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Arthur Abraham ist in seiner Profi-Karriere noch ungeschlagen © getty

Der Linksausleger hat sich seinen Erfolg hart erkämpft - und dafür viele Opfer gebracht. Nun beweist er sich bei den "Super-Sixers".

Berlin - Das Schinkenbrötchen hat keine Chance. Als Arthur Abraham den Raum für eine Pressekonferenz betritt, wandert erst sein Blick und dann sein muskulöser Körper zum Tresen, wo ein paar Leckereien aufgebaut sind.

Herzhaft beißt der Box-Profi in das Brötchen. Ohne Gewissensbisse, obwohl am Samstagabend in der Berliner Arena zum Auftakt des "Super-Six-Turniers" gegen den Amerikaner Jermain Taylor sein bislang größter Kampf bevorsteht.

Seit seinem Wechsel ins Supermittelgewicht ist für den Berliner die Qual des wochenlangen Hungerns vorbei. Der frühere IBF-Weltmeister hat diese und viele andere Strapazen jahrelang ohne Murren auf sich genommen.

"Habe meine Familie zwei Jahre nicht gesehen"

Die Entbehrungen haben sich gelohnt, auch wenn der Erfolg dem 29-Jährigen zuweilen Angst macht.

"Wenn ich manchmal so zurückschaue", sagt Abraham, "dann komme ich mir vor wie in einem falschen Film. Dann kann ich gar nicht glauben, dass der Mann, der das ganze Geld verdient und so viel Erfolg hat, tatsächlich ich sein soll."

Demütig blickt Abraham auf den beschwerlichen Weg zum Ruhm zurück. Im Alter von 15 Jahren kam der gebürtige Armenier mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Alexander nach Deutschland.

Beginn als Ottkes Sparringpartner

Als Amateurboxer (81 Siege in 90 Kämpfen) tingelte er durch die Republik. "Ich habe zwei Jahre lang meine Familie nicht gesehen", sagt er. Doch es sollte sich auszahlen. Promoter Wilfried Sauerland nahm ihn und seinen Bruder 2003 unter Vertrag, Trainer Ulli Wegner gab Arthur als Sparringspartner für Ex-Weltmeister Sven Ottke eine Chance.

Abraham überzeugte schnell durch unermüdlichen Einsatz und eine ungeheure Schlagkraft.

Den WM-Gürtel erkämpfte er sich im Dezember 2005 durch einen überragenden K.o.-Sieg gegen den hoch eingeschätzten Nigerianer Kingsley Ikeke, doch die Geburtsstunde des Stars Abraham trägt ein anderes Datum.

Sieg mit doppelten Kieferbruch

Am 23. September 2006 verteidigte er seinen Titel in der "Schlacht von Wetzlar" gegen den Kolumbianer Edison Miranda trotz eines doppelten Kieferbruchs erfolgreich.

"Ich bin nur im Ring so knallhart. Da bin ich brutal und werde zum Tier", verriet Abraham im Interview mit der Welt: "Außerhalb des Sports bin ich ein um 180 Grad anderer Mensch. Da bin ich sanft, sehr lieb, ein richtig kuscheliger, handzahmer Typ."

Und Abraham ist einer, der Spaß versteht. Um seine Karriere anzukurbeln, schlüpfte er in die Rolle des "Schlumpf-Boxers", der mit dem Schlumpf-Song und passender Mütze einlief.

Abraham gingen die Gegner aus

Mittlerweile wird Abraham "König Arthur" genannt, und keiner lacht mehr über den in 30 Profikämpfen noch unbesiegten Boxer.

Weil ihm im Mittelgewicht die Gegner ausgingen, stieg Abraham eine Gewichstklasse auf. Das 50 Millionen Euro dotierte "Super-Six-Turnier" mit den weltbesten Suppermittelgewichtlern ist alles andere als ein Aufbauprogramm.

Doch Abraham wird bis zum Umfallen kämpfen, so viel hat die Vergangenheit gezeigt.

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