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Timo Hoffmann (l.) gewann 38 seiner 45 Profikämpfe, 22 durch K.o. © imago

Schwergewichtler Timo Hoffmann spricht im Sport1.de-Interview über den Kampf gegen Botha und seine weiteren Karriere-Pläne.

Von Jürgen Blöhs

München - Am Freitag (22.30 Uhr live im DSF ) steigt Timo Hoffmann in Magdeburg gegen Francois Botha in den Ring. Für die "Deutsche Eiche" die wohl letzte Chance, noch im Konzert der Großen mitzuspielen.

Der 34-Jährige stand in seiner Karriere häufig dicht vor einem WM-Kampf, verließ aber im November 2000 gegen Vitali Klitschko oder sieben Jahre später gegen Alexander Dimitrenko als Verlierer den Ring.

Aber welcher Schwergewichtler kann schon von sich behaupten, gegen einen Klitschko zwölf Runden durchgehalten zu haben?

Botha mit nur vier Niederlagen

Für den SES-Boxer gilt es nun, den "Weißen Bullen" aus dem Weg zu räumen, der in Deutschland nicht nur wegen seines WM-Kampfes gegen Axel Schulz 1995 bekannt ist.

Der 40-jährige Südafrikaner verfügt über die Erfahrung von 46 Profi-Fights, von denen er nur vier verlor, gegen Ring-Heroen wie Mike Tyson, Lennox Lewis und Wladimir Klitschko.

Im Interview mit Sport1.de spricht Hoffmann über den großen Fight.

Sport1.de: Herr Hoffmann, wie kam der Kampf gegen Botha zustande?

Timo Hoffmann: Ich habe meinem Manager Ulf Steinforth gesagt, ich möchte noch einmal angreifen, und er sagte, es wäre ein Kampf gegen Botha möglich. Da habe ich sofort zugegriffen. Botha ist ja in Deutschland und auch weltweit ein großer Name. Das ist natürlich eine große Chance, so einen Mann zu boxen. Dass die WBF nur ein kleiner Verband ist, ist dabei zweitrangig. Es geht um einen WM-Gürtel.

Sport1.de: Wie geht es danach weiter?

Hoffmann: Ich hoffe noch in diesem Jahr auf einen EM-Kampf.

Sport1.de: Sie sind jetzt 34. Wie lange wollen Sie noch boxen?

Hoffmann: Vitali Klitschko ist 38. Da habe ich noch vier Jahre hin. Aber ich habe keinen langfristigen Vertrag unterschrieben. Wenn ich mich körperlich nicht mehr wohl fühle, kann ich jederzeit aufhören. Aber im Moment macht es mir Spaß, und ich fühle ich mich besser als je zuvor. Toi, toi, toi, ich bin bisher verletzungsfrei durch die Karriere gekommen.

Sport1.de: Sie standen häufig kurz vor einer WM-Chance, dann gab es eine knappe Niederlage. Welches letzte Stückchen fehlte?

Hoffmann: Bei Klitschko hatte ich eigentlich nichts zu suchen. Das war eine Auswärtsveranstaltung. Ich sollte Klitschko eigentlich nur als Fallobst dienen auf dem Weg zur WM. Damit habe ich mich aber nicht abgefunden und habe gekämpft. Dann der Kampf gegen Krasniqi. Ein großer Kampf von beiden, wo man mich ganz klar betrogen hat. Aber wenn man auf einer Auswärtsveranstaltung gewinnen will?

Sport1.de: War nach dem engen Kampf gegen Klitschko ein Rückkampf jemals ein Thema oder wollte der nicht mehr?

Hoffmann: Das weiß ich nicht. Aber für mich wäre Klitschko auf jeden Fall noch mal ein Gegner.

Sport1.de: Ein Tiefpunkt in Ihrer Karriere war der Doping-Verdacht?

Hoffmann: Wie Sie richtig sagen, Verdacht. Das hat mich sehr geärgert. Für mich war das Rufmord. Mir konnte keine Schuld nachgewiesen werden. Ich habe damals der Presse alle Unterlagen präsentiert. Mehr will ich dazu auch nicht mehr sagen. Thema abgeschlossen.

Sport1.de: Trotzdem kam es zur Trennung von Sauerland?

Hoffmann: Das war keine Entlassung. Mein Vertrag mit Sauerland lief aus, aber wir stehen uns noch gerichtlich gegenüber. Da geht es noch um ein bisschen Geld. Ich kann nur sagen, wir sind nicht im Guten auseinandergegangen.

Sport1.de: Jetzt sind Sie bei SES. Fühlen Sie sich wohl?

Hoffmann: Sehr. Es ist ein gutes, junges Team, das noch was erreichen will. Diese Aufbruchstimmung gefällt mir. Ich gebe 100 Prozent, und das verlange ich auch von meinem Team.

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