Markus Rehm geht mit neuem Schwerpunkt in die Saison - mehr pauken, weniger trainieren. Für den Nachwuchs bleibt auch noch Zeit.

Liebe Leichathletik-Freunde,

Liebe Sportfreunde,

einige Athleten haben die ersten Wettkämpfe der Saison schon hinter sich, ich bin dagegen von meinem ersten Wettkampf noch weit entfernt.

Leider werde ich in diesem Jahr auch an einigen Wettkämpfen nicht teilnehmen können, da sich der Unterricht meiner Meisterschule als umfassender und zeitintensiver gestaltet als gedacht.

Trotz allem habe ich die ersten Prüfungen bereits sehr erfolgreich hinter mich gebracht.

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Für die größte Neuigkeit hat vor kurzem das IPC (International Paralympic Commitee) bezüglich meines Weitsprung-Wettkampfes 2012 in London gesorgt. Hier war ursprünglich geplant, den Wettkampf der Oberschenkelamputierten (T42) zu streichen.

Nach einem Protest des DBS ist das IPC jedoch zu dem Entschluss gekommen, den Weitsprung der T42 doch wieder ins Programm aufzunehmen. (Machen Sie es wie SPORT1 und Steffi Nerius: Unterstützen Sie München 2018)

Leider hat man sich dazu entschieden, diese Klasse mit meiner Klasse T44 (Unterschenkelamputiert) zusammenzulegen, und den Wettkampf nach einem Punktsystem zu bewerten. Das ist natürlich für beide Seiten sehr schade, da man aufgrund der unterschiedlichen Möglichkeiten die Klassen eigentlich nicht miteinander vergleichen kann.

Trotzdem freue ich mich, dass der Wettkampf stattfindet und ich bin jetzt schon auf die neue Herausforderung gespannt.

Ein richtig schöne Sache habe ich mit der Stiftung "Wünsch dir was e.V." realisiert. Von dort erhielt ich einen Anruf bezüglich eines 13-jährigen amputierten Jungen, der einmal einen Sportler kennenlernen wollte, der für die Papalympics 2012 in London trainiert.

Da das ja bekanntlich mein Ziel ist und ich die Idee richtig toll fand, haben wir das Treffen vor Kurzem realisiert. Herausgekommen sind zwei gemeinsame Tage, bei dem Leon einen kleinen Einblick in unseren Sport erhielt.

In dieser Zeit machten wir auch einige Übungen zusammen, bei denen er sich sehr ehrgeizig zeigte. Natürlich wird so ein junges Nachwuchstalent auch in Zukunft zu Veranstaltungen, wie dem paralympischen Jugendlager im Sommer, zu uns nach Leverkusen eingeladen.

Alles in allem war es ein sehr schönes Treffen und ich hoffe, dass Leon auch ein wenig Spaß daran gefunden hat, denn das nötige Talent für die Leichtathletik bringt er ohne Zweifel mit sich.

Mein nächstes Projekt in diesem Jahr sind die anstehenden Prüfungen im Juli. Hierfür werde ich wohl nochmal ein paar Trainingseinheiten in Lerneinheiten umfunktionieren müssen.

Dabei werde ich natürlich auch dafür sorgen, dass nichts der beiden zu kurz kommt. Aber bisher hat es ja auch ganz gut geklappt.

So, dann werde ich jetzt mal mein Notebook durch meine Lernunterlagen ersetzen mit der Hoffnung, dass ich bei meiner nächsten Kolumne im Juli über gut gelaufene Prüfung berichten kann.

Vielleicht ja auch über meinen ersten Wettkampf der Saison, der Deutschen Meisterschaft am 23./24. Juli in Singen.

Also drückt mir die Daumen. Bis dahin.

Euer Markus Rehm

Markus Rehm (22) aus Donzdorf musste nach einem Wakeboard-Unfall im Alter von 14 Jahren der rechte Unterschenkel amputiert werden. Fortan verschrieb er sich erfolgreich dem Behindertensport. Bei der IWAS-WM in Bangalore gewann er 2009 Gold im Weitsprung und mit der 4 x100-m-Staffel. Zudem hält er den Weltrekord im Weitsprung (6,84 m). Beim TSV Bayer 04 Leverkusen wird Rehm von Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius trainiert. Sein großes Ziel ist die Teilnahme an den Paralympics 2012 in London. In seiner SPORT1-Kolumne berichtet er regelmäßig über seine Stationen auf dem Weg dorthin.

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