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Felix Sturm überzeugte gegen Khoren Gevor erst ab Runde sieben © getty

Die Siegesparty fällt für Felix Sturm nach seinem Punktsieg gegen Khoren Gevor aus. Sein Gegner spricht von Schiebung.

Nürburgring - Sein erster Weg als alter und neuer Weltmeister führte Felix Sturm geradewegs ins Krankenhaus - derweil war der erzürnte Verlierer gar nicht mehr zu beruhigen.

Während Mittelgewichtler Sturm nach der erfolgreichen Pflichtverteidigung gegen seinen Universum-Stallkollegen Khoren Gevor wegen eines Hämatoms im rechten Ohr behandelt werden musste, witterte sein Gegner nach der einstimmigen Punktniederlage ein abgekartetes Spiel. (Zum Artikel: Sturm mit längerem Atem)

"Ich habe ihn fertig gemacht, sonst wäre er ja nicht im Krankenhaus. Ich habe gewonnen", sagte Gevor.

Gevor kritisiert Ringrichter-Tausch

Vor laufenden TV-Kameras fand er deutliche Worte dafür, dass am Samstagmorgen kurzfristig der Ringrichter ausgetauscht worden war: "Das ist scheiße! Das geht nicht."

Der eigentlich vorgesehene Luis Pabon aus Puerto Rico hatte wegen Passproblemen nicht anreisen können und war durch den Franzosen Jean Louis Legland ersetzt worden.

Sturm beschwert sich über unsauberen Kampfstil

Weltmeister Sturm, der seinen Titel vor 5500 Zuschauern in der ausverkauften neuen Ring.Arena am Nürburgring unter den Augen von Formel-1-Prominenz wie Michael Schumacher und Bernie Ecclestone erfolgreich verteidigte, ließ jegliche Kritik an sich abprallen. 128184(DIASHOW: Die Bilder des Kampfs)

"Um Weltmeister zu werden, muss man eben mehr machen als mit dem Kopf schieben", sagte der 30-jährige Leverkusener und spielte damit auf den teilweise unsauberen Kampfstil seines Gegners an.

"Ich kann Khorens Enttäuschung verstehen, aber man sollte auch immer Sportsmann bleiben", kommentierte Sturm die Kritik seines Gegners.

Seine Verletzung, wegen der er auch nicht an der anschließenden Pressekonferenz teilnehmen konnte, spielte Sturm nach seinem Krankenhausaufenthalt herunter.

"Mir geht es gut. Das war ein kleiner, aber notwendiger Eingriff", sagte der Weltmeister nach der Behandlung: "Mir wurde das Blut aus dem Bluterguss in der Ohrmuschel gesaugt."

Erst ab Runde sieben klares Duell

Dass der Titelverteidiger vor allem zu Beginn des Kampfes von seinem aggressiven Gegner häufig in die Defensive gedrängt wurde, war nicht zu leugnen. Überraschenderweise spielte Sturm dabei nicht seine Reichweitenvorteile aus, sondern ließ sich immer wieder auf Duelle im In-Fight ein.

Sturms Trainer Michael Thimm verteidigte diese Taktik später als abgesprochen, zu einer souveränen Kampfesführung reichte sie jedoch nicht.

Erst ab der siebten Runde konnte Sturm von der nachlassenden Kondition seines Kontrahenten profitieren und entschied die letzten Runden dank der klareren Treffer für sich.

Gevor-Coach Fritz Sdunek erkannte im Gegensatz zu seinem Schützling den Erfolg des 30-Jährigen an: "Das knappe Urteil ist berechtigt. Ein Unentschieden wäre auch in Ordnung gewesen, Khoren hat gezeigt, dass Felix zu packen ist. Khoren hatte einfach den höheren Spritverbrauch."

Verhandlungen mit Pavlik

Für Sturm, der zum siebten Mal seinen Titel verteidigte, könnte sich das harte Stück Arbeit lohnen.

Wie Promoter Dietmar Poszwa mitteilte, steht Universum in konkreten Verhandlungen mit WBO- und WBC-Weltmeister Kelly Pavlik aus den USA über einen Vereinigungskampf: "Das ist mehr als nur eine Kontaktaufnahme. Beide wollen den Kampf, würden aber ein finanzielles Risiko eingehen. Deshalb muss auch diese Seite stimmen."

Pavlik, der amtierende Titelträger, hat seinen Gürtel seit Februar nicht mehr pflichtverteidigt.

Daher hatte der Verband einen Ausscheidungskampf zwischen dem WBC-Ranglistenersten Domenico Spada (Italien) und dem Ranglistenzweiten Sebastian Zbik aus Schwerin angesetzt, den Zbik am Samstag in der Ring.Arena gewann.

Sollte Pavlik seinen WM-Titel nicht gegen Zbik verteidigen, wird der Universum-Boxer zum neuen Weltmeister erklärt.

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