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Linksausleger Sebastian Sylvester war 1998 und 1999 Deutscher Juniorenmeister © imago

Abrahams Nachfolger im Mittelgewicht präsentiert sich unter neuem Trainer in Top-Form und holt den IBF-Weltmeistertitel.

München - Neuer Titel, neues Image, neue Popularität - eine krachende Sylvester-Party mit 5000 Neubrandenburger Fans machte Sebastian Sylvester nicht nur zum IBF-Weltmeister im Mittelgewicht, der Greifswalder boxte sich auch erstmals in die Herzen des TV-Publikums (153882DIASHOW: Die Bilder zum Kampf).

3,34 Millionen Zuschauer verfolgten zu mitternächtlicher Stunde den couragierten Fight des 29-Jährigen gegen Giovanni Lorenzo aus der Dominikanischen Republik, dabei wurde ein bemerkenswerter Marktanteil von 26,1 Prozent ermittelt.

Der Boxer aus dem Sauerland-Stall trat durch seinen Sieg die Nachfolge des ins Super-Mittelgewicht aufgerückten Arthur Abraham an.

Der gebürtige Armenier sah "seinen" WM-Gürtel in guten Händen: "Sebastian war taktisch ausgezeichnet eingestellt und hat richtig schlau geboxt."

"Ich bin stolz an Arthurs Stelle zu rücken"

Verantwortlich dafür ist in erster Linie Sylvesters neuer Coach Karsten Röwer.

Sylvester: "Ab der achten Runde habe ich gespürt, dass Lorenzo verzweifelte. Er fand einfach keine Mittel, um durch meine Deckung zu kommen. Ich bin auf jeden Fall stolz, an Arthurs Stelle zu rücken."

Der neue Weltmeister war nach seinem Triumph so stark gefragt, dass er beinahe vergaß, seine Verlobte anzurufen.

Lob vom Trainer

Die neuerworbene taktische Disziplin hatte Sylvester noch gefehlt, als er im vergangenen Jahr vergeblich versucht hatte, WBO-Champion Felix Sturm den Titel zu entreißen.

Der Leverkusener vom konkurrierenden Hamburger Stall Universum Boxpromotion boxte seinen Herausforderer in Oberhausen seinerzeit nach allen Regeln der Kunst aus.

Mit dem 45 Jahre alten Röwer in der Ecke sah das diesmal alles viel besser aus. Der Schweriner lobte dann auch seinen neuen Schützling: "Er hat sich sehr konsequent an unsere Marschroute gehalten."

Jurorin stößt auf Maskes Unverständnis

Da störte es Sylvester auch nicht, dass sein überlegener Punktsieg auf den Zetteln der Punktrichter knapper ausfiel. US-Jurorin Valerie Dorsett hatte den Gast aus der Karibik erstaunlicherweise mit 116:111 Punkten vorn gesehen.

Was bei ARD-Experte Henry Maske nur Verständnislosigkeit auslöste: "Für ein solches Fehlurteil habe ich keine Erklärung. Jeder Zuschauer hat gesehen, dass der Kampf so nicht gelaufen ist."

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