vergrößern verkleinern
MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
SPORT1 überträgt den World Cup of Pool 2013 © getty

Wann sind Glücks-Stöße erlaubt? Welche Spielart gilt als die Königsdisziplin? Bundestrainer Huber gibt SPORT1 die Antworten.

München - Im Billard gibt es zahlreiche verschiedene Disziplinen und Tischgrößen.

Das Pool-Billard-Spiel 8-Ball hat sicherlich schon jeder einmal gespielt. Doch es gibt noch viel mehr - nicht nur im Pool-Billard.

Bevor der World Cup of Pool 2013 beginnt (täglich LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM), ein Überblick mit den wichtigsten Informationen.

Wettkampf vs. Kneipe

Im Wettkampfbillard wird gewöhnlich auf sogenannten "9-Fuss-Tischen", deren Spielfläche 2,54 Meter lang und 1,27 Meter breit ist, gespielt. (TELETEXT: Mehr zum Billard auf Seite 112)

In der Gastronomie finden sich dagegen häufiger 8-Fuss- oder 7-Fuss-Tische.

Die Kugeln haben alle denselben Durchmesser (Zweieinviertel Zoll = 52mm) - sieben vollfarbige mit den Nummern 1 bis 7, sieben gestreifte mit den Nummern 9 bis 15 und eine schwarze Kugel mit der Nummer 8.

Der Spielqueue wiegt um die 600 Gramm und ist ca. 146 cm lang.

Üblicherweise benutzen Sportler zum Anstoßen einen sogenannten Breakqueue, der härter und weniger aufwendig gearbeitet ist.

Gegen ein etwaiges Abrutschen kreiden die Sportler das Leder an der Spitze ihrer Queues, wobei der Werkstoff Kreide längst durch eine Mischung aus Schleifmitteln (Korund) und Bindemitteln (oft Talkum) ersetzt worden ist.

Das ist 8-Ball

Wenn es ein Spiel gibt, das in unseren Breiten Pool-Billard verkörpert, dann ist es 8-Ball: jeder hat das Spiel mit den Vollen und Halben schon einmal gespielt oder zumindest anderen dabei zugesehen.

Gespielt wird mit allen 15 farbigen Kugeln, die zu Beginn des Spiels zu einem Dreieck aufgebaut werden (mit der schwarzen Acht in der Mitte). Der Anstoß erfolgt aus dem sogenannten Kopffeld - dem äußeren Tischviertel, das dem Dreieck gegenüber liegt.

Nach dem Anstoß wird mit der ersten korrekt versenkten Kugel ermittelt, welcher Spiele welche Farbgruppe (Halbe oder Volle) versenken muss.

8-Ball ist ein Ansagespiel - Kugel und Tasche müssen vor dem Stoß benannt werden, wobei man auf das Nennen offensichtlicher Kugel/Tasche-Kombinationen verzichtet.

Wer seine Kugeln versenkt hat, muss abschließend die schwarze Acht korrekt in eine der sechs Taschen befördern und hat damit das Spiel gewonnen (Die Acht kann dabei jedes Mal in eine andere Tasche angesagt werden ? anders als man es vielleicht vom Freizeitsport gewohnt ist).

Um ein ganzes Match zu gewinnen, muss man eine bestimmte Anzahl an Partien für sich entscheiden.

9-Ball

Im Wettkampfsport ist international das 9-Ball aufgrund seiner Schnelligkeit und Explosivität deutlich weiter verbreitet als das 8-Ball. Speziell der oft extrem ausgeführte Anstoß hat hier zur Popularität des Spiels beigetragen.

Beim 9-Ball wird mit den Kugeln 1 bis 9 gespielt, die zu Beginn der Partie in Form einer Raute aufgebaut werden.

Dabei muss die gelbe 1 vorne und die gelb-weiße 9 in der Mitte der Raute (des "Racks") liegen. Anschließend erfolgt der Anstoß - analog zum 8-Ball - von einer beliebigen Stelle aus dem Kopffeld.

Die Grundregel beim 9-Ball ist denkbar einfach: Die Kugel mit der niedrigsten Zahl am Tisch muss zuerst angespielt werden und wer die Neun versenkt, hat gewonnen.

Diese einfache Regel führt dazu, dass ein Spiel bereits beim Anstoß gewonnen werden kann (die Eins wird als erstes getroffen, die Neun fällt) und Kombinations-Stöße im Spiel vorkommen können (die Kugel mir der niedrigsten Zahl am Tisch wird angespielt und eine andere Kugel wird versenkt).

Da das Spiel im Gegensatz zu 8-Ball kein Ansagespiel ist, sind Glücks-Stöße möglich und oft das "Salz in der Suppe" des Spiels.

Um ein komplettes Match zu gewinnen, müssen mehrere Partien gewonnen werden.

So geht 10-Ball

Vor einigen Jahren wurden international Stimmen laut, dass 9-Ball aufgrund des hohen Niveaus der Sportler zu wenig selektiv sei. Das Spiel wurde daher in seinen Regeln modifiziert und zum 10-Ball erweitert.

Beim 10-Ball wird mit den Kugeln 1 bis 10 gespielt, die zu Beginn der Partie in Form eines Dreiecks aufgebaut werden ? analog zum 9-Ball muss dabei die gelbe Eins vorne und die blau-weiße 10 in der Mitte liegen.

Der Anstoß erfolgt ebenfalls von einer beliebigen Stelle des Kopffelds.

Die Grundregel des 9-Ball blieb erhalten: die Kugel mit der kleinsten Wertigkeit am Tisch muss als erstes angespielt werden und wer die 10 versenkt, hat gewonnen.

Allerdings ist es nicht mehr möglich, das Spiel schon beim Anstoß zu gewinnen und der Glücksfaktor wurde drastisch verkleinert, indem wie beim 8-Ball Kugel und Tasche vor dem Stoß angesagt werden müssen (auch bei Kombinationen, die natürlich nach wie vor erlaubt sind).

Diese auf den ersten Blick minimalen Veränderungen haben ein neues und deutlich anspruchsvolleres Spiel geschaffen, das sich im Leistungssport nun immer mehr durchsetzt.

14/1endlos

Ein völlig anderes Spiel ist das Königsdisziplin des Pool-Billard bekannt gewordene 14/1endlos (im englischen "Straight Pool"): Jede versenkte Kugel zählt einen Punkt und man kann das Spiel so lange fortsetzen, bis man einen Fehler macht.

Gespielt wird mit allen 15 Kugeln, die in beliebiger Anordnung zu einem Dreieck aufgebaut werden.

Eröffnet wird das Spiel aus dem Kopffeld, wobei im 14/1 (als reinem Ansagespiel) bereits beim Anstoß eine Kugel und eine Tasche benannt werden müssten.

Da dies nur schwer möglich ist, wird das Spiel in der Regel defensiv mit einem Sicherheits-Anstoß eröffnet.

Wurden 14 Kugeln im Verlauf des Spiels in die Löcher versenkt, bleiben die weiße Spielkugel und die 15. farbige an ihrer Position und die versenkten Kugeln werden in Form eines Dreiecks ohne Spitze wieder aufgebaut ? dann kann der Spieler seinen Versuch, also seine Aufnahme, fortsetzen und im Prinzip endlos weiter spielen.

Dazu muss er allerdings beim Versenken der 15. Kugel das Dreieck der restlichen Kugeln sprengen und so dafür sorgen, dass er wieder sicher benennbare Kugeln auf dem Tisch hat - und das am besten solange, bis eine vorgegebene Anzahl von Kugeln versenkt worden ist und man das Spiel gewonnen hat.

Der seltsame Name des Spiels verdeutlicht also eigentlich die Grundregel: 14 Kugeln werden versenkt, eine Kugel bleibt stehen und man kann endlos spielen - wenn man gut genug ist.

Der offizielle deutsche Rekord liegt bei einer Serie von 492 Kugeln, erzielt von Thomas Engert aus Düren.

[kaltura id="0_vdmzjglz" class="full_size" title="World Cup of Pool Ein R ckblick"]

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel