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Ist in seiner Profikarriere noch ungeschlagen: "King Arthur" Abraham © getty

Vor dem Kampf gegen Underdog Marquez sorgt ein Gerichtstermin für Unruhe. Doch Abraham will sich nicht irritieren lassen.

Hamburg - Sein sportliches Schicksal hat Arthur Abraham bei seiner achten Titelverteidigung am Samstag in Bamberg gegen den Amerikaner Raul Marquez selbst in der Hand.

Zwei Wochen später steht dem IBF-Weltmeister im Mittelgewicht ein möglicherweise wesentlich unangenehmerer Termin bevor. Am 14. und 16. Oktober muss er sich vor einem Gericht auf Rügen gegen den Vorwurf sexueller Belästigung verteidigen.

Die Vorbereitung auf die Pflichtverteidigung gegen den 37-jährigen Marquez sind durch das Verfahren angeblich nicht gestört worden.

"Vorwürfe völlig haltlos"

Eine Hotelpraktikantin fühlte sich im April auf Usedom in einem orientalischen Bad von Abraham unsittlich genötigt. "Die Vorwürfe sind völlig haltlos", versichert der 28-Jährige immer wieder und erhält Unterstützung von Trainer Ulli Wegner: "Ich war dabei, es ist nichts passiert."

Schon bei Abrahams letztem Auftritt am 21. Juni in Florida gegen "Kieferbrecher" Edison Miranda stand die Klage im Raum. Der gebürtige Armenier überzeugte dennoch mit seinem K.o.-Sieg in der vierten Runde über den in den USA hochgeschätzten Kolumbianer.

Auf der gleichen Veranstaltung qualifizierte sich Marquez mit einem Punktsieg über den Favoriten Giovanni Lorenzo für das Duell um den IBF-Gürtel.

Marquez mag Außenseiterrolle

"In dem Kampf war ich auch der Underdog, jetzt bin ich ein noch größerer Außenseiter", sagt Marquez, "aber diese Rolle liegt mir." Der Rechtsausleger hat von 46 Kämpfen nur drei verloren, bereits vor elf Jahren trug er einen WM-Gürtel.

Das Team Abraham hat sich intensiv auf den Texaner mit mexikanischen Wurzeln vorbereitet. "Er ist zäh, schnell, taktisch versiert, ein richtig guter Boxer", meint der Champion.

Abraham rechnet mit Sieg

Über den Ausgang des Kampfes gibt es für "König Arthur" aber keine Zweifel. "Es wird es für ihn nicht reichen", behauptet Abraham voller Selbstvertrauen. 22 K.o.-Siege in 27 Kämpfen geben eben die nötige Sicherheit.

Um boxerisch weiter zuzulegen, hat Abraham zuletzt sogar einen Tanzkurs von Trainer Wegner verordnet bekommen. "Durch das Tanzen soll Arthur noch lockerer in den Beinen werden", begründete Wegner die ungewöhnliche Maßnahme.

Die Suche nach dem großen Gegner

Es soll ja schließlich immer weitergehen mit dem derzeitigen Vorzeige-Boxer von Promoter Wilfried Sauerland, der in Bamberg sein 30-jähriges Jubiläum als Veranstalter feiert. Das lukrative Ziel USA ist immer noch vor Augen, der Kampf gegen Wunschgegner Kelly Pavlik allerdings eher unwahrscheinlich.

Der amerikanische Superstar kämpft am 18. Oktober eine Gewichtsklasse höher gegen Bernard Hopkins. Ob er sich danach auf das Mittelgewicht abtrainiert und eine Niederlage gegen den schlagstarken Abraham riskiert, ist doch sehr fraglich.

Sauerland hat deshalb schon vorgebaut. "Anfang des Jahres wissen wir mehr, wir sind mit noch anderen großen Namen in den USA im Gespräch", erklärte Sauerland-Sprecher Heiko Mallwitz.

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