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Sebastian Fuchs (r.) löst Jonas Reckermann als Partner von Julius Brink ab © imago

Der Olympiasieger bestreitet in China erstmals mit Sebastian Fuchs ein World-Tour-Turnier - und glaubt weiter an den Erfolg.

Fuzhou - Für Julius Brink und Sebastian Fuchs wird es ernst.

Im fernen Fuzhou/China startet Beachvolleyball-Olympiasieger Brink mit seinem neuen Partner in die neue World-Tour-Saison.

Nach intensiven Trainingseinheiten in Kapstadt, auf Fuerteventura und in Köln kommt es gegen die versammelte Weltspitze endlich zur ersten Standortbestimmung.

"Man träumt natürlich immer, dass man sich sportlich mit den Besten messen kann. Und wenn man dann plötzlich den Besten der Welt der letzten vier Jahre an die Seite gestellt bekommt, ist das eine super Chance", sagte Fuchs.

Fuchs ist überwältigt

Rund drei Monate nach dem Karriereende seines Vorgängers Jonas Reckermann ist der Neue noch immer überwältigt.

Das Projekt Brink/Fuchs ist langfristig angelegt, die ersten Turniere auf internationaler Ebene sind nur winzige Steinchen in einem Mosaik, das sich erst 2016 in Rio de Janeiro zu einem großen Ganzen fügen soll.

"Ich habe Sebastian deswegen ausgewählt und möchte die nächsten Jahre mit ihm spielen", sagt Brink. Der ehemalige Partner hält viel von seinem Nachfolger: "Sehr gute Wahl, die Julius da getroffen hat. Sebastian ist sicherlich der Spieler in Deutschland mit dem größten Potenzial."

Keine konkreten Ziele

Die Ziele drücken sich bei den beiden zumindest für diese Saison weder in Platzierungen noch in Finalteilnahmen aus.

"Wir wollen sportlich natürlich immer nach ganz oben. Wenn wir es so oft wie möglich schaffen, unsere Leistungen aus den Trainingseinheiten umzusetzen, sind wir auf einem guten Weg und dann werden die Erfolge auch kommen", glaubt Fuchs.

Lob kassiert der gebürtige Eckernförder besonders für seine Athletik, mit der er auch Brink überzeugte. Schon Reckermann brachte mit 2,01 m Gardemaß als Blockspieler in den Sand, Fuchs ist noch einen Zentimeter größer.

"Er braucht ein bisschen Zeit"

Vor zehn Jahren begann der Wahl-Kölner mit dem Beachvolleyball, große internationale Erfahrung sammelte er noch nicht. Was kein Handicap sein muss, findet Vorgänger Reckermann: "Da kann man auch noch einiges erwarten. Er braucht sicherlich ein bisschen Zeit, bis er konstant auf dem Weltklasseniveau spielen kann."

Brink ist überzeugt, dass er an der Seite von Fuchs weitere Erfolge feiern wird: "Es ist im Beachvolleyball meistens so, dass sich eine Karriere aus mehreren Zyklen zusammensetzt, in denen man mit verschiedenen Partnern versucht, erfolgreich zu spielen. Das ist mir bisher gut gelungen und das kriege ich auch mit Sebastian hin."

Der Grundstein dafür ist gelegt, Fuchs fügte sich ins professionelle Umfeld seines Partners perfekt ein, verlagerte seinen Lebensmittelpunkt nach Köln und arbeitet hart. "Ich bringe schon die physischen Voraussetzungen mit, die man sich nicht antrainieren kann. Den Rest kann man sich hoffentlich durch viel Fleiß erarbeiten".

Training in Köln

Der Wille, sich zu quälen, ging Fuchs zwischenzeitlich auch schon mal verloren, doch das ist Schnee von gestern. Seit November ist er schon Teil der Kölner Trainingsgruppe um Brink, jederzeit bereit, "Vollgas zu geben".

In Fuzhou kann er erstmals den Ernstfall proben. Brink/Fuchs sind als drittes deutsches Duo an Rang 16 gesetzt, vor ihnen stehen noch die deutschen Meister Jonathan Erdmann/Kay Matysik (Berlin/Nr. 8) und Sebastian Dollinger/Stefan Windscheif (Hamburg/13).

Bei den Frauen wagt Laura Ludwig nach dem Rücktritt ihrer langjährigen Partnerin Sara Goller mit Kira Walkenhorst (Hamburg) in Fuzhou einen Neustart. Die deutschen Meister Katrin Holtwick/Ilka Semmler (Essen) und Karla Borger/Britta Büthe (Stuttgart) sind ebenfalls direkt für das Hauptfeld qualifiziert.

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