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Der frischgebackene Weltmeister Jack-Culcay-Keth ist gebürtiger Ecuadorianer © imago

Jack Culcay-Keth holt bei der Amateur-WM in Mailand Gold im Weltergewicht. Auch im Fliegengewicht gibt es eine deutsche Medaille.

Mailand - Jack Culcay-Keth sank völlig erschöpft in die Arme von Trainer Wladimir Pletnew und war den Tränen nahe.

Der 23 Jahre alte Weltergewichtler hatte sich bei seinem 7:4-Punktsieg über den Russen Andrej Samkowoj im Finale der Amateurbox-WM von Mailand völlig verausgabt und mit letzter Kraft dem Deutschen Boxsport-Verband (DBV) den ersten WM-Titel seit 14 Jahren beschert.

Zudem gewann Fliegengewichtler Ronny Beblik aus Chemnitz Bronze.

Buhrufe von russischen Fans

"Ich bin überglücklich. Das ist der größte Moment meiner Karriere", sagte der neue Champion nach seinem Triumph.

Immer wieder war der Darmstädter dem ungestüm angreifenden Russen geschickt ausgewichen und hatte schnelle Kontertreffer gesetzt. Beim Stande von 3:3 ging es in die letzte Runde, ehe Culcay-Keth schnell auf 6:3 davonzog.

"Da war der ein oder andere streitbare Treffer dabei. Ich kann die Buhrufe einiger russischer Fans verstehen", sagte Disziplintrainer Roland Kubath.

Erster WM-Titel seit Zoltan Lunka

Mit dem Sieg des gebürtigen Ecuadorianers Culcay-Keth, der im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Deutschland gekommen war, erfüllten sich für den DBV endlich die Hoffnungen auf einen Titel.

Letztmals gab es 1995 Gold bei einer WM. Damals sicherte sich Fliegengewichtler Zoltan Lunka den Titel bei der Heim-WM in Berlin.

Tiefpunkt überwunden

"Wir sind zufrieden. Unsere junge Mannschaft hat sich achtbar geschlagen", sagte Kubath und zog ein positives WM-Fazit.

Der Tiefpunkt mit den jeweils medaillenlosen Debakeln bei Olympia in Peking und der WM 2007 in Chicago scheint überwunden zu sein.

"Wir sind auf einem guten Weg", meinte Kubath. Der Coach aus Speyer hatte erst Anfang April mit Disziplintrainer Harry Kappell die sportliche Verantwortung im deutschen Amateurboxen übernommen.

Fünf deutsche Viertelfinal-Teilnehmer

In Mailand hatten fünf der neun Kämpfer des DBV das Viertelfinale erreicht.

Neben Culcay-Keth schafften Konstantin Buga (Mittelgewicht), Rene Krause (Halbschwer), Eugen Burhard (Leicht) sowie Ronny Beblik (Fliegen) den Sprung in die Runde der letzten Acht. Beblik stieß ins Halbfinale vor.

In der Vorschlussrunde musste er sich jedoch McWilliams Arroyo aus Puerto Rico nach Punkten mit 7:9 geschlagen geben.

EM- und Olympia-Niederlagen wettgemacht

Der überglückliche Culcay-Keth rehabilitierte sich mit dem Sieg auch für die unglückliche Niederlage im EM-Finale von Liverpool 2008.

Damals brach der Ringarzt den Kampf gegen Mohamed Nurudsinau (Weißrussland) ab, weil bei dem in Führung liegenden Darmstädter eine alte Augenverletzung ausgebrochen war.

Auch bei Olympia in Peking 2008 hatte der hoch talentierte Weltergewichtler Pech. Gegen den stärker eingeschätzten Südkoreaner Kim Jung Joo holte er bis zum Ende ein 11:11, verlor aber wegen einer schwächeren Unterwertung.

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