Markus Rehm spricht in seiner Kolumne von einem Traininsunfall, dem Bentele-Rücktritt und Alessandro Zanardis Marathon-Sieg.

Liebe Leichathletik-Freunde,

mittlerweile ist ja die erste und schlimmste Muskelkaterphase überstanden und das Training fängt wieder an richtig Spaß zu machen.

Bis zu einem kleinen Rückschlag vor einigen Tagen. Dort machte ich gerade einige Sprünge, als es plötzlich laut krachte und meine Feder durch die Gegend flog. Zum Glück ist mir nichts passiert, doch die Prothese war komplett durchgebrochen.

Da diese eigentlich perfekt abgestimmt ist und ich damit auch schon einige Erfolge feiern durfte, war ich schon etwas überrascht und vor allem erschrocken. Direkt am nächsten Morgen machte ich mich an die Reparatur und bereits am Abend konnte ich wieder voll trainieren, Glück gehabt (? und den richtigen Beruf gelernt!)

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Da meine Meisterschule in Dortmund langsam dem Ende zugeht, stecke ich mitten in der heißen Lernphase. Dazu kommen neben dem täglichen Training auch die privaten Verpflichtungen.

So werden einige Nächte zum Tage, um mich auf meine Prüfungen vorzubereiten. Zugegeben bin ich recht froh, wenn ich alles erfolgreich hinter mich gebracht habe und mich wieder auf meine sportlichen Ziele konzentrieren kann.

Trotz allem bin ich guter Dinge und werde die letzten Wochen noch einmal alles geben, um meine berufliche und sportliche Karriere bestmöglich zu vereinen.

All das hat auch Verena Bentele hinter sich. Die fünffache Goldmedaillengewinnerin der Paralympischen Winterspiele in Vancouver hat bisher Sport und Karriere ebenfalls erfolgreich kombiniert.

Vor kurzem erklärte sie allerdings ihren Rücktritt vom Leistungssport, was viele vermutlich überrascht hat. Der unbedingte Wille einmal alles neu aufzubauen sei nicht mehr da und deshalb will sie sich in Zukunft mehr auf ihre berufliche Karriere konzentrieren (BERICHT: Bentele startet zweite Karriere).

Es ist sehr schade, dass eine so großartige Athletin, die vielleicht auf dem Höhepunkt ihres Lebens war, den Rücktritt erklärt.

Aber natürlich muss man ihre Entscheidung akzeptieren - und vielleicht sehen wir sie ja doch noch einmal in der Loipe und ganz oben auf dem Podest wieder.

Natürlich gibt es im Behindertensport auch sehr erfreuliche Nachrichten, wie den großartigen Erfolg beim New York Marathon von Alessandro Zanardi. Zehn Jahre nach seinem Unfall auf dem EuroSpeedway in der Lausitz hat er seinen ersten Sieg als Handbiker gefeiert. In einer Zeit von 1:13:,58 Stunden bewältigte der 44-jährige Italiener die 42,195 Kilometer.

Eine weitere tolle Meldung kommt von dem ehemaligen Ski-Rennläufer Matthias Lanzinger, dem nach einem schweren Unfall am 2. März 2008 beim Super-G in Kvitfjell der linke Unterschenkel amputiert wurde.

Der 30-jährige Salzburger gab seinen Einstig in den Behinderten-Skisport bekannt und setzt sich mit den Paralympics 2014 in Sotschi sein nächstes großes Ziel. Er will aber schon diese Saison voll im Behindertensport einsteigen.

Mit diesen tollen Neuigkeiten mache ich mich jetzt wieder voll motiviert an die Arbeit und hoffe, dass ich bei meiner nächsten Kolumne wieder über einige erfreuliche Neuigkeiten berichten kann. Vielleicht dann ja auch mal wieder von mir, wenn ich meine Prüfungsphase erfolgreich überstanden habe.

Bis dahin eine schöne Zeit?

Viele Grüße,

Euer Markus Rehm

Markus Rehm (22) aus Donzdorf musste nach einem Wakeboard-Unfall im Alter von 14 Jahren der rechte Unterschenkel amputiert werden. Fortan verschrieb er sich erfolgreich dem Behindertensport. Bei der IWAS-WM in Bangalore gewann er 2009 Gold im Weitsprung und mit der 4 x100-m-Staffel. Zudem hält er den Weltrekord im Weitsprung (6,84 m). Beim TSV Bayer 04 Leverkusen wird Rehm von Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius trainiert. Sein großes Ziel ist die Teilnahme an den Paralympics 2012 in London. In seiner SPORT1-Kolumne berichtet er regelmäßig über seine Stationen auf dem Weg dorthin.

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