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Wladimir Klitschko hat in 55 Kämpfen 46 K.o.-Siege zu verzeichnen © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Wladimir Klitschko über Herausforderer David Haye und einen entscheidenden Nachteil des Briten.

Von Jürgen Blöhs

München - Der Schlagabtausch hat längst begonnen: Vor der Titelverteidigung von Wladimir Klitschko gegen David Haye (28) spuckt der Brite große Töne.

Im Interview der Woche bei Sport1.de nimmt Klitscko Stellung zur größten Geschmacklosigkeit seines Herausforderers und verspricht eine Antwort im Kampf am 20. Juni auf Schalke.

Zudem äußert sich der 33-Jährige zum Trainingslager, zu seinen Plänen nach dem Sport und zum UEFA-Cup.

Sport1.de: David Haye kam mit einem T-Shirt zur Pressekonferenz, auf dem er die abgeschlagenen Köpfe von Ihnen und Ihrem Bruder Vitali in den Händen hält. (Haye sorgt für Eklat: Klitschko "geköpft") Sie waren entrüstet und hofften, dass Ihre Mutter die Bilder nicht zu sehen bekommt. Konnten Sie das verhindern?

Wladimir Klitschko: Das geht natürlich auch in der Ukraine durch die Presse. Ich wünsche mir, sie hat sie nicht gesehen. Bisher habe ich nichts gehört. Ich bin auf den jungen Mann sehr böse. Das wird er im Ring auch zu spüren bekommen. Nichts gegen Promotion, aber das war geschmacklos.

Sport1: Ihr Bruder Vitali hat im Rahmen des Kampfes gegen Juan Carlos Gomez gesagt, Gomez würde lernen müssen, dass im Schwergewicht viel härter geschlagen wird als im Cruisergewicht?

Klitschko: Das gilt auch für Haye, auch wenn er noch so viele WM-Kämpfe im Cruisergewicht gewonnen hat.

Sport1: Gibt es eine spezielle Vorbereitung auf den Kampf?

Klitschko: Nein. Die Vorbereitung beginnt wie immer acht Wochen vor dem Kampf und wird sich nicht großartig von den anderen unterscheiden.

Sport1: Fällt es Ihnen schwer, aus der Ruhephase ins harte Training zu gehen?

Klitschko: Im Gegenteil, normalerweise boxe ich vom Rhythmus her immer im März oder April, jetzt im Juni. Da fehlt richtig was. Ich bin schon ganz heiß auf den Kampf.

Sport1: Warum setzen Sie bei einer freiwilligen Titelverteidigung alle drei WM-Gürtel aufs Spiel?

Klitschko: Ich bin ein Sportler. Wenn ich kämpfe, dann auch um alles, daher kommt für mich nicht in Frage, nur um einen Gürtel zu kämpfen.

Sport1: Ihr erster Kampf in einem Stadion? (Klitschko vs. Haye steigt auf Schalke)

Klitschko: ? wird eine Riesen-Sache. Ursprünglich sollte der Kampf im Stadion des FC Chelsea steigen, aber die Gegenseite hat das organisatorisch nicht hinbekommen. Umso mehr freue ich mich, dass der Kampf auf Schalke stattfindet. Ich erwarte eine super Stimmung.

Sport1: Sie sind ein großer Fußball-Fan. Man sieht Sie beim FC St. Pauli, jetzt Ehrenmitglied bei Schalke 04?

Klitschko: Darüber freue ich mich sehr. Der FC St. Pauli liegt mir schon lang am Herzen, seit ich damals nach Hamburg gekommen bin.

Sport1: Im Finale des UEFA-Pokals kommt es zu einem deutsch-ukrainischen Duell zwischen Werder Bremen und Schachtjor Donezk. Wem drücken Sie die Daumen?

Klitschko: Verzeihen Sie mir, da drücke ich natürlich dem ukrainischen Team die Daumen. Das müssen Sie verstehen. Ich hoffe, ein Sieg im UEFA-Cup gibt noch einmal einen ordentlichen Schwung für die EM 2012 in der Ukraine.

Sport1: Sie sind ein begeisterter und sehr guter Hobby-Zauberer, Vitali ist politisch in der Ukraine engagiert, Sie haben zusammen mit der Klitschko Management Group Ihre eigene Vermarktungsagentur und die Promotion-Firma K2 gegründet. Wie sieht Ihre Zukunft nach dem Sport aus?

Klitschko: Das Leben nach dem Sport ist länger als mit dem Sport. Daher haben wir auch die Klitschko Management Group und K2 aufgebaut. Nach dem Boxen werde ich auch mehr Zeit haben, mich darauf zu konzentrieren. Zaubern werde ich weiterhin nur als Hobby, und Politik überlasse ich wohl meinem Bruder.

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