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Doppelweltmeisterin Bruhn (l.) feiert ihren EM-Titel mit DBS-Präsident Beucher © getty

Ludwig und Schulte überzeugen bei der IPC-Schwimm-EM in Berlin. Die europäische Spitze ist dem DBS-Team noch eine Länge voraus.

Von Julia Kling

München - Auch am letzten Tag der IPC-Schwimm-EM in Berlin hatte die Mannschaft des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) etwas zu feiern.

Beim Open-Water-Langstreckenrennen sorgte Lucas Ludwig in der Startklasse 10 für eine Überraschung.

Nach fünf Kilometern schlug der 21-Jährige als Erster an und sicherte sich damit seinen ersten Titel bei den diesjährigen Europameisterschaften. Er vergoldete damit seine ohnehin erfolgreichen Wettkämpfe.

Zuvor sicherte sich der 21-Jährige bereits vier Silbermedaillen im Becken.

Schulte holt vier Titel

Erfolgreichste deutsche Schwimmerin bei der bisher größten Veranstaltung im Behindertenschwimmen war Daniela Schulte.

Die dreifache Weltmeisterin sicherte sich in der Startklasse 11 vier EM-Titel und schwamm im Becken zu einer silbernen Medaille und zwei dritten Plätzen.

Insgesamt zeigt sich das deutsche Schwimmteam, das mit 22 Athleten an den Start ging, zufrieden mit der Ausbeute von neun Gold-, 14 Silber- sowie elf Bronzemedaillen.

Positiver Weg in Richtung London

Die weiteren Titel für das deutsche Nationalteam holten Doppelweltmeisterin Kirsten Bruhn und Niels Grunenberg (beide SB5) jeweils über 100 m Brust, Maike Schmittger (S12) über 400 m Freistil sowie Stefanie Weinberg (S8/ 100 m Schmetterling).

"Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der EM und konnten viele Jahresbestleistungen unserer Athleten zum Jahreshöhepunkt verzeichnen. Damit sind wir auf einem positiven Weg zu den Paralympics London 2012", resümierte Bundestrainerin Ute Schinkitz.

Mit dem sechsten Platz in der Nationenwertung hat das DBS-Team dabei nur knapp den angepeilten fünften Rang verpasst.

"Sehenswerte Gesamtleistung"

"Das ganze Team einschließlich Trainer- und Betreuerstab hat eine sehenswerte Gesamtleistung geboten", sagte , der DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher.

Durch die Erfolge in Berlin rechnet sich der DBS auch für die Paralympics 2012 in London einiges aus.

"Das war paralympic-reif. Und außerdem beispielgebend für die vielen tausend Menschen mit Behinderungen, die sich beim Schwimmen fit halten und wohl fühlen", erklärte Beucher auf einer Tagung des DBS.

Ukraine trumpft auf

Trotzdem ist der Abstand zu den führenden Nationen teils noch erheblich.

Das ukrainische Team dominierte die Wettkämpfe und konnte am Ende insgesamt 105 Medaillen feiern, darunter 41 goldene. Damit distanzierten sie die Zweitplazierten aus Großbritannien deutlich, die insgesamt 83-mal auf dem Podest standen.

Bei der Premiere der Europameisterschaften in der Hauptstadt zeigte sich die Stärke der internationalen Konkurrenz im als schnell geltenden Berliner Wasser: Innerhalb der sieben Wettkampftage fielen 31 Welt- und 59 Europarekorde.

"Alle Mitwirkenden, die Organisatoren, die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die Athleten selbst sowie ihre Trainer und Betreuer haben eine EM erlebt, an die sie sich noch lange erinnern werden", lobte Beucher zum Abschluss der Wettbewerbe.

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