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Der 2,13 Meter große Russe Nikolaj Walujew boxt in Linksauslage © getty

Der Russe lässt den Kampf gegen Wladimir Klitschko sausen. Haye will ran - muss den Termin aber um drei Wochen verschieben.

Hamburg - Den Kampf der Giganten wird es nicht geben. Der "russische Riese" Nikolai Walujew hat das Angebot für einen Fight gegen Wladimir Klitschko am 20. Juni abgelehnt.

"Walujew steht aus terminlichen Gründen nicht zur Verfügung", sagte Heiko Mallwitz, Sprecher von Sauerland-Event: "Er hat seit Freitag nicht mehr trainiert. Natürlich boxt er jederzeit gegen Klitschko, aber nur nach einer vernünftigen Vorbereitung."

Seit der Absage seines WBA-WM-Kampfes am vergangenen Samstag sei der 35-jährige Walujew nicht mehr im Training.

57.000 verkaufte Karten

Derzeit urlaubt er mit seiner Familie. "Außerdem hat er sich wochenlang auf einen 1,81 Meter großen Rechtsausleger vorbereitet", sagt Mallwitz, "so schnell kann man sich dann nicht auf einen 2,00 Meter großen Normalausleger einstellen."

Damit steht eigentlich nur noch Ruslan Chagaev als ernstzunehmender Ersatzgegner für das Spektakel in der Gelsenkirchener Arena zur Verfügung.

Das Management von Klitschko konnte sich zwar vor Anfragen zahlreicher mehr oder weniger bekannter Boxer kaum retten, nachdem David Haye den Kampf um die IBF/WBO-Krone im Schwergewicht am Mittwoch überraschend abgesagt hatte, aber bei 57.000 verkauften Karten kommt eben nur ein in Deutschland bekannter Name in Frage. (WM-Kampf Klitschko gegen Haye geplatzt)

Verbandsentscheidung in dieser Woche

Universum-Chef Klaus-Peter Kohl, bei dem Chagaev unter Vertrag steht, hat Verhandlungen bereits bestätigt: "Wir prüfen das Angebot zurzeit. Grundsätzlich ist der Kampf ein sehr interessantes Gedankenspiel."

Klitschkos Manager Bernd Bönte war zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt: "Ich bin optimistisch, dass wir einen absoluten Top-Mann verpflichten können." Allerdings war am Donnerstag die Titelsituation in der WBA noch vollkommen unklar.

Nachdem der WM-Kampf zwischen Titelträger Chagaev und Walujew am vergangenen Samstag in Helsinki geplatzt ist, will der Verband bis Ende der Woche eine Entscheidung treffen.

Wohl nicht um den WBA-Gürtel

Walujew ist noch Interims-Champion, möglicherweise bekommt Chagaev seinen Titel aber abgenommen und Walujew wird zum Weltmeister erklärt.

Es wird also auf Schalke mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um den WBA-Gürtel gehen.

"Wenn Nikolai jetzt gegen Klitschko antreten würde, hätte doch jeder gesagt, die Vorfälle in Helsinki waren ein abgekartetets Spiel", sagt Mallwitz. Dort kam der WM-Kampf nicht zustande, weil finnische Ärzte nach einem Bluttest bei Chagaev eine Ansteckungsgefahr mit Hepatitis B nicht ausgeschlossen hatten. (Hepatitis! WM-Kampf geplatzt)

"Eine kuriose Absage"

Eine Schutzimpfung lehnte Walujew ab. Für Klitschko wird das kein Hindernis. "Ich hätte mich an Walujews Stelle impfen lassen, um den Kampf zu retten", hatte der Ukrainer erklärt: "Das war wirklich eine kuriose Absage." (Kohl: "Walujew ist der größte Feigling")

Die von Haye kam auch überraschend. Angeblich hat der Brite eine Rückenverletzung, auch von einer Handverletzung war die Rede.

Er träumt dennoch von einer Chance auf den Megafight auf Schalke. "Wenn ich die entsprechende Behandlung erhalten habe, werde ich das Training aufnehmen und wir können kämpfen, sobald es möglich ist. Ich werde alles tun, damit der Fight stattfindet", sagte Haye.

Sein Manager Adam Booth sprach von einer "Verzögerung von drei Wochen". Er hatte am Mittwochabend dem Klitschko-Management per Fax mitgeteilt, dass sich der Brite beim Training auf Zypern verletzt habe und kampfunfähig sei.

Samil Sam und Solis blitzen ab

"Ich bin schockiert und sprachlos. Ich werde jeden boxen. Ich möchte die Schalker Fans nicht enttäuschen", sagte Klitschko im österreichischen Going, wo er sich seit fünf Wochen auf den Fight vorbereitet.

Kaum hatte die Nachricht von Hayes Absage die Runde gemacht, flatterten auch schon die Angebote bei Bönte ein. Die Amerikaner Kevin Johnson, Brian Minto und Michael Grant erklärten sich bereit, der Hamburger Promoter Ahmed Öner brachte seine Schwergewichtler Sinan Samil Sam und Odlanir Solis ins Gespräch. Vergebens.

"Wir arbeiten an großen Namen, und da bleiben nicht so viele", sagte Bönte. Witali Klitschko steht schließlich auch nicht zur Verfügung.

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