vergrößernverkleinern
Julius Brink und Jonas Reckermann (l.) spielen seit 2009 zusammen © getty

Die genesenen Weltmeister sind in Berlin Favorit auf den ersten gemeinsamen EM-Titel. Goller plus Ludwig wollen die Krone zurück.

Berlin - Die Weltmeister Julius Brink und Jonas Reckermann wollen sich endlich die europäische Krone aufsetzen, Sara Goller und Laura Ludwig die Heim-EM zu goldenen Beachvolleyball-Festspielen werden lassen.

Im "Sandkasten" am Berliner Ostbahnhof schlagen ab Mittwoch zehn deutsche Duos im Kampf um den EM-Titel auf, die Top-Favoriten haben dabei ein echtes Heimspiel.

"Für mich sind Brink und Reckermann bei der EM die klaren Favoriten", sagt Bundestrainer Jörg Ahmann. Brink, der mit Reckermann seit dieser Saison für den VC Olympia Berlin spielt, meint: "Es wäre für mich ein Traum, vor eigenem Publikum Europameister zu werden."

Teilnahme lange am seidenen Faden

Europameister waren die beiden Superstars der Szene bereits, allerdings mit anderen Partnern. Reckermann 2002 sowie 2004 mit Markus Dieckmann und Brink 2006 mit dessen Zwillingsbruder Christoph.

Die gemeinsame Krönung zu Europas Beachvolleyball-Königen fehlt dem Duo noch. In der sensationellen Saison 2009 reichte es wegen einer Verletzung nur zu Platz vier.

Dabei hing die Teilnahme in Berlin lange am seidenen Faden. Sechs Wochen setzten die WM-Champions von 2009 aus, um einen Meniskusschaden (Reckermann) und einen Innenbandriss (Julius Brink) auszukurieren.

"Auf diesen Höhepunkt hingearbeitet"

Am vergangenen Wochenende feierten sie mit Platz zwei beim Weltserienturnier in Polen ein starkes Comeback, nur die US-Olympiasieger Todd Rogers/Phil Dallhauser waren nicht zu schlagen.

Die Heim-EM, sagt Reckermann, sei ihr Saison-Highlight: "Wir haben immer auf diesen Höhepunkt hingearbeitet, das war für uns vor allem während der Reha ein besonderer Anreiz."

Am Sonntag wollen Brink/Reckermann Nachfolger der Niederländer Reinder Nummerdor/Richard Schuil werden. Gute Aussichten auf eine Medaille hat auch das zweite deutsche Top-Duo David Klemperer/Eric Koreng (Hamburg).

"Wir wollen die Krone zurückholen"

Die Berlinerinnen Goller und Ludwig waren bereits vor zwei Jahren Europameisterinnen. Im vergangenen Jahr blieb bei der EM in Sotschi trotz dreier Matchbälle im Finale nur Platz zwei, der Titel ging an Inguna Minusa/Inese Jursone aus Lettland. "Wir wollen uns die Krone zurückholen", sagt Ludwig.

Katrin Holtwick und Ilka Semmler peilen ebenfalls eine Medaille an. Die Berlinerinnen gehen immerhin als Nummer zwei der Setzliste in das Turnier.

"Die Spitze in Europa ist dichter zusammengerückt. Da wird es nicht einfach, das Halbfinale zu erreichen", sagt Semmler.

Streit um ausstehende Preisgelder

Dass die deutschen Stars bei der EM im eigenen Land überhaupt starten, war lange Zeit fraglich. Ein Streit zwischen dem europäischen Verband und dem Vermarkter GSM um ausstehende Preisgelder von der EM 2009 gefährdete das Turnier. Allein die deutschen Spieler warteten noch auf über 20.000 Euro.

Mittlerweile ist ein Teil des Geldes geflossen, die Beach-Duos verzichteten auf den angedrohten Boykott. "Sie sind soweit zufrieden, dass sie antreten", sagt Ahmann: "Aber sie sind immer noch sauer wegen der Art und Weise, wie das Ganze gelaufen ist."

Die Preisgelder des Berliner Turniers sind dagegen gesichert. Verbandspräsident Werner von Moltke erklärte auf der Abschlusspressekonferenz, dass es keine Probleme geben und er sich zudem dafür einsetzen werde, dass das Preisgeld des Vorjahres komplett an die Athleten fließe.

Die deutschen Teams bei der Beach-EM im Überblick

Frauen: Sara Goller/Laura Ludwig (Berlin), Katrin Holtwick/Ilka Semmler (Essen), Jana Köhler/Julia Sude (Hamburg/Friedrichshafen), Stefanie Hüttermann/Anni Schumacher (Dresden), Frederike Fischer/Julia Großner (Berlin)

Männer: Julius Brink/Jonas Reckermann (Köln/Leverkusen), David Klemperer/Eric Koreng (Hamburg), Sebastian Dollinger/Stefan Windscheif (Hamburg), Alexander Walkenhorst/Kay Matysik (Wuppertal/Berlin), Thomas Kaczmarek/Stefan Schneider (Rottenburg)

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel