vergrößernverkleinern
Wladimir Klitschko (l.) verteidigte gegen Ruslan Chagaev souverän seine WM-Titel © getty

Die Klitschkos lehnen ein Bruder-Duell ab - und auch andere "Box-Geschwister" können sich einen solchen Fight nicht vorstellen.

Von Jürgen Blöhs

München - Nach dem klaren Erfolg von Wladimir Klitschko über Ruslan Chagaev werden die Rufe nach dem Bruder-Kampf immer lauter. (Bruder-Kampf: "Definitiv nicht")

"Für beide bleibt es ein unvollendetes Business, wenn sie nicht gegeneinander antreten. Du kannst nur ein ganz Großer sein, wenn du alle Großen deiner Ära besiegt hast", forderte Lennox Lewis in der "Welt am Sonntag" den Bruder-Kampf, auch wenn er "verstehe, dass die Mutter das nicht möchte."

100-Millionen-Dollar-Fight

Promoter-Enfant-Terrible Don King sieht in der "Bild" vor allem den finanziellen Aspekt: "Vitali gegen Wladimir - das Ding wäre 100 Millionen-Dollar wert", sagt er.

Und vor einer Woche ließ die britische Zeitung "The Independent" eine Bombe platzen.

"Wir werden noch einmal mit unserer Mutter reden. Sie wäre nicht glücklich, denn es würde keinen abgesprochenen Kampf geben, sondern einen blutigen und schmutzigen. Wir wissen, wie riesig das Interesse an solch einem Kampf ist?, schloss Wladimir ein Duell gegen seinen vier Jahre älteren Bruder plötzlich nicht mehr aus.

May: "Ich hatte Tränen in den Augen"

Ist so ein "Kain-und-Abel-Kampf" psychologisch überhaupt möglich? Andere Brüder-Paare meinen nein.

"Thorsten und ich mussten bei Trainer Manfred Wolke in den Ring. Es war richtiges Sparring. Ich musste richtig zuschlagen. Das war eine Scheiß-Situation. Nach dem Sparring standen mir Tränen in den Augen", beschreibt Rüdiger May in der "Bild", wie er sich nach Schlagaustauschen mit seinem Bruder fühlte.

Und das war "nur" Training. Ist ein Ernstfall überhaupt möglich?

"Rocky": Klitschkos haben es nicht nötig

"Da muss man sich ganz schön hassen", kann sich Ex-Weltmeister Ralf Rocchigiani so einen Kampf nicht vorstellen.

Und Bruder Graciano gibt ihm Recht: "Ich haue doch meinem Bruder nicht auf die Fresse, und wer sich so gut versteht, wie die Klitschko-Brüder, wird das auch nie tun."

Auch das King-Argument lässt "Rocky" nicht gelten: "Von der Kohle her haben es beide nicht nötig."

Auch Abraham glaubt nicht daran

"Für kein Geld der Welt", betont Mittelgewichts-Weltmeister Arthur Abraham, "würde ich gegen meinen Bruder Alexander antreten."

Haben die Sympathieträger aus der Ukraine mit dem werbewirksamen Saubermann-Image etwa weniger Skrupel als die Raubeine Rocchigiani?

"Das war ein Witz"

Sport1.de fragte nach und erfuhr aus dem Umfeld der Klitschkos, dass die Aussage im "Independant" nicht ernst gemeint sei:

"Die ewige Fragerei nach dem Bruder-Duell nervt die beiden mittlerweile so sehr, dass sie sich bei der Antwort dann und wann einen Witz erlauben."

Das war auch in diesem Fall so, ist sich Klitschko-Manager Bernd Bönte sicher.

Wladimir beantwortet entscheidende Frage

Die nicht nur von Lewis geforderte Lösung der frage, wer denn nun der beste Schwergewichtler aktuell ist, beantwortete Wladimir außerhalb des Ringes:

"Dieses Loch schließe ich hiermit: Mein Bruder Vitali ist der beste!"

Und auch im Gespräch mit Sport1.de hatte der 33-Jährige einen Bruder-Kampf "definitiv" ausgeschlossen.

Die Rufe und Fragen danach sollten ein Ende haben.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel