In seiner Kolumne schreibt Markus Rehm über die Vorbereitung auf die WM in Neuseeland und das Bundesleistungszentrum.

Liebe Leichtathletik-Freunde,

Die Vorbereitungen auf die WM 2011 in Christchurch in Neuseeland laufen bereits auf Hochtouren.

Das Grundlagentraining mit den langen Läufen haben wir hinter uns gebracht.

Nun geht es so langsam wieder an die kürzeren und schnelleren Sprints.

Auch das Technik-Training nimmt so langsam wieder zu und man merkt, dass es bis zum Saisonhöhepunkt im Januar nicht mehr allzu lange hin ist.

In dieser Woche ist unser Trainingsplan jedoch nach mehreren Wochen wieder etwas überschaubarer, da wir uns vor dem bevorstehenden Trainingslager noch ein wenig regenerieren sollten. Denn bereits nächste Woche geht es los ins Bundesleistungszentrum nach Kienbaum in Brandenburg.

Dort erwarten uns dann neben täglich zwei Trainingseinheiten auch super Möglichkeiten und Maßnahmen um uns nach anstrengenden Einheiten zu entspannen. Neben zwei Physiotherapeuten, die sich im Wechsel um das WM -Team kümmern, stehen uns Whirlpool, Sauna, Schwimmbad inklusive Unterwassermassagen zur Verfügung.

Besonders gefällt mir auch die Kältekammer, die bis zu Minus 120 Grad kalt ist und die unseren Körpern zur besseren Regeneration verhelfen soll. Man mag es kaum glauben, aber tatsächlich wirkt es super entspannend, wenn man ca. 3-4 Minuten nur mit Badeshorts bekleidet in dieser "Gefriertruhe" verbringt!

[image id="f347dff9-65ab-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Aber nicht nur die Trainings- und Regenerationsmöglichkeiten in Kienbaum sind optimal.

Auch die vielfältige und vollwertige Verpflegung ist immer wieder ein Grund sich auf das Trainingslager zu freuen. Das schönste dabei ist, dass ich endlich mal völlig frei von Arbeit und Haushalt mich voll und ganz auf das Training konzentrieren kann.

Allerdings ist das auch so ziemlich das einzige, was man dort machen oder auch unternehmen kann.

Denn dort in der Nähe gibt es leider keine größere Stadt, die man für einen abendlichen Ausflug schnell erreichen könnte. Jedoch ist es auch mal schön, die Abende in gemütlicher Runde bei einem Film oder einer Runde Poker ausklingen zu lassen.

Im Dezember finden für uns dann noch zwei Hallenwettkämpfe statt, darunter auch die internationalen deutschen Hallenmeisterschaften in Erfurt. Dort werde ich über die 60m und den Weitsprung an den Start gehen. Auf diesen Wettkampf bin ich schon wirklich gespannt, da man einfach mal sehen kann, wie man nach den Vorbereitungen so drauf ist.

Ganz besonders freue ich mich, dass sich auch meine Eltern für die Hallen-DM angemeldet haben und mich dort bei meinem Wettkampf unterstützen werden.

Neben dem Sport sind natürlich auch meine beruflichen Pläne für 2011 voll im Gange, da ich direkt nach der WM meine Meisterschule an der Bundesfachschule in Dortmund beginnen werde.

Bereits jetzt muss ich mich schon um einiges kümmern, da ich bereits einen Tag nach der Ankunft zurück in Deutschland dort meinen ersten "Schultag" habe. Auch um eine Wohnung muss ich mich in der nächsten Zeit bemühen, da ich natürlich nicht jeden Tag im Berufsverkehr nach Leverkusen fahren (bzw. im Stau stehen) will. Deshalb werde ich 2011 auch größtenteils in Düsseldorf trainieren und nur an den Wochenenden und zu wichtigen Technikeinheiten nach Leverkusen kommen. Natürlich geschieht dies in enger Absprache mit meiner Trainerin Steffi Nerius.

Jetzt freue ich mich einfach auf die kommende Zeit und hoffe im Januar von gute n Ergebnissen berichten zu können.

Bis dahin,

Euer Markus

Markus Rehm (22) aus Donzdorf musste nach einem Wakeboard-Unfall im Alter von 14 Jahren der rechte Unterschenkel amputiert werden. Fortan verschrieb er sich erfolgreich dem Behindertensport. Bei der IWAS-WM in Bangalore gewann er 2009 Gold im Weitsprung und mit der 4 x100-m-Staffel. Zudem hält er den Weltrekord im Weitsprung (6,84 m). Beim TSV Bayer 04 Leverkusen wird Rehm von Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius trainiert. Sein großes Ziel ist die Teilnahme an den Paralympics 2012 in London. In seiner SPORT1-Kolumne berichtet er regelmäßig über seine Stationen auf dem Weg dorthin.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel