vergrößernverkleinern
Im Alter von sieben Jahren begann Christine Theiss mit dem Kickboxen © getty

Christine Theiss verteidigt zum fünften Mal ihren WKA-Titel, doch richtig freuen kann sich die Ärztin nach dem Kampf nicht.

Von Jürgen Blöhs

München ? Christine Theiss konnte sich über ihre fünfte Verteidigung ihres WKA-Titels nicht richtig freuen.

Direkt nach dem Kampf nahm die kämpfende Ärztin Ringsprecher und Schauspieler Charles M. "Charly" Huber das Mikrophon aus der Hand und bedankte sich bei Raquel Gaspare dafür, dass sie für die erkrankte Herausforderin Sanja Bilanovic aus Kroatien eingesprungen ist.

"Wir haben wie wild herumtelefoniert, aber keine Gegnerin hatte den Mut, kurzfristig gegen mich anzutreten, nur Raquel. Dafür gebührt ihr ein Riesen-Applaus", lobte die Mitelgewichtlerin ihre Gegnerin.

Mit dem Mut der Verzweiflung

Und Mut hatte die 18-jährige Portugiesin ? die gesamten fünf Runden über, bis der Ringrichter ein Einsehen hatte und den ungleichen Kampf beendete.

In beinahe jeder Runde musste die 1,63 Meter große Herausforderin zu Boden, in den Ringpausen fragte ihr Trainer immer wieder, ob er nicht das Handtuch werfen solle. Doch die völlig überforderte, unerfahrene und unterlegene Nachwuchskämpferin stand immer wieder auf.

"Es war eine Keilerei"

"Sie war heiß. Man spürte, dass sie ihre unverhoffte Chance, um die Weltmeisterschaft kämpfen zu dürfen, so lange wie möglich genießen wollte", so Theiss zu Sport1.de.

"Es war eine Keilerei. Darauf hätte ich mich nicht einlassen dürfen. Sie hat mich nur zweimal getroffen. Vielleicht bin ich sogar die eigentliche Verliererin, weil ich unter meinen Möglichkeiten geboxt und den Kampf nicht früher beendet habe", ging die 28-jährige Titelverteidigerin hart mit sich selbst ins Gericht.

"Im Dezember werde ich besser boxen ? dann hoffentlich gegen Bilanovic", schaute die WAKO- und WKA-Weltmeisterin bereits kurze Zeit später in die Zukunft.

EM-Titel für Metz

Mit ihrer Zukunft beschäftigt sich auch Cindy Metz. Professionelles Boxen oder Kickboxen ist die Frage, vor der die 22-Jährige steht.

Die überzeugende Leistung beim einstimmigen Punktsieg im EM-Kampf über die erfahrene 37-jährige Britin Bridie Murphy dürfte eine Antwort nicht leichter machen.

"Ich kann noch viel besser kämpfen", so die nationale Amateurbox-Meisterin im Weltergewicht, als ihr der zweifache Bob-Olympiasieger Christoph Langen den EM-Gürtel umhängte.

Kabashi nahm Revanche

In einem furiosen Schwergewichts-EM-Kampf nahm Steko-Fighter Besim Kabashi Revanche an Zoran Dorcic, der ihn im Mai ausgeknockt hatte. Bereits in der ersten Runde wurde der Kroate nach einem wahren Schlaghagel nach seinem zweiten Niederschlag ausgezählt.

"Eigentlich wollte ich ja nicht wieder so ungestüm beginnen wie im Mai, aber wenn man die Chance bekommt, soll man sie nutzen", so Kabashi nach dem schnellen Erfolg. "Ich habe das Gefühl, ich werde immer schneller, je älter ich werde."

Lidon bleibt Weltmeister

In einem weiteren WM-Kampf des Abends verteidigte der Franzose Yohan Lidon seinen Kickbox-Titel im Lowkick in der Klasse bis 76 kg.

Der Franzose hatte vor 2500 Zuschauern in der Münchner Zenithhalle nur in der ersten Runde leichte Probleme mit dem Slowaken Egon Racz.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel