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Felix Sturm gewann 2000 in seinem letzten Jahr als Amateur Gold bei der EM © getty

Statt gegen Abraham oder Pavlik geht es für Felix Sturm gegen den Stallkollegen Gevor. Der bot dem WBA-Champion schon mal Paroli.

Nürburgring - Weltmeister Felix Sturm verteidigt zum dritten Mal innerhalb eines Jahres seinen Titel, doch der Traum von einem Vereinigungskampf im Mittelgewicht gegen seine Konkurrenten Arthur Abraham oder Kelly Pavlik wird wohl unerfüllt bleiben.

Während der WBA-Champion am Samstag (22.30 Uhr) in der neuen Ring-Arena am Nürburgring gegen Europameister Khoren Gevor antritt, werden sowohl IBF-Champ Arthur Abraham als auch der amerikanische Doppelweltmeister Kelly Pavlik (WBO/WBC) aller Voraussicht nach ins Supermittelgewicht wechseln.

Vor allem der nie zustande gekommene Kampf gegen Sauerland-Boxer Abraham, der zuletzt seinen Titel gegen Mahir Oral verteidigte (Abraham bleibt Champion) , scheint Sturm noch zu ärgern.

Ein stallinternes Duell

"Er und sein Team wollten niemals ernsthaft gegen uns boxen. Sonst geht man anders an die Sache ran", sagt Sturm, der von seinen 35 Profikämpfen lediglich einen verlor.

Dennoch hofft er weiter zumindest auf ein Duell gegen Pavlik: "Was die anderen machen, liegt ohnehin nicht in meinem Ermessen. Ich hoffe nach wie vor, dass Kelly mal gegen mich boxt." (Weltmeister Sturm Sieger einer Farce)

Vorerst nimmt er mit seinem Universum-Stallkollegen Gevor vorlieb, den er beim offiziellen Wiegen am Freitag mit 72,2 Kilogramm um 200 Gramm unterbot.

Ein stallinternes Duell ist für Universum-Chef Klaus-Peter Kohl kein Problem. "So etwas kommt immer mal wieder vor. Wir haben 30 Boxer unter Vertrag, und natürlich wollen und müssen wir auch wissen, wer der Beste ist", sagte Kohl.

Vorwürfe und Vertragsprobleme

Ende 2008 hatte es hitzige Diskussionen über einen Kampf Sturm gegen Abraham gegeben. Sauerland hatte Sturm 2,5 Millionen Euro Gage für das Duell angeboten.

Als Sturm-Promoter Kohl das als unseriös ablehnte, wurde Sturm aus Reihen des Sauerland-Boxstalls Feigheit vorgeworfen.

Zusätzliche Probleme hatte es durch die TV-Verträge der Boxer gegeben. Abraham wird von der ARD übertragen, Sturm kooperiert mit dem ZDF.

So muss Sturm am Samstag erneut eine Pflichtaufgabe erledigen, die er jedoch keinesfalls unterschätzen sollte.

Ansehnlicher Kampfrekord

Sein Gegner, aktuell die Nummer zwei der WBA- und WBO-Weltrangliste, zeigte bereits Ende 2007 in seinem ersten WM-Kampf gegen Abraham seine Klasse. Lange hielt der 30 Jahre alte Deutsch-Armenier gut mit, ging aber in der elften Runde K.o.

Auch Gevors Kampfrekord lässt sich durchaus sehen. Bei seinen 33 Profikämpfen kassierte er nur drei Niederlagen (18 K.o.). Zuletzt gewann er in Helsinki vor 9000 Zuschauern den EM-Titel gegen Lokalmatador Amin Asikainen durch technischen K.o. in der siebten Runde.

Er gehe davon aus, dass der Kampf gegen Sturm "durch die Psyche entschieden" werde, sagt der Herausforderer: "Wer den besseren Willen hat, wird gewinnen. Ich habe bei meinem letzten Kampf in Finnland eine Halle mit 9000 Zuschauern zum Schweigen gebracht. Am Samstag wird es hoffentlich wieder sehr still werden."

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