"So fit wie noch nie in meinem Leben"
Liebe Leichtathletik-Freunde,
das neue Jahr hat begonnen und es geht so langsam in den Endspurt auf dem Weg nach London.
An Weihnachten konnte ich noch mal im Kreise der Familie und bei meinen Freunden ausgiebig Kraft tanken und hatte genug Zeit einmal Abstand von Arbeit und Sport zu bekommen.
Die letzten Monate standen viele harte Trainingseinheiten auf meinem Plan, doch mit dem Blick auf die Paralympics dieses Jahr fiel es nicht allzu schwer mich immer wieder zu motivieren.
In diesem Wintertraining kann ich auch jetzt schon viele Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr feststellen und ich glaube, ich bin jetzt schon so fit wie fast noch nie in meinem Leben.
In meiner Ausbildung geht auf einmal auch alles schnell voran. Im März stehen die Zwischenprüfungen an und somit ist die Hälfte meiner Ausbildung schon fast geschafft.
Teilweise ist die Arbeit mit den vielen verschiedenen Schichten und Aufgaben doch sehr anstrengend und vor allem mit dem Training oft schwer miteinander vereinbar. Doch ich denke trotz allem, tut mir die Kombination sehr gut, körperlich und mental ausgelastet zu sein.
Außerdem ist es für Sportler auch sehr wichtig, immer einen Plan B und eine Perspektive nach der sportlichen Karriere zu haben.
Vergangen Samstag hatte ich dann meinen ersten Hallenwettkampf im Weitsprung.
Da wir dieses Jahr noch nicht viel an meiner Weitsprungtechnik gearbeitet haben und ich ausgerechnet die Woche zuvor unter einer schweren Erkältung litt, erwartete ich nicht allzu viel und wollte eigentlich nur einen kurzen Anhaltspunkt haben, wo ich gerade stehe und woran es noch hapert.
Der Wettkampf fand auf meiner Heimanlage im Rahmen der Nordrhein-Meisterschaften statt und die Stimmung war super. Nachdem der erste Sprung missglückte, wurde ich dann leicht nervös.
Ich probierte mich zusammen zu reißen und zwang mich zur Konzentration. Und tatsächlich, es funktionierte: Ich landete bei 4,26 m. Eine neue persönliche Bestleistung!
Dieser Sprung gab mir mein Selbstvertrauen zurück und so sprang ich im weiteren Verlauf des Wettkampfes noch einmal 4,23m und 4,19m, ebenfalls für mich sehr gute Leistungen.
Alles in allem war dies ein super Einstieg in die Saison 2012 und zeigt mir, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde.
In diesem Sinne,
Euere Vanessa
Vanessa Low (21) aus Schwerin verlor im Alter von 15 Jahren bei einem Zugunfall beide Beine. Noch im Krankenbett fällte sie den Entschluss, im Behindertensport nach ganz oben zu wollen. Bei der IWAS-WM in Bangalore gewann sie 2009 die Goldmedaille im Weitsprung und Silber über die 100 Meter. Zudem hält sie den Weltrekord im Weitsprung (3,98 Meter). Beim TSV Bayer 04 Leverkusen wird Low von Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius trainiert. Ihr großes Ziel ist die Teilnahme an den Paralympics 2012 in London. In ihrer SPORT1-Kolumne berichtet sie regelmäßig über ihre Stationen auf dem Weg dorthin.
Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!
Zurück zur Startseite