterniss des Stollens.

Nie für möglich gehaltene Erfolge

Die Schinderei unter Tage setzte neue Reize, und nebenbei war es auch eine ideale Vorbereitung auf das brasilianische Klima.

Auf dem Court herrschten Temperaturen um die 30 Grad Celsius, im Kraftraum war es noch fünf Grad wärmer.

Es ist wohl vor allem dieser einmalige Ehrgeiz, der Reckermann und Brink zu für Europäer nie für möglich gehaltenen Erfolgen an den Stränden dieser Welt geführt hat.

Große Ziele

Im vergangenen Jahr holte das für Leverkusen und Köln startende Duo den WM-Titel, am Ende des Jahres standen die beiden Hünen als erste Europäer an der Spitze der Weltrangliste.

Und die deutschen Beach Boys haben große Ziele. Im August wollen sie in Berlin die EM gewinnen, und 2011 soll der WM-Titel erfolgreich verteidigt werden.

Die Karriere soll ihren Höhepunkt 2012 erreichen. Dann wird in London Olympia-Gold vergeben.

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