vergrößernverkleinern
Im Februar 2007 besiegte Ruslan Chagev (r.) Carl Davis Drumond durch Technischen K.o. © getty

Der quirlige Ruslan Chagaev geht furchtlos in den Fight gegen Klitschko. Doch nicht nur die Reichweite spricht für den Ukrainer.

Von Tanja Eberl und Jürgen Blöhs

München - Auch wenn es nicht um die Titel-Vereinigung geht:

Der Kampf von IBF-, WBO- und IBO-Schwergewichtsweltmeister Wladimir Klitschko gegen Ruslan Chagaev dürfte zum Box-Highlight des Jahres zählen.

"Es ist schade, dass David Haye nicht antreten kann. Aber jetzt schaue ich nach vorn und freue mich mit Chagaev auf eine besondere Herausforderung", so der 33-jährige Ukrainer, der anders als gegen Haye gegen den ungeschlagenen Usbeken seine drei WM-Gürtel nicht in den Ring werfen kann. (Klitschko: "Der Beste nach meinem Bruder")

Hintergrund: Der in Panama ansässige Weltverband WBA teilte mit, dass der Fight gegen IBF/WBO-Weltmeister Klitschko wegen schwebender Verfahren nicht als Titelfight mitsanktioniert werde.

Bedeutet: Der Vereinigungskampf um den WBA-Titel ist damit vom Tisch. Allerdings setzt allein Klitschko seine Gürtel aufs Spiel. (Hier geht's gleich zu den harten Fakten im Head-to-Head)

Chagaev in Top-Form

Doch auch so verspricht der Fight einiges: Der 30-jährige Chagaev ist in Top-Form, weil er sich auf einen Fight gegen Nikolai Walujew am 30. Mai in Helsinki vorbereitet hatte.

Wegen seiner Hepatitis-B-Erkrankung verweigerte der finnische Box-Verband jedoch die Kampferlaubnis. Der "weiße Tyson?" leidet seit mehreren Jahren an der Erkrankung, die aber nicht mehr ansteckend sein soll. (Hepatitis! WM-Kampf geplatzt).

Hepatitis seit Jahren bekannt

"Es ist seit fünf Jahren bekannt, dass Chagaev das Antigen in sich trägt. Wie Millionen von Menschen auch. Die Krankheit ist nie ausgebrochen", wunderte sich Universum-Pressechef Christof Hawerkamp auf Sport1.de-Nachfrage über das Verbot in Finnland.

Der Kampf auf Schalke werde auf jeden Fall stattfinden, selbst "die Deutsche Leberstiftung hat Grünes Licht gegeben", so der Universum-Pressechef weiter. (Wegen Chagaevs Hepatitis: Ärzte fordern Kampf-Absage)

Als "reine Vorsichtsmaßnahme" bezeichnet das Klitschko-Management K2 dann auch die Tatsache, dass sich sein Fighter hat impfen lassen. 118391(DIASHOW: Fallobst, Dinos und ein unterschätzter Schläger)

Chagaev fehlt Erfahrung

Seinen letzten Kampf bestritt Chagaev, der nach seinem WM-Erfolg über Nikolai Walujew im April 2007 verletzungsbedingt nur zweimal im Ring stand, am 27. Februar 2007: In Rostock besiegte der 30-Jährige Carl Davis Drumond aus Costa Rica durch t.K.o. in Runde sechs.

Der Rechtsausleger hat in seiner Profi-Karriere insgesamt 26 Kämpfe absolviert, er ist ungeschlagen, lediglich ein Unentschieden steht zu Buche.

"Ich habe keine Angst"

Den russischen 2,13-m-Hünen bezwang der 1,85 m "kleine" Chagaev durch seine Beweglichkeit im Oberkörper und seine überfallartigen Attacken mit schnellen Haken.

Daher habe er auch "keine Angst" vor dem 14 Zentimeter größeren Ukrainer. "Immerhin habe ich mich auf Walujew vorbereitet."

Routinier Klitschko mit der Erfahrung von 55 Profi-Kämpfen musste 2003 eine seiner bittersten Niederlagen gegen Corrie Sanders einstecken.

Der Südafrikaner, wie Chagaev ein Rechtsausleger, schlug Dr. Steelhammer in Runde zwei schwer k.o.

Hier geht's weiter: >> Die harten Fakten und eine seltene Gemeinsamkeit

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel