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Christine Theiss (l.) hat mit sieben Jahren mit dem Kickboxen angefangen © imago

Nach der Absage der Herausforderin kämpft Kickboxerin Christine Theiss bei ihrer 4. Titelverteidigung gegen die "Katze im Sack."

Von Jürgen Blöhs

München ? Am 27. September steigt Kickbox-Weltmeisterin Christina Theiss in München im Rahmen der "Steko's Fight Night" zu ihrer vierten Titelverteidigung in den Ring.

"Die Nächste, bitte!", könnte das Motto der kämpfenden Ärztin lauten, denn in ihren 22 Profi-Fights blieb die Mittelgewichtlerin ungeschlagen.

Ursprünglich sollte die 28-Jährige gegen die 21-Jährige Sanja Bilanovic zur WKA-Titelverteidigung in den Ring steigen. Doch die Kroatin muss mit 39,5 Grad Fieber das Bett hüten. WK-Präsident Paul Ingram aus England entschied, dass die portugiesische Mittelgewichtlerin Raquel Gaspare für die Kroatin einspringt.

"Ich war geschockt, als ich die Nachricht erhalten habe", so Manager Mladen Steko.

Dass Theiss ihre neue Herausforderin nicht beobachten konnte, stört die Münchnerin nicht sonderlich: "So etwas mache ich nie. "Die Basics genügen mir. Ansonsten verlass' ich mich ganz auf meine eigenen Stärken", so die Kämpferin zu Sport1.de.

Manager Mladen Steko verriet noch einen anderen Grund, der dazu führte, dass "Christina keine Videos mehr schaut. Sie schätzte ihre Gegnerinnen immer als viel zu stark ein."

Kein Wiedersehen der besonderen Art

Auch Theiss-Trainer Pavlica Steko bedauert die Absage, allerdings aus einem ganz anderen Grund: In den Ringecken wäre es zu einem Wiedersehen der besonderen Art: mit Bilanovic-Coach Ismet Mandara gekommen. Die beiden Trainer standen sich im Februar 2001 in einem WM-Fight gegenüber.

Damals fügte der Kroate Steko in der zweiten Runde einen doppelten Kieferbruch zu. Der Münchner hielt trotz des Handicaps zehn weitere Runden durch und gewann am Ende nach Punkten.

"Das wird mir nicht passieren, egal gegen wen ich kämpfe", ist sich Theiss sicher. "So ein Kiefer kann eine Menge vertragen." Die Ärztin sollte es wissen.

Kampf um eine WM-Chance

Im Rahmen des Theiss-Kampfes nimmt Besim Kabashi einen erneuten Anlauf auf einen WM-Kampf.

Der 32-Jährige Steko-Fighter hat von seinen 26 Kämpfen nur einen verloren ? ausgerechnet gegen seinen 24-Jährigen Kontrahenten am Samstag, dem Kroaten Zoran Dorcic, im Mai dieses Jahres.

"Auf einmal gingen die Lichter aus"

"Ich habe damals den Gegner unterschätzt und bin zu ungestüm in den Kampf gegangen. Auf einmal gingen die Lichter aus", so Kabashi.

"Das ist im Schwergewicht immer möglich. Da genügt ein 'Lucky Punch'. Aber das wird mir nicht wieder passieren", ist sich der 97-Kilo-Mann sicher.

Denn der selbständige Maler und Tapezierer sowie Reiseveranstalter hat sich für seine Rückkehr in den Ring nach fünf Jahren Pause viel vorgenommen.

"Ich habe gesehen, dass in meiner Klasse keiner stärker ist und ich jeden schlagen kann", gibt sich der amtierende Europameister "drei Jahre Zeit, um meinen Traum von einem WM-Titel zu erfüllen."

Metz will EM-Gürtel

Vor vier Wochen feierte Cindy Metz ein überzeugendes Comeback und wurde im Boxring Deutsche Meisterin bei den Amateuren.

Im Kickboxen hält die Münchnerin diesen Titel bei den Profis und will nun der Engländerin Bridie Murphy ihren EM-Gürtel des Verbandes WPKA abnehmen.

Metz, die von ihren zwölf Profikämpfen 11 gewonnen hat trifft auf eine Gegnerin mit Erfahrung: Die bereits 37 Jahre alte Murphy hat von 25 Fights 21 gewonnen.

"Ich weiß, dass ich auf Dauer nicht zweigleisig fahren kann", so Metz zu Sport1.de.

"Irgendwann werde ich mich zwischen Kickboxen und Boxen entscheiden müssen. Ich tendiere 70:30 zum Boxen. Das prägt auch meinen Kampfstil. Ich setze verstärkt auf die Fäuste und setze die Beine viel weniger ein als meine Gegnerinnen."

"Ich werde mich innerhalb eines Jahres entscheiden", so die jüngste nationale Box-Meisterin aller Zeiten.

Promotor Mladen Steko würde seinen Schützling lieber "kicken" sehen, aber "egal, wie sie sich entscheidet, ich werde sie voll unterstützen, denn Cindy hat noch viele gute Jahre vor sich."

Und wenn die Karriere der 22-Jährigen sich weiterentwickelt wie bisher, wird sie wohl noch viele Jahre wie ihr Vorbild, die kämpfende Ärztin Theiss, sagen können: Die Nächste, bitte.

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