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Ob es neben Klitschkos (l.) drei Titeln auch um Chagaevs Gürtel geht, ist unklar © getty

Auf beiden Seiten steigt die Vorfreude auf das Duell Wladimier Klitschko - Ruslan Chagaev, obwohl noch unklar ist, um was es geht.

Von Jürgen Blöhs

München - Der Countdown läuft.

Am Samstag steigt vor der imponierenden Kulisse von knapp 60.000 Zuschauern in der Schalke-Arena der Schwergewichtskampf zwischen Wladimir Klitschko und Ruslan Chagaev.

Nachdem Klitschkos ursprünglicher Gegner David Haye wegen einer Verletzung abgesagt hatte, war man im Klitschko-Lager sofort auf die Suche nach einem Ersatz gegangen.

Verlegung keine Option

Der Bitte des Briten um eine Verlegung wollte man nicht nachkommen.

"Es waren über 50.000 Tickets verkauft. Wir wollen das Event auf jeden Fall halten. Die Leute haben ja vor allem Tickets gekauft, um Klitschko zu sehen, nicht Haye", so Klitschko-Manager Bernd Bönte. (Abrechnung mit Haye - Komplimente für Chagaev)

"Es gibt keinen neuen Termin mit Haye. Wir konzentrieren uns ganz auf den Kampf gegen Chagaev. Haye hat seine Chance gehabt und muss sich ganz hinten anstellen", erklärte K2-Pressesprecher Klaus-Peter Dittrich Sport1.de.

"Werde Klitschko die Gürtel entreißen"

Nach der Absage von Nikolai Walujew stellte sich Chagaev zur Verfügung. Der 30-Jährige war in der Vorbereitung auf den Kampf am 30. Mai und ist laut Trainer Michael Timm "nach Helsinki weiter im Training geblieben". (Hepatitis! WM-Kampf geplatzt)

Chagaev freut sich ohnehin über die reizvollere Aufgabe:

"Jetzt kämpfe ich auf Schalke vor 60 000 Zuschauern gegen Wladimir Klitschko. Ich freue mich auf die Arena, die Fans und die drei Gürtel, die ich Klitschko entreißen werde. Ich habe keine Angst vor Wladimir. Ich bin auch Weltmeister, nicht nur er", ist der in seinen 24 Profi-Fights unbesiegte Sportpädagoge optimistisch, seine Weiße Weste zu behalten.

"Größeres Risiko" für Klitschko

"Die Größe von Wladimir macht mir nichts aus. Immerhin habe ich mich auf Walujew vorbereitet", so Chagaev weiter.

Eher müsse Klitschko zittern. Immerhin muss sich der Ukrainer von einem Normalausleger aus der niedrigeren Cruisergewichts-Klasse auf einen Rechtsausleger umstellen.

"Für Wladimir ist dieser Kampf das viel größere Risiko. Wir machen jetzt im Sparring alles anders herum", gab Klitschko-Coach Emanuel Steward in der "Sport Bild" zu.

Schlechte Erinnerungen an Rechtsausleger

Das sieht auch Klitschko so: "Ich freue mich mit Chagaev auf eine besondere sportliche Herausforderung. Ruslan ist ein absolut erfahrener und schwerer Gegner. Zudem muss ich mich innerhalb kürzester Zeit von einem Normal- auf einen Rechtsausleger umstellen."

Und mit den im Ring unbeliebten Rechtsauslegern hat der 33-Jährige so seine Erfahrung: 2003 schlug der Südafrikaner Corrie Sanders den in 55 Kämpfen nur drei Mal besiegten Dr. Steelhammer in der 2. Runde schwer K.o. 118391(DIASHOW: Fallobst, Dinos und ein unterschätzter Schläger)

"Wenn ich kämpfe, dann um alles"

"Wenn ich kämpfe, dann um alles", hatte Klitschko in einem Sport1.de-Interview begründet, warum er gegen Haye ohne Not seine Titel der Verbände WBO, IBF und IBO aufs Spiel setzt.

Das gilt auch für den Kampf gegen Chagaev, dessen Universum-Stall mit der WBA darum kämpft, dass der Usbeke den im April 2007 gegen den Russen Walujew erkämpften WM-Gürtel in den Ring werfen darf.

Drückt sich WBA um Entscheidung?

Bemerkenswert: Bereits zweimal hatte die WBA dazu offiziell Stellung nehmen wollen.

Doch bis dato ließ man beide Termine verstreichen.

Universum-Chef Klaus-Peter Kohl hat daraufhin zu Beginn der Woche einen Eilantrag an die WBA geschickt und gebeten, bis Mittwochnacht US-Zeit eine positive Entscheidung zu treffen. Ohne Reaktion.

Chagaev nicht nur ein "Lückenbüßer"

Sollte es keinen positiven Bescheid geben, wäre das "auch egal. Die Leute wollen einen guten Fight sehen und den werden sie bekommen. Wladimir ist ein wahrer Sportsmann. Er hätte es ja nicht nötig, drei Gürtel zu riskieren", lobt Hawerkamp.

Ob Gürtel oder nicht, lässt auch Klitschko kalt: "Ruslan hat Walujew besiegt und ist für mich der offizielle ist WBA-Weltmeister." (Klitschko: "Der beste Mann nach meinem Bruder")

Und eventuell am Samstag mehr als das: "Wir sind hier nicht herkommen, um lediglich ein Lückenbüßer zu sein. Wir wollen hier das Ding am Samstag gewinnen", gibt Chagaev-Trainer Timm die Marschroute vor.

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