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Jürgen Brähmer hat Carl Froch ins Visier genommen
Ausgerechnet Hoffnungsträger Jürgen Brähmer droht bei einer Verurteilung das Karriereende © getty

Nach dem Weggang von Felix Sturm befindet sich der Boxstall im Umbruch. Und Hoffnungsträger Brähmer bangt um seine Karriere.

Hamburg - Kürzlich in Bad Doberan: Universum Box-Promotion stellt im Schatten des hochgotischen Münsters die Hauptdarstellerinnen für den Kampfabend am kommenden Samstag in Rostock vor.

Ina Menzer und Susi Kentikian: Die beiden Championessen verteidigen ihre WM-Gürtel, sie sollen zu Quoten-Queens werden, so wie es einst Regina Halmich war. Sie sind es aber noch nicht.

Das Hamburger Box-Unternehmen von Promoter Klaus-Peter Kohl steckt in einer schwierigen Umbruchphase.

Die Zeiten, als der Gastronomie-Kaufmann aus der Hansestadt mit Dariusz Michalczewski, den Klitschko-Brüdern und Halmich absolute Topkämpfer unter Vertrag hatte, sind vorbei.

Sturm nie wieder für Universum

Jetzt hat auch noch der größte Star im Haus seine weitere Zusammenarbeit aufgekündigt. Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm will sich in Zukunft selbst vermarkten und nie wieder für Universum in den Ring steigen.

Die Hamburger hoffen noch auf ein Einlenken von Sturm, wahrscheinlich aber wird diese Vertragsauseinandersetzung vor Gericht enden.

Zurzeit jedenfalls spielt Kohl hinter seinem Berliner Kontrahenten Wilfried Sauerland nur die zweite Geige in Deutschland.

Sauerland mit Top-Coup

Sauerland hat gerade mit Hilfe der "ARD" einen großen Coup gelandet und lässt seinen Topstar Arthur Abraham in einem Turnier der sechs weltbesten Super-Mittelgewichtler den Super-Champion ermitteln.

Am Samstag, den 17. Oktober, steigt "King Arthur" gegen Jermaine Taylor (USA) in Berlin in den Ring.

Universum aber kämpft noch um einen neuen Fernsehvertrag, nachdem das "ZDF" angekündigt hat, den derzeit laufenden Kontrakt ab dem Sommer 2010 nicht verlängern zu wollen.

Poszwa mit Zweckoptimismus

Alles Gründe für Sorgenfalten bei Kohl und Schwiegersohn Dietmar Poszwa, seinem designierten Nachfolger. "Im Gegenteil", sagt Poszwa voller Optimismus, "wir sind gerade dabei, uns wieder neu aufzustellen."

Die Verpflichtung des russischen Olympiasiegers im Schwergewicht, Rachim Tschachkijew, und die Koperation mit US-Superstar Oscar de la Hoya und seiner Golden Boy Promotion sollen da wichtige Schritte sein.

In Sachen TV-Vertrag herrscht ebenfalls Optimismus in der Firmenzentrale in Hamburg Wandsbek. "Wir sind in aussichtsreichen Gesprächen mit einem starken Partner", sagt Poszwa.

"Mit denen werden wir viel Spaß haben"

Sein Ausflug vergangene Woche mit Teilen der Geschäftsführung und den Interims-Weltmeistern Sebastian Zbik und Jürgen Brähmer zum Oktoberfest diente auch dazu, die beiden Mecklenburger außerhalb des Ringes vorzustellen.

"Das sind zwei tolle Jungs, zwei deutsche Weltmeister", sagt Kronprinz Poszwa, "mit denen werden wir in Zukunft viel Spaß haben."

Wobei das im Fall Jürgen Brähmer noch nicht so sicher ist. Der 30-Jährige muss sich zurzeit vor Gericht in Schwerin verantworten.

Brähmer kämpft um Existenz

Am Mittwoch wird der Prozess gegen den bereits Vorbestraften wegen Körperverletzung und Beleidigung fortgesetzt.

Bei einer Verurteilung wäre seine Karriere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beendet. "Wir sind absolut überzeugt davon, dass er unschuldig ist", sagt Poszwa.

Aber da schwingt viel Hoffen mit.

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