Weniger als einen Monat vor den Europameisterschaften in Berlin (11. bis 15. August) ist die Vorfreude der Beachvolleyball-Elite auf den Saisonhöhepunkt getrübt. Da zahlreiche Spieler immer noch auf Preisgelder in Höhe von 300.000 Euro aus der vergangenen Spielzeit warten, zieht Weltmeister Julius Brink sogar einen Boykott in Betracht.

"Grundsätzlich müssen wir Spieler all unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um unsere Rechte durchzusetzen", sagte Brink der "Süddeutschen Zeitung": "Das schließt einen Boykott mit ein."

Allerdings betont der derzeit verletzte 28-Jährige auch, dass dies "die letzte Option" sei: "Wir wissen, dass wir damit viel kaputt machen würden". Auch Verbandschef Werner von Moltke vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) appelliert an die Spieler: "Ein Boykott oder ein Startverzicht ist im Sport immer negativ".

In die Streitigkeiten um die Preisgeldzahlungen seien der DVV und der Volleyball-Verband Berlin zudem ohne Verschulden geraten. Hintergrund sind Reibereien zwischen der Züricher Vermarktungsagentur Global Sports Marketing (GSM) und dem europäischen Volleyball-Verband (CEV), die seit 2003 gemeinsam die European Championschip Tour ausgerichtet hatten. Seit dem Insolvenzgang von GSM zu Beginn der laufenden Saison herrscht keine Einigkeit darüber, wer die noch ausstehenden Preisgelder zu zahlen hat.

Während die Spielervereinigung die Auszahlung seitens des Verbandes fordert, wendet die CEV diesen Anspruch als unberechtigt ab. Zumindest die Überweisung von 50 Prozent der noch ausstehenden Prämien hat der Verband aber bis zum Turnierstart am 11. August schriftlich zugesichert - wohl um einen Boykott abzuwenden.

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