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Sara Goller und Laura Ludwig wurden in den Jahren 2008 und 2010 Europameister © getty

Die Konkurrenz für Goller/Ludwig wächst: Vor allem zwei "Strandnixen" rücken gefährlich nahe. Es geht um die Olympia-Tickets.

Rom - Voller Wut knallte Laura Ludwig ihre Wasserflasche in den Sand des Centre Courts.

Der Frust über das erneute Scheitern in einem WM-Achtelfinale (LIVE im TV auf SPORT1+) musste einfach raus. "Es ist halt ärgerlich", sagt Ludwig.

Enttäuschung pur - auch weil das frühe Aus gegen die US-Girls Misty May-Treanor/Kerri Walsh wichtige Punkte in der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 kostet.

"Wir sehen uns nicht als gesetzt für Olympia. Wir denken, dass wir es schaffen, aber es wird hart", sagt Goller kämpferisch.

Druck nimmt zu

Das deutsche Vorzeigepaar der vergangenen Jahre spürt den Druck der Herausforderinnnen.

"Alle Teams werden stärker", sagt Goller. Vor allem die im eigenen Land. Um die zwei deutschen Olympia-Tickets für London entwickelt sich immer mehr ein Dreikampf.

Die Konkurrenz mit Kathrin Holtwick/Ilka Semmler (Essen) und Jana Köhler/Julia Sude (Hamburg) ist gefährlich nahe gerückt.

Konkurrenz durch "Strandnixen"

Allen voran die "Strandnixen" Holtwick und Semmler, die sich mit Aktfoto-Aufnahmen für ein Fitness-Magazin und Auftritten bei Stefan Raabs Turmspringen und der Wok-WM gezielt in der Öffentlichkeit positionieren.

"Wir haben letzte Woche gezeigt, was möglich ist", sagt Holtwick und meint die Finalteilnahme beim Grand Slam in Peking. "Auch die, die in der Weltrangliste weiter hinten stehen, können weit kommen."

Überraschungs-Duo träumt von Olympia

In das Olympia-Ranking des Internationalen Volleyball-Verbands FIVB fließen die zwölf besten Turnierergebnisse im Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis 17. Juni 2012 ein.

Diese Liste entscheidet über die Teilnahme an den Spielen in London. Die besten 16 Teams qualifizieren sich direkt, jedoch nur zwei pro Nation.

Dazu möchte auch das Überraschungsduo von Rom, Köhler/Sude, gehören. Die deutschen Meisterinnen schnitten aus dem deutschen Trio mit Platz fünf bei der WM am besten ab - und holten mit 600 Punkten auch die meisten Weltranglistenzähler.

"Wir sind jetzt wer in Deutschland", meint Köhler selbstbewusst. Zumindest eine dritte Kraft, die sich an die Vize-Europameisterinnen Holtwick/Semmler herangepirscht hat.

Selbstbewusstsein intakt

Eine Entwicklung, die auch den Bundestrainer freut. "Sude und Köhler haben hervorragend gespielt", sagt Jörg Ahmann, der vor allem Goller und Ludwig mehr zugetraut hatte.

"Bei ihnen war einfach das Problem, dass sie nicht in den Rhythmus gefunden haben."

Das Selbstbewusstsein der Europameisterinnen aus Berlin hat trotz der Enttäuschung nicht gelitten.

"Wenn wir unsere Leistung bringen und hart arbeiten, dann qualifizieren wir uns auch", sagt Goller.

Kein Zickenkrieg

Zwei Tickets für drei Bewerberinnen, von Zickenkrieg kann jedoch keine Rede sein.

"Das ist nicht mein Stil", sagt Köhler. Die anderen DVV-Frauen sehen das ähnlich, Kampfansagen oder Sticheleien in Richtung der Konkurrentinnen gab es in Rom keine.

"Wer sich bei der Tour durchsetzt, hat es verdient. Im Endeffekt geht es darum, dass sich Deutschland gut präsentiert", sagt Köhler.

Am 17. Juni 2012 wird abgerechnet - etwas mehr als einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele.

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