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Während seiner Zeit als Amateur-Boxer gelangen Brähmer in 100 Kämpfen 95 Siege © getty

Der Staatsanwalt fordert eine Haftstrafe für den Boxer. Doch der bestreitet die Straftaten. Das Urteil ist in Kürze zu erwarten.

Schwerin - Mit der Forderung nach einem Jahr und sechs Monaten Haft ohne Bewährung gegen Jürgen Brähmer hat der Staatsanwalt vor dem Amtsgericht in Schwerin sein Plädoyer beendet. Brähmers zwei Verteidiger forderten Freispruch.

Das Urteil über den 31-Jährigen kündigte der Richter nach bislang elf Verhandlungstagen für den kommenden Dienstag um 15.00 Uhr an.

Brämer bestreitet die Taten

Dem Mecklenburger wird zur Last gelegt, bei einer Auseinandersetzung am 31. Mai 2008 in einer Schweriner Bar gegen eine Frau handgreiflich geworden zu sein.

Ein zweites Mal soll der vorbestrafte Boxer am 13. September 2008 in einer benachbarten Diskothek einen Gast beleidigt und körperlich attackiert haben. Brähmer bestreitet die ihm zur Last gelegten Taten.

Staatsanwalt fordert 18 Monate

Staatsanwalt Kollarz forderte in seinem nur siebenminütigen Vortrag für beide Taten eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten.

Für den bereits wegen ähnlicher Delikte vorbestraften Brähmer würde dies vermutlich das Ende der Karriere bedeuten.

Seine beiden Anwälte Eisenberg und König legten anschließend ausführlich dar, warum Brähmer unschuldig sei.

Sie forderten Freispruch für ihren Mandanten und vermuteten eine Vorverurteilung des Boxers in seiner Heimatstadt. Für den Fall einer Verurteilung am Dienstag kündigten sie weitere Beweisanträge an.

Brähmer auf Bewährung

Insbesondere der angebliche Angriff auf die Frau im Mai wirft Fragezeichen auf. In einer ersten Untersuchung nach dem Zwischenfall wurden von einem Arzt keinerlei Anzeichen körperlicher Gewalt festgestellt.

Erst drei Tage später stellte ein mit der Frau bekannter Arzt Hämatome und einen Nasenbeinbruch fest.

Der bei der Universum Box-Promotion unter Vertrag stehende Brähmer war bereits 1998 zu einer mehrjährigen Jugendstrafe wegen gemeinschaftlichen Raubes und Körperverletzung verurteilt worden.

Nach einer weiteren Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung ist Brähmer seit 2005 auf Bewährung wieder auf freiem Fuß.

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