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Sebastian Sylvester gewann 15 seiner 34 Kämpfe durch K.o. © imago

Sebastian Sylvester will Giovanni Lorenzo den IBF-Titel abjagen. Schon die Pressekonferenz vor dem Kampf gerät zum Pulverfass.

München - Artur Abraham hat den Weg freigemacht, jetzt will Sebastian Sylvester auf den Box-Thron.

Sylvester, Kampfname "Der Hurrikan", will am Samstag im Kampf um den vakanten WM-Titel im Mittelgewicht gegen Giovanni Lorenzo aus der Dominikanischen Republik den Gürtel des Berliners Abraham holen. Dieser war nach seiner letzten Titelverteidigung ins Supermittelgewicht gewechselt.

"Ich werde gewinnen", sagte Sebastian Sylvester und ließ keinen Zweifel daran, dass er vor 5000 Zuschauern im ausverkauften Jahnsportforum von Neubrandenburg zum Nachfolger von "König Artur" gekrönt werden wird.

Sylvester: "Fühle mich fit"

Die Begründung des 29-Jährigen: "Wir haben elf Wochen lang knallhartes Training durchgezogen. Ich fühle mich fit."

Sylvesters neuer Trainer Karsten Röwer bestätigte: "Er ist hervorragend eingestellt und für Lorenzo bereit."

Nach WM-Knockout folgt Neustart

Bei seinem ersten Griff nach der WM-Krone war Sylvester Anfang November 2008 am deutschen WBA-Weltmeister Felix Sturm eindeutig nach Punkten gescheitert.

Danach hatte sich Sylvester von seinem umstrittenen "Wiking"-Boxteam getrennt und beim größeren Stall von Wilfried Sauerland angeheuert.

Zurück auf die Siegerstraße

Nach seiner Pleite gegen Sturm folgten zwei Kämpfe um die Internationale Meisterschaft der IBF, mit denen Sylvester seine Bilanz auf 31 Siege in 34 Profikämpfen ausbaute.

Im März boxte er gegen den Italiener Gaetano Nespro (K.o. in Runde 7) und im Juni gegen den US-Amerikaner Lajuan Simon (Punktsieg).

Damit schob sich Sylvester in der IBF-Rangliste auf Platz zwei hinter Giovanni Lorenzo und qualifizierte sich so für den Fight um die vakante WM.

"Langer Lorenzo" mit Fabel-Bilanz

Doch auf seinem Weg zum Triumph wird Sebastian Sylvester kräftigen Gegenwind spüren, denn Gegner Giovanni Lorenzo kommt mit einer eindrucksvollen Bilanz nach Deutschland.

Von 27 Kämpfen hat der 28-Jährige nur einen verloren, dafür 19 vorzeitig gewonnen. Zudem ist er zehn Zentimeter größer als sein Gegner, was ihm Vorteile bei der Reichweite verschafft.

"Dickkopf" mit schnellen Fäusten

"Der Kampf wird nicht über die Runden gehen", kündigte Lorenzos Trainer Rafael Farrait an, der seit sechs Jahren mit seinem Schützling arbeitet.

Dieser habe manchmal einen Dickkopf wie ein stures Pferd, so Farrait, "doch dafür hat er einen unglaublichen Dampf in den Fäusten, die dazu noch äußerst schnell sind".

Pressekonferenz erhitzt die Gemüter

Temperamentvoll ist Giovanni Lorenzo auch, davon konnte sich Sylvester bereits ein Bild machen.

Als bei der Pressekonferenz zum Kampf Bilder von Sylvesters K.o.-Sieg gegen den 40 Jahre alten Spanier Javier Castillejo gezeigt wurden, schimpfte Lorenzo:

"Ich weiß nicht, was das soll. Warum werden Bilder vom Castillejo-K.o. gezeigt? Was soll das? Da boxt ein junger Boxer gegen einen alten Mann", ereiferte er sich.

"Sylvester hat bisher nur gegen alte Männer und schwache Italiener geboxt. Jetzt wird er es mit einem jungen Gegner zu tun bekommen, der ihn schlagen wird", sprach Lorenzo und verließ die Pressekonferenz.

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