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In Runde elf setzte Jürgen Brähmer gegen Aleksy Kuziemski den entscheidenden Schlag © imago

Mit einem K.o-Sieg in Runde elf erkämpft sich Jürgen Brähmer eine neue Titelchance. Robert Stieglitz ist schon am Ziel.

Budapest - Jürgen Brähmer steht vor seinem zweiten Griff nach einem WM-Gürtel. Dutch technischen K.o. nach 39 Sekunden der elften Runde besiegte er den Polen Aleksy Kuziemski und kann sich nun Interimsweltmeister des Weltverbandes WBO nennen.

Der Halbschwergewichtler darf nach seinem 34. Sieg im 36. Profikampf seinen 35 Jahre alten Stallgefährten Zsolt Erdei (Ungarn) herausfordern, der den Titel der WBO seit Januar 2004 trägt.

Im November 2008 unterlag er in seinem ersten WM-Kampf um den Titel der WBA dem Argentinier Hugo Hernan Garay.

Insgesamt vier Niederschläge

Der 30-Jährige schlug den zähen Polen in der zweiten, dritten und fünften Runde mit seiner harten linken Schlaghand nieder, bevor er in der elften einen weiteren Volltreffer landete.

Kuziemskis Trainer Artur Grigorian warf anschließend das Handtuch.

"Ich bin noch lange nicht da, wo ich hin will. Er war ein schwerer Gegner, war schwer zu treffen. Ich wollte mehr mit der Führungshand punkten, dann musste ich mich umstellen", sagte Jürgen Brähmer selbstkritisch.

Gerichtsprozess gefährdet WM-Chance

Der Kampf gegen Erdei könnte im Dezember stattfinden, vorher aber muss Brähmer noch einen viel wichtigeren Kampf gewinnen.

Am 10. September steht er wegen des Vorwurfs der Körperverletzung vor dem Amtsgericht Schwerin. Sollte der bereits vorbestrafte Boxer erneut verurteilt werden, ist seine Karriere beendet.

"Schlafe ich jetzt etwa?"

Der Erfolg von Brähmer war nicht überraschend, der Sieg von Supermittelgewichtler Robert Stieglitz gegen Karoly Balzsay dagegen kam einer Sensation gleich.

Stieglitz konnte seinen Coup kaum glauben. "Ich fühle mich wie im Traum. Schlafe ich jetzt etwa? ", sagte der Magdeburger Profiboxer nach dem Kampf.(Alle Box-News)

Mit einer taktischen Meisterleistung hatte der 28-Jährige in Budapest Titelverteidiger Karoly Balzsay entthront und durch einen technischen K.o. in der elften Runde völlig überraschend die Weltmeisterschaft des Verbandes WBO im Supermittelgewicht gewonnen.

Der fette WM-Gürtel über seiner Schulter aber war Beweis genug, dass er sich seinen Traum tatsächlich erfüllt hatte und nicht nur träumte.

Vom Gegner unterschätzt

"Ich bin Außenseiter gewesen, ich habe das hier alles leichter genommen", sagte Stieglitz, der bei seiner ersten WM-Chance im März 2007 in Rostock gegen den Kolumbianer Alejandro Berrios in der dritten Runde K.o. gegangen war.

"Ich glaube, die andere Seite hat mich etwas auf die leichte Schulter genommen."

Sdunek wirft das Handtuch

Bis zur neunten Runde dominierte vor 5000 Zuschauern der Lokalmatador, dann öffnete Stieglitz mit einem Treffer einen Cut bei dem Ungarn, der danach völlig seine Linie verlor, sich zudem überpaced hatte und in der zehnten Runde schwere Schläge einstecken musste.

Trainer Fritz Sdunek ließ seinen taumelnden Schützling danach nicht mehr in den Ring. "Karoly hat sich verbrannt. Auf einmal kam der Bruch in Runde zehn", sagte Sdunek: "Er war nach einigen Treffern völlig von der Rolle."

"Wie nach einem Drehbuch"

Der im russischen Ejsk geborene Stieglitz zeigte sich unter seinem neuen Trainer Torsten Schmitz stark verbessert.

"Es lief wie nach einem Drehbuch", sagte Stieglitz-Manager Ulf Steinforth: "Wir wussten, dass Robert physisch stärker ist und wir wussten, dass Balzsay anfällig für Cuts ist."

Noch in diesem Jahr soll Stieglitz eine freiwillige Titelverteidigung machen, eine Rückkampfklausel mit Balzsay gibt es laut Steinforth nicht.

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