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Arthur Abraham hat seinen letzten Kampf im Mittelgewicht gegen Mahir Oral gewonnen © getty

Zum Auftakt des Super-Six-Turniers trifft Arthur Abraham in Berlin auf Jermain Taylor. Sein Gegner ist nicht zu unterschätzen.

Von Sebastian Binder

München - Das Turnier der Superlative steht an. Und wer, wenn nicht der König persönlich könnte es standesgemäßer eröffnen?

Die Augen der Boxwelt sind gespannt auf Berlin gerichtet. Dort stehen sich in der ausverkauften O2-World Arthur "King Arthur" Abraham und der US-Amerikaner Jermain "Bad Intentions" Taylor im Rahmen des Super-Six-Turniers gegenüber. (Die Teilnehmer des Turniers im Stenogramm)

Einen derartigen Modus hat es zuvor noch nie gegeben - mit entsprechender Vorfreude wird darauf gewartet.

Turnier der Spitzenboxer

Sechs der besten Supermittelgewichtsboxer treten bei diesem Turnier gegeneinander an. Neben einer Menge Geld - insgesamt 50 Millionen Euro - geht es aber auch um die Gürtel der WBA und WBC.

Neben Abraham und Taylor sind außerdem der Däne Mikkel Kessler, der Engländer Carl Froch, sowie die Amerikaner Andre Dirrell und Andre Ward mit von der Partie.

Abraham genießt nun das Privileg, gegen Taylor den ersten Kampf der Turnier-Serie austragen zu dürfen 162750(DIASHOW: Die Teilnehmer des Super-Six-Turniers).

"Der erste Kampf ist eine große Ehre"

"Es ist für mich eine große Ehre, den ersten Kampf dieses Turniers zu bestreiten", sagt der Deutsch-Armenier.

Und auch sein Gegner schlägt in die gleiche Kerbe: "Es ist großartig, an diesem Turnier teilzunehmen."

Beide wissen, wie wichtig es ist, mit einem Sieg in das Turnier zu starten, denn bei einer Niederlage sinken die Chancen auf den Gewinn des Super-Six enorm (Modus des Super-Six-Turniers).

Abraham gibt sich siegessicher

Dementsprechend geben sich beide vor dem Kampf in Berlin selbstbewusst.

Abraham stellt klar, was für ihn den Ausschlag geben wird: "Im Ring gewinnt nicht der stärkere oder schwächere Boxer, sondern der schlauere."

Und sein Coach Uli Wegner ergänzt: "Ich bedauere seinen nächsten Gegner Jermain Taylor. Wenn Arthurs Hand erst einmal so richtig bei ihm eingeschlagen hat, wird er sich wünschen, ganz schnell wieder in die Vereinigten Staaten zu kommen."

Beim Wiegen brachte Abraham übrigens mit 76,2 kg 800 Gramm mehr auf die Waage als Taylor.

"Bad Intentions" unbeeindruckt

"Bad Intentions", der in 31 Kämpfen bereits drei Niederlagen und ein Unentschieden hinnehmen musste, lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken.

"Ich mache mir keine Sorgen vor dem Kampf gegen Abraham", meint der Amerikaner. "Ich kann jeden im Super-Mittelgewicht schlagen."

Sein langjähriger Coach Ozell Nelson zweifelt ebenfalls nicht am Sieg seines Schützlings: "Ich habe großen Respekt vor Arthur Abraham. Doch rein von der Athletik her war er nie ein Boxer, der besondere Vorzüge hat. Natürlich wird das Publikum zu 100 Prozent hinter ihm stehen, das ist sicherlich sein Vorteil."

Berlin als Pluspunkt

Dies könnte in der Tat ein entscheidender Pluspunkt für Abraham sein, wie er auch selbst weiß: "Natürlich ist es toll, in Berlin vor den heimischen Fans zu boxen ? das motiviert mich doppelt."

Mit Taylor steht Abraham womöglich der gefährlichste Gegner seiner Karriere ins Haus.

Der 29-Jährige hat daher auch großen Respekt vor seinem Kontrahenten, da "Taylor immerhin Bernard Hopkins geschlagen hat, der jahrelang der Superchampion war. Das sagt doch schon alles."

Abraham plant nicht mit K.o.-Sieg

"King Arthur" ist zwar kleiner als sein Gegner, doch besitzt er die größere Schlaghärte.

Trotzdem denkt er nicht an einen K.o.-Sieg: "Ich plane immer über die komplette Distanz von zwölf Runden."

Sollte er seinen Gegner aber trotzdem auf die Bretter schicken, "so habe ich natürlich nichts dagegen." Das gelang ihm bei seinen 30 Siegen aus 30 Kämpfen immerhin 24-mal.

Der frühere IBF-Weltmeister und sein amerikanischer Kontrahent haben übrigens eine Sache gemeinsam: Beide sind aus dem Mittelgewicht ins Super-Mittelgewicht aufgestiegen.

"Ich habe jeden Tag gute Laune"

Für Abraham die beste Entscheidung seines Lebens: "Für mich ist es eine Erleichterung, im Super-Mittelgewicht zu boxen, da ich nicht mehr so viel abnehmen muss. Seitdem habe ich beim Training jeden Tag gute Laune."

Doch erst gegen Jermain Taylor und in den weiteren Super-Six-Kämpfen wird sich zeigen, wie gut diese Entscheidung tatsächlich war.

Für die Zeit nach dem Turnier hat Abraham schon große Pläne: "Ich will alle meine Kämpfe gewinnen, um nach dem Super-Six-Turnier eine Chance in den USA zu haben."

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