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Claudia Wulf und Christian Schad in ihren eigens fürs Tanzen angefertigten Rollstühlen © getty

Bei der Rollstuhltanz-WM landen Wulf und Schad auf Platz 3. Ein anderes deutsches Paar verpasst das Treppchen knapp.

München - Claudia Wulf und Christian Schad haben bei der Weltmeisterschaft im Rollstuhltanz in Hannover die Bronzemedaille gewonnen.

Die beiden Neubrandenburger waren das einzige Paar, das mit elektronisch betriebenen Rollstühlen über das Parkett kurvte.

Mit ausgefallenen Choreographien, enrom viel Rhythmusgefühl und Synchronität begeisterten sie die Zuschauer im ausverkauften Convention-Center der Deutschen Messe AG in Hannover.

Die Rollstühle der Beiden wurden speziell für das Tanzen angefertigt und werden über eine besondere Handsteuerung angetrieben. der Grund dafür: Christian Schad ist seit einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt, seine Partnerin Claudia Wulf lebt mit einer zunehmenden Muskelschwäche (Muskelathrophie).

Gold für Mexiko

Am Ende nahmen Wulf und Schad die Bronzemedaille in der LWD (Level wheelchair dancing) 1 bei den Lateinamerikanischen Tänzen entgegen.

Gold gewannen die Mexikaner Ernesto Eduardo Nunez Medellin und Maria Antonia Pana Anguiano, Silber ging an das russische Paar Aleksey Fotin und Ruzanna Kazaryan.

Auch für die anderen deutschen Teilnehmer war die WM ein bedeutender Höhepunkt in ihrer sportlichen Laufbahn.

80-Jährige tanzt mit

Andrea Borrmann und Erik Machens tanzten sich im Duo LWD 2 sowohl in den lateinamerikanischen Tänzen als auch im Standard auf einen guten vierten Platz.

Insgesamt nahmen 115 Sportler aus 29 Ländern teil, und bewiesen tänzerisches Können. Die älteste Teilnehmerin war dabei die 80-jährige Japanerin Takuya Ashikawa.

Show und Integration

Insgesamt gab es acht Weltmeistertitel in den Standard- und Lateinamerikanischen Tänzen, jeweils im Duo (zwei Rollstuhlfahrer) und im Combi (Rollstuhlfahrer und Fußgänger), zu gewinnen.

Die Paare sind in zwei LWD-Gruppen eingeteilt (entsprechend der Klassifikation des Nationalen Paralympischen Komitees Deutschland), abhängig vom Grad ihrer Funktionseinschränkung.

"Der Tanzsport", so Michael Webel, Präsident des Organisationskomitees und Cheftrainer der Nationalmannschaft Rollstuhltanz, "bietet eine exzellente Möglichkeit für Menschen mit und ohne Behinderung, gemeinsam Sport zu treiben. Rollstuhlsport ist eine Sportart, die wie kaum eine andere Showpotential mit integrativen Aspekten verbindet."

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