vergrößernverkleinern
Für Arthur Abraham war es im 30. Kampf der 30. Sieg © getty

Nach seinem souveränen technischen K.o. über Mahir Oral kündigt Weltmeister Arthur Abraham seinen Gewichtsklassen-Wechsel an.

Berlin - Als die Box-Lehrstunde in der zehnten Runde durch den überfälligen Handtuch-Wurf aus der gegnerischen Ecke beendet war (Abraham bleibt Weltmeister), dachte "König Arthur" schon an die Annehmlichkeiten in seinem neuen Reich 123067(Die Bilder des Kampfes).

"Ich werde die Gewichtsklasse wechseln. Dann kann ich endlich mehr Bratkartoffeln essen", sagte der Mittelgewichtler nach seiner Titelverteidigung im WM-Kampf der IBF gegen Mahir Oral vor den Augen prominenter Gäste wie Fußball-Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus oder TV-Comedian Oliver Pocher.

Keine Gegner mehr

"Ich stimme dem Wechsel zu", meinte Manager Wilfried Sauerland.

Dem Promoter sind Abrahams Probleme beim Gewichtmachen auf unter 72,574 kg nicht verborgen geblieben.

Doch es ist nicht allein der schmerzhafte Verlust auf Bratkartoffen und Süßigkeiten, der das Mittelgewicht für Abraham so unattraktiv macht. "Er hat keine Gegner mehr. Felix Sturm und Kelly Pavlik wollen nicht, die anderen sind zu schwach", sagt Sauerland (Abraham will "der Superchampion" sein).

Oral mit Löwenherz

Dabei hätte der 29 Jahre alte Oral beinahe gezeigt, dass es doch noch einen ernstzunehmenden Fighter im fünfhöchsten Limit gibt.

Der Deutsch-Türke mit dem Beinamen "Löwe" bewies tatsächlich ein Löwenherz und hatte in den ersten drei Runden Vorteile. "Respekt, er hat einen tollen Kampf geboten. Das Publikum war begeistert", sagte Abrahams Trainer Uli Wegner.

Fünfmal auf den Brettern

Als "König Arthur" in Runde vier den Turbo einlegte und Oral mangels Kraft immer seltener die Deckung vor dem Gesicht hielt, kamen die Boxfreunde auf ihre Kosten.

Mit blitzschnellen Kombinationen zeigte der 29-Jährige Abraham seine Weltklasse, beförderte "Stehaufmännchen" Oral bis zum Abbruch gleich fünfmal auf die Bretter und feierte am Ende den 30. Sieg im 30. Profikampf.

Welche Dominanz Abraham bei seinem 24. vorzeitigen Sieg besaß, wurde in den letzten Minuten des Kampfes deutlich.

Als nach den Niederschlägen Orals Trainer Hans-Jürgen Witte immer noch nicht abbrechen wollte, blickte er mehrmals böse in dessen Ecke. "Ich habe den Blick verstanden", sagte Witte hinterher, "doch es war schließlich ein WM-Kampf und wir wollten weiterkämpfen."

Manager will Sturm

Orals Manager Ahmet Öner war trotz der Niederlage seines Schützlings aus dem Häuschen und nutzte die Aufmerksamkeit, um für einen weiteren Top-Kampf seines Schützlings etwa gegen Weltmeister Felix Sturm zu trommeln. "Felix hätte keine Chance gegen Oral. Er hat nicht die Schläge, um Oral gefährlich zu werden."

Sollte Abraham, dem Sturm stets aus dem Weg ging, tatsächlich ins Supermittelgewicht aufsteigen, ist der WM-Titel vakant.

Dann wäre auch Sebastian Sylvester ein WM-Kandidat. Der "Hurrikan" aus Greifswald schlug im Vorprogramm den US-Amerikaner Lajuan Simon einstimmig nach Punkten und steht nun in der IBF-Weltrangliste hinter Giovanni Lorenzo (Dominikanische Republik) auf dem zweiten Platz.

"Weiß, wie ich kämpfen muss"

Abraham hat sich bereits auf die Gegner in der neuen Gewichtsklasse eingestellt. "Ich weiß, wie ich da kämpfen muss", sagte der gebürtige Armenier, der dann bei einem Limit von 76,2 Kilo die Bratkartoffen seiner Mutter nicht mehr so oft verschmähen muss.

Manager Sauerland jedenfalls machte sich um seinen Schützling in der neuen Klasse keine Sorgen: "Ich glaube, er könnte sogar im Halbschwergewicht Weltmeister werden."

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel