Mit seinen Machtdemonstrationen mobilisiert Klitschko die Massen, macht Figths zu Mega-Events. Doch der Weltmeister hat ein Riesenproblem.

"Ich war am Boden", beschreibt Wladimir Klitschko die Zeit nach seinen K.o.-Niederlagen im März 2003 gegen Corrie Sanders und Lamon Brewster im Apil 2004.

Aus dem Box-Philosophen mit der Eisenfaust war "Dr. Weichei" geworden. Vom "Kollaps des Kolosses" war zu lesen - oder der "Demontage eines Preisboxers".

Schnee von gestern: Der damals 28-Jährige kam zurück: Alle folgenden Kämpfe gewann der Ukrainer, der sich mit drei WM-Gürteln schmücken darf und sich bei den Kritikern von damals bedankte: "Die haben mich motiviert."

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Den vierten Gürtel verhinderte nur eine undurchsichtige Politik der WBA, die Ruslan Chagaev - ihrem "Weltmeister im Wartestand" - untersagte, den Gürtel des Verbandes in den Ring zu werfen.

Dafür verlieh die Box-Bibel "The Ring" dem Ukrainer den Gürtel für den "unumstrittenen Champion". Eine Ehre, die auch schon Bruder Vitali zuteil geworden war. Erstmals in der Geschichte gelang es damit einem Bruder-Paar, diese Auszeichnung zu erhalten.

Und so eilen die Klitschkos von Rekord zu Rekord. Längst sind sie mit ihrer K2-Agentur zu einer eigenen Marke geworden.

Mit ganz neuen Ideen: Statt Fight auf Fight, wie man es von Kampfabenden kennt, wurde den Fans eine Show mit den Top-Bands "The Boss Hoss" und "Mando Diao" sowie Comedian Oliver Pocher geboten. 120351(zur Diashow: Promi-Clash beim Rekordspektakel)

Der "beste Wladimir aller Zeiten", wie Ex-Pomoter Klaus-Peter Kohl, der in der Ecke des Verlierers saß, neidlos anerkannte, lockte 61.000 Zuschauer unter das Dach der Veltins Arena.

Nie zuvor waren in Europa so viele Zuschauer bei einem Boxkampf in einer Halle.

Und der "beste Wladimir aller Zeiten" erklärte Bruder Vitali zum besten aktuellen Schwergewichtler und schloss einen Bruder-Kampf kategorisch aus.

"Ich komme zurück", versprach Klitschko den Fans auf Schalke nach dem klaren Sieg über "den besten Schwergewichtler nach uns Brüdern".

Und kündigte an, auch in der Kathedrale des Boxens, dem Madison Square Garden in New York, boxen zu wollen.

Nur gegen wen? Selbst wenn die Massen wegen Dr. Steelhammer die Arenen stürmen - zum Boxen gehören zwei. Doch ein ebenbürtiger Kontrahent ist nicht in Sicht. Klitschko gehen die Gegner aus.

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