Vanessa Low steckt mitten in den Vorbereitungen auf die WM 2011. Eine Entzündung hat sie zuletzt zu einer Pause gezwungen.

Liebe Leichtathletik-Freunde,

in der Kolumne Road to London schreiben mein Trainingspartner Markus Rehm und ich wie wir den Weg zu unserem gemeinsamen Ziel "London 2012" erleben und meistern.

Ein wichtiger Schritt dorthin ist die kommende Weltmeisterschaft 2011 in Neuseeland, die bereits im Januar stattfindet.

Sie wird der erste Wettkampf sein, um sich für die Paralympics zu qualifizieren.

Hier werden neben den bereits bekannten Athleten auch einige neue hinzukommen, die bereits in der vergangenen Saison gute Leistungen gezeigt haben.

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Nachdem eine lange Wettkampfsaison vorbei ist, stecken wir nun mitten in den Vorbereitungen auf dieses Ereignis.

Die Junioren-WM war mit einer netten deutschen Gruppe, einem tollen Mannschaftsergebnis und meiner neuen Weltrekordweite von 4,12 m im Weitsprung ein sehr schöner Abschluss der Wettkämpfe 2010.

Zudem war es eine weitere schöne Erfahrung auf dem Weg zu unserem Ziel London 2012, wobei es jetzt erst mal wichtig ist, sich für das kommende Jahr optimal vorzubereiten.

Im Wintertraining liegt der Schwerpunkt auf Ausdauer und Kraft, um gute Grundlagen zu schaffen.

Mit den vielen anstrengenden Läufen und Krafteinheiten, die reichlich auf unseren Trainingsplan zu finden sind, gehen wir zwar oft an unsere körperlichen Grenzen.

Aber mit einem Blick auf die harte Konkurrenz, die uns im Januar bei der Weltmeisterschaft erwartet, sind mein Teamkollege Markus Rehm und ich mit großer Motivation und Ehrgeiz dabei.

Da es gerade in der Phase der Vorbereitung sehr wichtig ist, gesund und fit zu sein, war es für mich besonders ärgerlich, die vergangene Woche wegen einer Mittelohrentzündung mit dem Training ein paar Tage aussetzen zu müssen.

Nachdem ich jetzt aber wieder komplett genesen bin, habe ich meinen Trainingsrückstand aufgeholt und bin jetzt wieder mit vollem Ehrgeiz dabei.

Ende November habe ich und einige Athleten des TSV Bayer 04 Leverkusen zwei Wochen Zeit uns im Trainingslager in Kienbaum, der ehemaligen Kaderschmiede der DDR, intensiv auf den Saisonhöhepunkt im Januar einzustellen - frei von Arbeit, Haushalt und anderen alltäglichen Belastungen.

Neben der sportlichen Karriere mache ich zudem auch in meiner beruflichen Ausbildung weiter Fortschritte. Die Arbeit bei einem Fernsehsender macht immer noch sehr Spaß und ich bin mit großem Interesse und Eifer dabei.

Im dreiwöchigen Schulblock, den ich im letzten Monat hatte, hatte ich durch die angenehmen "Arbeitszeiten" zudem viel Zeit liegen gebliebene Dinge zu erledigen und meine Klasse bei einigen Cocktails besser kennen zu lernen - alkoholfrei, versteht sich.

Während meiner Schulzeit habe ich außerdem ein Wochenende genutzt, meine Eltern in meiner Heimat Schleswig-Holstein zu besuchen, die mich in meinem Sport immer sehr unterstützt und gefördert haben.

Dort konnte ich entspannen, meine alten Freunde besuchen, mich von meinen Eltern verwöhnen lassen - und Kraft sammeln für das anstrengende Programm unserer Trainerin Steffi Nerius.

Eure Vanessa Low

Vanessa Low (20) aus Schwerin verlor im Alter von 15 Jahren bei einem Zugunfall beide Beine. Noch im Krankenbett fällte sie den Entschluss, im Behindertensport nach ganz oben zu wollen. Bei der IWAS-WM in Bangalore gewann sie 2009 die Goldmedaille im Weitsprung und Silber über die 100 Meter. Zudem hält sie den Weltrekord im Weitsprung (3,98 Meter). Beim TSV Bayer 04 Leverkusen wird Low von Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius trainiert. Ihr großes Ziel ist die Teilnahme an den Paralympics 2012 in London. In ihrer SPORT1-Kolumne berichtet sie regelmäßig über ihre Stationen auf dem Weg dorthin.

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