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Jack Culcay startete im Welter-Gewicht bei den Olympischen Spielen 2008 © imago

Nach dem Sieg bei der Amateur-WM will Jack Culcay nun auch den WM-Titel bei den Profis. Sein erster Gegner ist ein Tscheche.

Von Jürgen Blöhs

Hamburg - Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Mailand beendete Jack Culcay-Keth seine lange Durststrecke. Der Weltergewichtler besiegte im Finale den Russen Andrej Samkowoj mit 7:4 und holte nach 14 Jahren wieder einen Titel für den Deutschen Amateur-Box-Verband.

In einem "Sport1.de-Interview der Woche" betonte der 24-Jährige, den Erfolg nicht sofort in bare Münze umwandeln und den Versuchungen der Profi-Ställe widerstehen zu wollen.

"Mein Traum ist Olympia-Gold 2012 in London", gab der Darmstädter damals als nächstes Ziel vor.

"Ein anderer Traum"

Der Traum ist mittlerweile ausgeträumt und ein neuer an seine Stelle getreten:

"Natürlich war Olympia-Gold ein Traum, aber das hier ist ein anderer Traum. Jetzt konzentriere ich mich darauf, Profi-Weltmeister zu werden", verriet der Sohn eines Boxers aus Ecuador und einer deutschen Mutter seinen Sinneswandel in einem Gespräch mit Sport1.de.

Weihnachtsfeier vor Profi-Kampf

Am 11. November unterschrieb Jack Culkay, wie er sich jetzt nennt, einen Vorvertrag beim Hamburger Universum-Stall. Die Bundeswehr legte dem Sportsoldaten keine Steine in den Weg und ließ ihn vorzeitig seinen Dienst beenden.

"Allerdings muss ich fünf Tage vor meinem ersten Profi-Kampf noch an der Weihnachtsfeier teilnehmen. Das war Bedingung", erklärt Culkay.

Anfragen aus den USA

"Ich habe lange mit meinem Vater und meinem Manager gesprochen und mich dann entschieden, schon jetzt ins Profi-Lager zu wechseln", so Culkay.

Interessenten gab es viele. "Wir hatten viele Anfragen, auch US-Top-Promoter Bob Arum war an Jack interessiert", verriet Manager Moritz Klatten Sport1.de. "Universum bot einen Drei-Jahres-Vertrag mit Option für drei weitere Jahre. Das war ein verlockendes Angebot."

"Ich wollte in Deutschland bleiben. Da brauche ich meine Familie nicht zu verlassen", verrät der "Goldjunge" einen anderen Grund für die Entscheidung zu Gunsten des Stalls von Erfolgs-Promoter Klaus-Peter Kohl.

Schon bald in die USA

Und wenn schon kein Vertrag mir einem US-Stall, so geht Culkay doch fest von Kämpfen in den USA aus.

"Die US-Fans lieben seinen Box-Stil. Und dank der Zusammenarbeit zwischen Universum und der Golden Boy Promotion von Superstar Oscar de La Hoya rechne ich schon bald mit Kämpfen in den USA", ist Klatten sicher.

"Er muss erst mal reinriechen"

Doch vorher muss der Kämpfer durch die harte Schule von Michael Timm: "Er wird einige Kämpfe über vier Runden machen. Er muss ja erst mal reinriechen, muss lernen, wie man einen Kampf einteilt, dass man nicht wie bei den Amateuren von der ersten Sekunde an loslegen kann", so der Erfolgstrainer zu Sport1.de.

Bei seinen ersten Kampf im Profilager trifft Culkay am 19. Dezember im Rahmen der WM-Kämpfe von Jürgen Brähmer und Sebastian Zbik in Schwerin im Halbmittelgewicht auf den Tschechen Jindrich Kubin. Kein leichter Aufgalopp auf dem Weg zum WM-Titel.

Der 31-Jährige, der neun Zentimeter größer ist als der Debütant, hat von sechs Profi-Fights vier gewonnen.

"Mein Gegner ist ungefähr so groß wie der Russe, den ich im WM-Finale besiegt habe", so "Goldjunge" Culkay. Ein gutes Omen?

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