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Ina Menzer (r.) und Esther Schouten standen sich schon im Mai gegenüber © getty

Ina Menzer siegt gegen Esther Schouten, behält ihre beiden WM-Gürtel und holt sich einen dritten. Auch die "Killer Queen" gewinnt.

Rostock - Erst machten sie Werbung für das Frauen-Boxen, dann erfüllten sie wieder einmal das Zicken-Klischee:

Der erfolgreichen Titelverteidigung von Federgewichts-Weltmeisterin Ina Menzer (Mönchengladbach) gegen die Niederländerin Esther Schouten folgte der verbale Nachschlag unter der Gürtellinie.

Nach dem knappen Punktsieg der WBC- und WIBF-Titelträgerin in Rostock 161662(Bilder) kamen die Rivalinnen dabei zu nächtlicher Stunde noch einmal ebenso auf Touren wie zuvor schon im Boxring.

"Gegen eine Wand gelaufen"

"Wer das Urteil anzweifelt, muss sich nur mal unsere Gesichter ansehen, dann ist die Sache klar", höhnte Menzer nach ihren 25. Sieg im 25. Profikampf in der Nacht zum Sonntag: "Da sieht jemand aus, als sei sie gegen eine Wand gelaufen."

Der Konter ihrer Gegnerin folgte prompt. "Ich kann verstehen, dass Ina unzufrieden ist. Sie weiß, dass ich besser war als sie und den Sieg verdient gehabt hätte", ätzte Schouten.

Verbal-Duell schon vorab

Schon im Vorfeld war der Fight vom Boulevard zum "Zicken-Duell" hochstilisiert worden.

"Viele Leute wünschen sich, dass ich Ina auf die Fresse haue. Ina boxt ohne Risiko, ohne Herz", hatte die in Magdeburg lebende Schouten vor dem Kampf gestichelt.

Menzers Retourkutsche: "Alle konnten sehen, wer mehr Herz hat. Ich hätte gedacht, Esther sei intelligenter."

Hochklassiges Duell

Wie beim verbalen Schlagabtausch, den Promoter Dietmar Poszwa schließlich vor einer weiteren Eskalation stoppen konnte, hatten sich die Kämpferinnen auch sportlich nichts geschenkt.

In einer Neuauflage des hochklassigen Duells im Januar standen sich erneut zwei ebenbürtige Gegnerinnen gegenüber. Wie schon vor neun Monaten hatte Menzer dabei knapp die Nase vorn.

Beide Boxerinnen punkteten zehn Runden lang immer wieder mit harten Treffern, wobei die 31-jährige Niederländerin teilweise aggressiver wirkte, während die 28-jährige Menzer ein ums andere Mal durch ihre Konter-Qualitäten bestach.

"Das war wirklich starkes Frauen-Boxen", sagte Poszwa.

"Killer Queen" siegt klar

Gleiches traf auf den anschließenden Fight von "Killer Queen" Susi Kentikian (Hamburg) gegen ihre Herausforderin Julia Sahin (Köln) um die Fliegengewichts-Gürtel der Verbände WBC und WIBF zu.

Kentikian setzte sich nach zehn Runden mit 3:0-Kampfrichterstimmen durch.

Für Ex-Weltmeisterin Sahin, die ihren letzten Kampf vor anderthalb Jahren bestritten hatte, war es die erste Niederlage ihrer Profikarriere.

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